Diplomarbeit, 2003
91 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Konstruktionselemente einer Asset Backed Securitisation
2.1 Originator des Forderungspools
2.2 Die Zweckgesellschaft
2.2.1 Rechtsform der Zweckgesellschaft
2.2.1.1 Anteilszertifikatsstruktur
2.2.1.2 Anleihestruktur (Corporation)
2.2.2 Struktur und Zahlungsstrommanagement
2.2.2.1 Pass-Through Struktur
2.2.2.2 Pay-Through Struktur
2.2.3 Strukturierung des SPV
2.2.3.1 Single-Seller Struktur
2.2.3.2 Multi-Seller Struktur
2.3 Ratingagentur
2.4 Treuhänder
2.5 Anforderungen an die zu verbriefenden Vermögensgegenstände
2.6 Maßnahmen zur Begrenzung der Insolvenzrisiken
2.7 Systematisierung der Sicherungskonstruktionen
2.7.1 Sicherungen durch den Originator
2.7.2 Bonitätsverbesserungen in der Transaktionsstruktur
2.7.3 Sicherungsmaßnahmen durch Dritte
3 Vorteile der ABS Finanzierung
3.1 Diversifikation der Finanzierungsquellen
3.2 Kapitalkostenvorteile durch ABS-Transaktionen
3.3 Steigerung der Corporate Finance-Flexibilität
3.4 Verbesserung der Unternehmenskennzahlen
4 Bilanzierung einer ABS-Transaktion nach dem Handelsrecht
4.1 Grundproblematik bei der Bilanzierung von Forderungsverkäufen
4.1.1 Abstrakte Vermögenszurechnung der Financial Assets
4.1.2 Die konkrete Vermögenszurechnung der Financial Assets
4.2 Bilanzbefreiung durch ein auf Dauer gerichtetes zivilrechtliches Rechtsgeschäft
4.3 Bilanzbefreiung durch die Übertragung des Bonitätsrisikos
4.3.1 Bilanzrechtliche Beurteilung der Bonitätsverbesserungsmaßnahmen
4.4 Analogie zwischen Factoring und ABS Finanzierungen
4.5 Finanzmathematische Betrachtung der bilanziellen Zuordnung der Assets
4.5.1 Ansatz zur objektivierten Beurteilung der Risikoverteilung
4.5.1.1 Erwartungswertes eines Forderungspools
4.5.1.2 Zuordnungsregel bei partieller Risikoübernahme
4.5.1.3 Auswirkungen einer partiellen Risikobegrenzung des Originators
4.5.1.4 Abschließende Betrachtung der risikoorientierten Zuordnungsregel
4.6 Bilanzierung der Assets im Fall der Bilanzbefreiung
4.7 Konsolidierung des SPV
5 Bilanzierung von ABS Finanzierungen nach den US-GAAP
5.1 Abgrenzung des Regelungsbereichs von SFAS 140
5.2 Grundsätzliche Regelungen des SFAS 140
5.2.1 Übertragung der Verfügungsmacht
5.2.1.1 Legal Control
5.2.1.2 Actual Control
5.2.1.3 Effective Control
5.3 Financial Components Approach
5.3.1 Partielle Ausbuchung der Financial Assets
5.3.2 Ausbuchung von Verbindlichkeiten
5.4 Konsolidierung von Special Purpose Entities nach US-GAAP
5.4.1 Qualifying Special-Purpose-Entities (Q-SPE)
5.4.2 Konsolidierung von Variable Interest Entities (VIE)
5.5 Anhangsangaben (Disclosures)
6 Bilanzierung von ABS-Transaktionen nach den IAS
6.1 Ausbuchung (Derecognation)
6.2 Financial Components Approach
6.2.1 Partielle Ausbuchung der Financial Assets
6.2.2 Ausbuchung von Financial Assets in Verbindung eines neuen Vermögensgegenstands oder einer neuen Schuld
6.3 Konsolidierung von Special Purpose Entities nach IAS
7 Aktuelle Entwicklungen von ABS-Transaktionen in Deutschland
7.1 Vorschlag des Deutschen Standardisierungsrat (E-DSR 16)
7.2 Perspektiven von ABS Finanzierungen auf dem deutschen Finanzmarkt
7.2.1 „Kleinunternehmerfördergesetz“
7.2.2 „True-Sale Initative“ - Senkung der Transaktionskosten
8 Zusammenfassende Schlussbetrachtung
Ziel dieser Arbeit ist die eingehende Analyse der Konstruktionsmerkmale einer Asset Backed Securitisation (ABS), um unter Berücksichtigung der deutschen Rechtsordnung sowie internationaler Rechnungslegungsstandards (US-GAAP und IAS) einen geeigneten Bilanzierungsansatz für diese Finanzierungstechnik abzuleiten.
