Diplomarbeit, 2011
152 Seiten, Note: 1,6
1. Aktualitätsbezug und Thesenvorstellung
2. Begriffsklärungen und rechtliche Grundlagen
2.1 Beratung
2.2 Beratung in Abgrenzung zu Therapie
2.3 Gesetzliche Grundlagen der Beratung von Kindern und Jugendlichen
2.4 Kinder und Jugendliche
3. Wie Jungen zu Männern werden und Mädchen zu Frauen
3.1 Erfahrung von Geschlecht in der Gesellschaft
3.2 Die Konstruktion von Geschlechterrollen
3.2.1 Der Begriff ‚Geschlechterrolle’
3.2.2 Sozialisation und Erziehung
3.2.3 Konstruktion von Männlichkeit und Weiblichkeit
3.3 Entstehung und Aufrechterhaltung geschlechtsspezifischer Subwelten
3.3.1 Entstehung von Subwelten im Kindesalter
3.3.2 Aufeinandertreffen der Subwelten in der Adoleszenz
3.3.3 Training der Subwelten im Erwachsenenalter
3.4 Zusammenfassung
4. Geschlechterrollen und deren Effekte auf die Beratung
4.1 Folgen der Geschlechterrollen und resultierende Probleme
4.1.1 Geschlechtsspezifischer Rollendruck
4.1.2 Krankheiten und Störungen
4.1.3 Empathiemangel und Aggression
4.1.4 Kommunikationsprobleme
4.1.5 Leistung und Karriere
4.2 Geschlechtsspezifische Beratung von Frauen und Männern
4.2.1 Effekte der Geschlechterrollen auf die Beratung
4.2.2 Reaktion der Beratung auf Geschlechterrollen und deren Folgen
4.2.3 Gruppenberatung und Geschlecht
4.2.4 Lösung der Geschlechterfrage in der Beratung
4.2.5 Beratung von Jungen und Mädchen
4.3 Zusammenfassung
5. Altersspezifische Beratung
5.1 Beratung für Kinder
5.1.1 Anlässe für Beratung von Kindern
5.1.2 Zugang zur Beratungsstelle
5.1.3 Kommunikationsformen und Beratungsmethoden
5.1.4 Gruppenberatung für Kinder
5.2 Beratung für Jugendliche
5.2.1 Anlässe für Beratung von Jugendlichen
5.2.2 Zugänge zur Beratungsstelle
5.2.3 Kommunikationsformen und Beratungsmethoden
5.2.4 Gruppenberatung für Jugendliche
5.3 Neue mediale Welten und Beratungsangebote
5.3.1 Neue Beratungsangebote als Antwort auf veränderte Lebenswelten
5.3.2 Online-Beratung
5.4 Zusammenfassung
6. Familien- und Erziehungsberatung
6.1 Familienberatung als Gruppenberatung
6.2 Beratung von Kindern und Jugendlichen im Verhältnis zu Familienberatung
6.3 Zusammenfassung
7. Schlussbetrachtungen
7.1 Votum
7.2 Ausblick
7.3 Selbstreflexiver Bezug
Die wissenschaftliche Arbeit untersucht die Bedeutung von altersspezifischer und geschlechtsspezifischer Beratung für Kinder und Jugendliche. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern gesellschaftlich konstruierte Rollenbilder und sich wandelnde Lebenswelten differenzierte Beratungsangebote erforderlich machen und welche methodischen Ansätze den spezifischen Bedürfnissen dieser Klientengruppe gerecht werden können.
3.2 Die Konstruktion von Geschlechterrollen
Ob ein Säugling ein Junge oder Mädchen ist, sieht man meist offensichtlich an den Geschlechtsmerkmalen, welche im Zuge der Befruchtung der Eizelle durch Gene festgelegt wurden. Es erfolgt die Einordnung des Säuglings in eine von zwei Kategorien: männlich oder weiblich. Nach dieser Einordnung beginnt das soziale Training (unterrichten, vorleben, einfordern und überprüfen) und die Geschlechterrolle gemäß dem gesellschaftlich akzeptierten Stereotyp wird vom Kind stetig erworben. Die Annahme, dass typisch weibliche oder männliche Verhaltensweisen angeboren – also genetisch determiniert – sind, kann unter diesen Umständen nicht standhalten. Genetische Ursachen sind nicht ausschließlich allein für die Entstehung von persönlichen oder geschlechtstypischen Eigenschaften verantwortlich. Viel mehr ist es die Konstruktion des Geschlechts durch die Umwelt des Säuglings.
