Examensarbeit, 1998
57 Seiten, Note: 3,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
Vorbemerkungen
I. Die Planung
1. Bedingungsanalyse
1.1 Lehr- und Lernvoraussetzungen zu Beginn der Unterrichtsreihe
1.2 Die Stellung der Sequenz in der Reihe
1.3 Die Lehr- und Lernvoraussetzungen zu Beginn der Sequenz
1.4 Sachanalyse: Die Montagetechnik und ihre Funktionen in Homo Faber
1.5 Lernziele
1.6 Didaktisch-methodische Überlegungen
II. Die Durchführung
1. Die erste Stunde
1.1 Planung
1.2 Durchführung und Reflexion
2. Die zweite Stunde: Lernziele, Verlaufsplan und Ergebnisse
3. Die dritte Stunde: Lernziele, Verlaufsplan und Ergebnisse
4. Die vierte und fünfte Stunde (Doppelstunde)
4.1 Planung
4.2 Durchführung und Reflexion
III. Reflexion
1. Die erzielten Ergebnisse
2. Die Unterrichtsorganisation
Diese Arbeit dokumentiert die Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtssequenz zu Max Frischs Roman "Homo Faber" in einem Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12. Ziel ist es, den Schülern durch die Analyse der Montagetechnik ein tieferes Verständnis für den funktionalen Zusammenhang von erzähltechnischer Struktur und der im Roman zentralen Identitätskrise der Hauptfigur zu vermitteln.
1.4 Sachanalyse: Die Montagetechnik und ihre Funktionen in Homo Faber
Der Begriff der „Montage" stammt aus der Filmkunst und bezeichnet ein Gestaltungsprinzip, mittels dessen die einzelnen Filmeinstellungen angeordnet werden. Hierbei ist nicht der Handlungs- oder zeitliche Verlauf für die Reihenfolge der Bildszenen verantwortlich, sondern es bestimmen andere Ordnungsprinzipien, z. B. die der Kontrastierung, der Wiederholung oder der Assoziation, wie diese aneinandergefügt werden. Entscheidend für die Montage ist, daß sich aus dem logischen Zusammenhang zwischen den Bilderfolgen die filmische Aussage ergibt.
Diese Form der Darstellungstechnik ist auf literarische Texte übertragen worden. Sie wird genutzt, um durch die fragmentarische Zusammenfügung von Textelementen und das Nebeneinanderstellen von Textsequenzen, die aufgrund der räumlichen, zeitlichen oder auch stilistischen und inhaltlichen Relationen nicht zusammengehörig sind, Diskontinuität, Verfremdung und überraschende Effekte zu erzielen sowie „assoziative Parallelen und Kontraste" herzustellen.
Für die Entwicklung des modernen Romans hat die Montagetechnik große Bedeutung erlangt, da sie mit der Zerstörung von Kontinuität und Kohärenz entscheidende Elemente der Moderne ermöglicht hat. Mit der Montage von stofflich und handlungslogisch nicht zusammengehörigen Textsequenzen wird die Offenheit und Unentschiedenheit der Textstruktur und -aussage zum gestalterischen Prinzip, zum ästhetischen Moment.
I. Die Planung: Dieses Kapitel erläutert die Rahmenbedingungen des Unterrichts, analysiert das Vorwissen der Schüler und entwickelt die didaktischen Lernziele sowie die methodischen Überlegungen für die Sequenz.
II. Die Durchführung: Hier wird der konkrete Unterrichtsverlauf über fünf Stunden hinweg detailliert dokumentiert, inklusive Planung, Reflexion und der Analyse der eingesetzten methodischen Schritte.
III. Reflexion: Der letzte Teil bewertet die erzielten Ergebnisse im Hinblick auf die gesetzten Lernziele und kritisiert die Unterrichtsorganisation hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Methodik.
Homo Faber, Max Frisch, Montagetechnik, Identitätskrise, Erzählstruktur, Literaturdidaktik, Rückblenden, Vorausdeutungen, Leistungskurs, Romananalyse, Zeitebenen, literarische Technik, moderne Literatur, narrative Struktur, Unterrichtsplanung
Die Arbeit behandelt die didaktische Planung und Umsetzung einer Unterrichtssequenz zum Roman "Homo Faber" von Max Frisch in der gymnasialen Oberstufe.
Im Mittelpunkt steht die Analyse der Montagetechnik im Roman und deren funktionale Verknüpfung mit der Identitätskrise des Protagonisten Walter Faber.
Das Ziel ist es, Schülern die Erkenntnis zu vermitteln, dass erzähltechnische Mittel wie Montage, Rückblenden und Vorausdeutungen kein Selbstzweck sind, sondern essenziell zur Darstellung der psychischen Verfassung und Identitätskrise der Hauptfigur beitragen.
Es wird eine fachdidaktische Analyse durchgeführt, die deduktive und induktive Unterrichtsverfahren kombiniert, um literarische Strukturen auf ihren inhaltlichen Gehalt hin zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse, die detaillierte Planung und Dokumentation der Unterrichtsstunden sowie eine kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweise.
Neben dem Roman selbst sind die Begriffe "Montagetechnik", "Identitätskrise", "Erzählstruktur" und "Literaturdidaktik" zentral für das Verständnis dieser Arbeit.
Der Autor arbeitet heraus, dass Rückblenden vor allem der psychologischen Motivierung und dem "Eindruck der Verwirrung" dienen, während Vorausdeutungen reflexive Ebenen der Erzählergegenwart schaffen, um Schicksal, Schuld und Zufall aus einer zeitlich distanzierten Perspektive zu erörtern.
Hanna fungiert als zentraler Bezugspunkt, der Faber hilft, die verschiedenen Zeitebenen (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) zu bündeln und somit am Ende seines Lebens eine Art "Existenzfindung" in der Gegenwart zu erreichen.
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