2.2.2.2 Pay-Through Struktur
Aufgrund der o.g. Probleme wurden Strukturen entwickelt, welche das Risiko der vorzeitigen Rückzahlung vermeiden. Die sogenannten Pay-Through Strukturen zeichnen sich durch den Verbleib der Rückzahlungen bei der Zweckgesellschaft bzw. dem Treuhänder aus, wodurch es zu einer indirekten und nicht fristenkongruenten Weiterleitung der Cash Flows an die Investoren kommt. Der Investor erwirbt kein Eigentum an dem Forderungspool, sondern ein Wertpapier, welches den Zahlungsstrom aus dem Forderungspool nutzt um das Obligo aus dem selbigen zu bedienen. Es ist somit möglich, dass der Treuhänder ein aktives und flexibles Zins- und Zahlungsmanagement durchführen kann. Die Zins- und Tilgungszahlungen erfolgen regelmäßig anhand eines fest vereinbarten Planes, welcher i.d.R. eine Quartals- oder Halbjahreszahlung vorsieht. Kommt es innerhalb dieses Planes zu einer vorfristigen Zahlung, können die Gelder beispielsweise bis zur Entfälligkeit in Geldmarktpapieren angelegt werden. Somit übernimmt die Zweckgesellschaft das Zinsänderungsrisiko, was die Attraktivität der zu emittierenden Wertpapiere für potentielle Investoren erhöht. In diesem Zusammenhang ist es durch die Flexibilität dieser Struktur möglich, die Wertpapiere in verschieden Tranchen zu emittieren, wodurch unterschiedliche Laufzeit- und Risikostrukturen angeboten werden können. Aufgrund des aktiven Zahlungsstrommanagements ist die Pay-Through Struktur nur in der Rechtsform der Limited Purpose Finance Corporation (LPFC) möglich.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Asset Backed Securitisation ein, definiert den Begriff und beleuchtet die Ursachen für die wachsende Bedeutung dieser Finanzierungstechnik.
2 Konstruktionselemente einer Asset Backed Securitisation: Dieses Kapitel analysiert die wesentlichen Bestandteile einer ABS-Struktur, wie Zweckgesellschaften, Zahlungsstrommanagement, Rating, Sicherungskonstruktionen und die Anforderungen an die verbrieften Forderungen.
3 Vorteile der ABS Finanzierung: Es werden die wirtschaftlichen Vorteile für Unternehmen, wie die Diversifikation von Finanzierungsquellen, Kapitalkostenvorteile und die Optimierung von Unternehmenskennzahlen, diskutiert.
4 Bilanzierung einer ABS-Transaktion nach dem Handelsrecht: Hier wird die Problematik der bilanziellen Zuordnung von Forderungen nach deutschem Handelsrecht untersucht und ein Ansatz zur risikoorientierten Beurteilung entwickelt.
5 Bilanzierung von ABS Finanzierungen nach den US-GAAP: Dieses Kapitel erläutert die Kriterien nach SFAS 140 für den Transfer von Financial Assets und die Konsolidierung von Special Purpose Entities.
6 Bilanzierung von ABS-Transaktionen nach den IAS: Es wird die Behandlung von ABS-Transaktionen nach IAS 39 und die Konsolidierung nach SIC-12 analysiert.
7 Aktuelle Entwicklungen von ABS-Transaktionen in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet regulatorische Vorschläge wie den E-DSR 16 sowie Initiativen zur Senkung von Transaktionskosten und zur steuerlichen Erleichterung.
8 Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zur Konstruktion und Bilanzierung von ABS-Transaktionen zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftigen Marktchancen.
Asset Backed Securitisation, Forderungsverbriefung, Zweckgesellschaft, SPV, Bilanzierung, US-GAAP, IAS, HGB, Finanzaktiva, Rating, Risikoübertragung, True Sale, Cash Flow Management, Konsolidierung, Forderungspool.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Finanzierungstechnik der Asset Backed Securitisation (ABS) und deren bilanzieller Behandlung nach unterschiedlichen internationalen und nationalen Standards.
Die zentralen Themen sind die strukturellen Elemente einer ABS-Transaktion, die ökonomischen Vorteile für den Originator sowie die regulatorischen Anforderungen an die Ausbuchung von Forderungen aus der Bilanz.
Das Ziel ist die Analyse der Konstruktionsmerkmale einer ABS-Transaktion und die Ableitung eines Bilanzierungsansatzes, der mit der deutschen Rechtssprechung vereinbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Standardanalyse, ergänzt durch eine finanzmathematische Betrachtung der Risikoverteilung mittels statistischer Methoden.
Im Hauptteil werden neben den grundlegenden Konstruktionselementen vor allem die Bilanzierungsregeln nach HGB, US-GAAP und IAS sowie deren Konsolidierungsvorschriften für Zweckgesellschaften detailliert gegenübergestellt.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Asset Backed Securitisation, Zweckgesellschaft, Bilanzierung, US-GAAP, IAS, Risikoübertragung und True Sale.
Während bei der Pass-Through Struktur die Zahlungsströme starr an die Investoren durchgeleitet werden, ermöglicht die Pay-Through Struktur durch den Verbleib der Rückzahlungen beim SPV ein aktives Zins- und Zahlungsmanagement.
Das Rating ist entscheidend, um Investoren, die oft keine Spezialkenntnisse über den Forderungspool besitzen, eine quantitative und qualitative Risikoeinschätzung der Transaktion zu ermöglichen und so die Refinanzierungskosten zu optimieren.
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