Bachelorarbeit, 2011
45 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Nationale Identität
3. Thai als nationales Konzept: Nation, Buddhismus und Monarchie
3.1 Nation
3.2 Buddhismus
3.3 Monarchie
4. Die Repräsentation von Thai im Museum of Siam
4.1 Das Museum of Siam
4.2 Die Ausstellung ´The Account of Thailand´
4.2.1 Suvarnabhumi wird Ayutthaya
4.2.2 Ayutthaya wird Siam
4.2.3 Siam wird Thailand
4.3 Eine elitäre Konstruktion des Eigenen
5. Fazit
6. Anlage 1: Museum of Siam, Fotos der Ausstellung `The Account of Thailand`
Die Arbeit untersucht, wie nationale Identität in Thailand durch staatlich gelenkte Medien, insbesondere am Beispiel des Museums of Siam, konstruiert und zur Legitimierung der herrschenden Eliten instrumentalisiert wird. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, welche Leitsymbole und historischen Mythen genutzt werden, um eine vermeintlich kontinuierliche nationale Identität zu erzeugen.
3. Thai als nationales Konzept: Nation, Buddhismus und Monarchie
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich in Siam, dem heutigen Thailand, der Nationalstaat als Ergebnis westlicher Kolonialpolitik, in der Auseinandersetzung mit den Kolonialmächten England und Frankreich, die ihre kolonialen Einflussgebiete immer weiter ausdehnten und Siam in die Zange nahmen. Der Druck aggressiver Kolonialpolitik, verbunden mit den Existenzängsten der herrschenden Eliten in Siam führte zu einer Anpassung der Staatsform, die dann allmählich mit nationalen Inhalten gefüllt wurde.
Während König Chulalonkorn die entscheidenden Strukturreformen durchführte, die Siam modernisierten und zu einem Nationalstaat der Form nach machten, blieben die Identifikationen weiterhin traditionell autoritär, regional und lokal ausgerichtet, und es entwickelte sich keine nationale Identität. Erst sein Sohn Vajiravudh, der von seinem vierzehnten Lebensjahr an neun Jahre lang in England militärische, geschichtliche und rechtliche Ausbildung erhielt, entwickelte als nachfolgender König Vorstellungen eines offiziellen Nationalismus. Er verband das traditionelle buddhistische Weltbild mit der westlichen Identitätsformel von Gott, König und Vaterland zu einer neuen Form von Thai-Identität, bestehend aus den Leitsymbolen chat, satsana, phra mahakasat, oder Nation, Buddhismus, Monarchie. Diese werden bis heute offiziell als die drei Säulen der Thai-Nation, ihre bestimmenden Identitätsmerkmale deklariert.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, wie nationale Identität in Thailand als Konstrukt der herrschenden Eliten fungiert, und stellt das Museum of Siam als Fallbeispiel vor.
2. Nationale Identität: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund von nationaler Identität als modernes Konzept zur Herrschaftslegitimation und Identitätsstiftung.
3. Thai als nationales Konzept: Nation, Buddhismus und Monarchie: Hier wird die historische Genese der drei Säulen Thai-Identität – Nation, Buddhismus und Monarchie – und deren Nutzung als politisches Instrument analysiert.
4. Die Repräsentation von Thai im Museum of Siam: Dieses Kapitel analysiert anhand der Ausstellung `The Account of Thailand`, wie Geschichte zielgerichtet als Mythos inszeniert wird, um Identität zu stiften.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Identitätskonstruktion in Thailand ein bewusstes Instrument der elitären Machtstabilisierung ist, das sich über staatlich kontrollierte Medien und Institutionen perpetuiert.
Thailand, Nationale Identität, Thai-Identität, Monarchie, Buddhismus, Nation, Museum of Siam, Geschichtskonstruktion, Suvarnabhumi, Medienpolitik, Herrschaftslegitimation, Nationalstaat, Eliten, Erinnerungskultur, Identitätsbildung.
Die Arbeit untersucht die Konstruktion nationaler Identität in Thailand und analysiert, wie diese gezielt durch staatliche Institutionen, insbesondere Museen, geformt und verbreitet wird.
Die zentralen Felder sind die Rolle der Monarchie, die Bedeutung des Buddhismus für die Staatsideologie und die geschichtspolitische Interpretation durch den Nationalstaat.
Die Arbeit fragt danach, wie Identität in Thailand konstruiert wird, welche Interessen dahinterstehen und in welcher Form diese Identität der Bevölkerung als verbindlich präsentiert wird.
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und kulturhistorische Analyse, die mit Literaturstudien und einer museologischen Untersuchung kombiniert wird.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den drei Säulen der Thai-Nation und der konkreten Analyse der Dauerausstellung im Museum of Siam.
Schlüsselbegriffe sind Identitätskonstruktion, Monarchie, Buddhismus, Nationalismus und staatliche Medienpolitik.
Das Museum nutzt Suvarnabhumi als mythisches "Goldenes Land", um eine jahrtausendealte kontinuierliche Geschichte Thailands zu suggerieren und nationale Einheit auf einem vermeintlichen Stammterritorium zu begründen.
Die Monarchie wird als zentrales Leitsymbol und Schöpfungskraft der Nation dargestellt, wobei sie durch sakrale Inszenierung über die normale Bevölkerung erhoben und als Garant für Stabilität und Moral positioniert wird.
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