Historisch betrachtet war die Konstruktion der Geschlechterrollen und deren Arrangement für den Erfolg der kultivierten Gesellschaft notwendig – soziale Organisation wird extrem vereinfacht und der Prozess der Selbst- und Fremdwahrnehmung verkürzt, sodass weniger Fehldeutungen oder Mehrdeutigkeiten vorkommen. Gleichzeitig zu den getrennten Geschlechterstereotypen existiert das Modell der Vervollständigung – die Geschlechter ergänzen sich wechselseitig und unterliegen weniger gegenseitiger Konkurrenz.
Um die Konstruktion von Geschlechterrollen in der Gesellschaft darzustellen, muss zunächst der Begriff ‚Geschlechterrolle’ als soziale Rolle definiert werden. Außerdem ist es nötig, die Konstruktion in Sozialisation und Erziehung zu differenzieren, und die Begriffe klar von einander abzugrenzen um Unklarheiten vorzubeugen.
1. Aktualitätsbezug und Thesenvorstellung: Einleitung in die Relevanz der Gender-Debatte in der Kinder- und Jugendhilfe und Verankerung im Kinder- und Jugendhilfegesetz.
2. Begriffsklärungen und rechtliche Grundlagen: Klärung der Definitionen von Beratung und Abgrenzung zur Therapie sowie Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche.
3. Wie Jungen zu Männern werden und Mädchen zu Frauen: Analyse der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlecht durch Sozialisation, Erziehung und die Entstehung von geschlechtsspezifischen Subwelten.
4. Geschlechterrollen und deren Effekte auf die Beratung: Erörterung der Auswirkungen von Rollendruck auf die psychische Gesundheit und Diskussion von Beratungsstrategien für die unterschiedlichen Geschlechter.
5. Altersspezifische Beratung: Fokus auf die methodischen Anforderungen der Beratung für Kinder und Jugendliche, inklusive der Herausforderungen durch neue mediale Welten.
6. Familien- und Erziehungsberatung: Einbettung der Kinder- und Jugendberatung in das Familiensystem und Darstellung der Familienberatung als Gruppenangebot.
7. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Bewertung der Ansätze und Reflexion der Autorin über den eigenen geschlechtsspezifischen Blickwinkel.
Beratung, Geschlechterrollen, Sozialisation, Kinder- und Jugendhilfe, Gender Mainstreaming, Individualisierung, Kommunikation, Gruppenberatung, Online-Beratung, Geschlechtsidentität, Erziehung, Psychosoziale Gesundheit, Lebenswelten, Subwelten, Beratungsstelle.
Die Arbeit beleuchtet die Beratung von Kindern und Jugendlichen unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht als zentrale Einflussfaktoren auf ihre Lebenswelt und Identitätsentwicklung.
Zu den Kernpunkten gehören die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Auswirkungen von Rollenerwartungen auf die psychische Gesundheit sowie die spezifischen methodischen Anforderungen in der Beratung.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie geschlechts- und alterssensible Beratung dazu beitragen kann, die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern und Chancengleichheit zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender sozialwissenschaftlicher und pädagogischer Theorien zur Geschlechterforschung und Beratungspsychologie.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zur Geschlechterrolle konkrete Beratungsanlässe und -methoden für verschiedene Altersstufen analysiert sowie die Bedeutung von Gruppenberatung und Online-Angeboten diskutiert.
Begriffe wie Rollendruck, Sozialisation, Identitätsentwicklung, Beratungskompetenz und Lebensweltorientierung sind zentral für das Verständnis der Argumentation.
Berater müssen geschlechterstereotype Rollen hinterfragen und Angebote schaffen, die den Jugendlichen Raum zur freien Identitätsentwicklung bieten, ohne sie erneut in starre Geschlechterkategorien zu zwingen.
Sie wird als notwendige Antwort auf die digital geprägte Lebenswelt der heutigen Generation gesehen, bietet Chancen für anonymen Zugang, birgt jedoch auch Anforderungen an neue Kompetenzen der Berater.
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