Magisterarbeit, 2009
65 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1. Der historische Hintergrund zu Liudgers Gründungen Münster und Werden
1.2. Aufbau und Struktur der Arbeit
2. Vorstellung der verwendeten Quellen
2.1. Die „Vita sancti Liudgeri auctore Altfrido“
2.2. Die „Vita secunda sancti Liudgeri“
2.3. Die „Liudgeri Vita Gregorii Abbatis Traiectensis“
3. Liudgers Leben
4. Liudgers Missionstätigkeit vor den Gründungen Münster und Werden
4.1. Rahmenbedingungen und Missionsauftrag
4.2. Die beiden ersten Missionsaufträge in Friesland
4.3. Liudger als Missionsleiter über fünf friesische Gaue
4.4. Die Mission in Westfalen
5. Liudgers Klostergründungen
5.1. Die Gründung des Monasteriums in Mimigernaford
5.2. Die Gründung der Abtei Werden
6. Leistungen und Blütezeit der Abtei Werden im Frühmittelalter
6.1. Bibliothek und Scriptorium
6.2. Geistliches Leben
6.3. Werdener Urbar und Privileg
7. Die Funktionen von Münster und Werden im Sinne Liudgers
7.1. Münster
7.2. Werden
8. Bedeutende Aspekt von Liudgers Missionstätigkeit
8.1. Liudgers Auffassung von Mission
8.2. Liudgers Kritik am fränkischem Episkopat
9. Ein Rekurs auf die Dynastie der Liudgeriden
10. Fazit
11. Quellen und Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht die missionarische Tätigkeit des heiligen Liudger vor dem Hintergrund der politischen und religiösen Konflikte der Karolingerzeit. Im Fokus steht dabei die Analyse der Klostergründungen in Münster und Werden als zentrale Stützpunkte seines Wirkens und die Untersuchung von Liudgers Missionsauffassung im Vergleich zu zeitgenössischen Praktiken.
4.2. Die beiden ersten Missionsaufträge in Friesland
Nur kurze Zeit nach seiner Rückkehr aus York sah sich Liudger mit den Aufgaben eines Missionars konfrontiert. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt, kurz nach dem Tod seines Lehrers und Freundes Gregor, erst Diakon war, wurde er durch dessen Nachfolger Albrich mit seiner ersten, selbstständigen Missionsarbeit beauftragt. Abgesehen von der Suche nach den sterblichen Überresten seines Vorgängers Liafwin und der Bergung eines Schatzes, erscheint der Missionsauftrag, den Liudger gemeinsam mit seinen Begleitern in Deventer durchzuführen hatte recht unspektakulär. Trotz der nur sehr wenigen Zeilen, die Altfrid dieser Episode widmet, lassen sich hieraus der klar formulierte Auftrag so wie die üblichen missionarischen Handlungsweisen entnehmen:
„Darauf schickte Albrich den Liudger und mit ihm andere Diener Gottes, um die Tempel der Heidengötter zu zerstören und die Verehrung verschiedener Götzenbilder bei dem Volke der Friesen abzuschaffen. Diese befolgten den Befehl und brachten ihm einen großen Schatz mit zurück, den sie in den Tempeln gefunden hatten. Davon erhielt Kaiser Karl zwei Theile, den dritten befahl er Albrich, für sich selbst zu behalten.“
Unmittelbar nach seiner Priesterweihe erhielt Liudger seinen zweiten Missionsauftrag in Friesland. Als geweihter Priester arbeitete er in den folgenden sieben Jahren in einer als Ostergau bezeichneten Region Frieslands. Hier hatte auch Bonifazius gewirkt und den Märtyrertod erlitten. Zentraler Aspekt dieser zweiten Phase seiner Mission in Friesland waren Predigt und Bekehrung. In offensichtlich friedlicher Art und Weise gelang es ihm die dort ansässigen Menschen von der Anbetung heidnischer Götzenbilder abzubringen. Der unbekannte Verfasser der zweiten Vita berichtet hierzu:
„Liudger bleib also sieben Jahre lang in jenen Landstrichen des westlichen Frieslands. Unter Heiden und noch nicht bekehrten Christen mühte er sich mit ganzem Einsatz und verständiger Ausdauer ab, unterrichtete so ein neues Volk in demütiger Gläubigkeit, wie sich an seine wunderbaren Taten gerade jene Gemeinden bis heute erinnern, die er von den Götzenbildern bekehrte und christlichen Lebenswandel lehrte“
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext der Familie Liudgers inmitten der politischen und religiösen Unruhen der Karolingerzeit und skizziert den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Vorstellung der verwendeten Quellen: Bietet einen Überblick über die drei zentralen hagiographischen Texte sowie deren Entstehungshintergrund und Quellenwert.
3. Liudgers Leben: Zeichnet den biografischen Werdegang Liudgers nach, von seiner Geburt und Ausbildung in Utrecht und York bis hin zum Wirken als Missionar.
4. Liudgers Missionstätigkeit vor den Gründungen Münster und Werden: Analysiert die vier Phasen seiner frühen Missionstätigkeit unter wechselnden politischen Rahmenbedingungen in Friesland und Sachsen.
5. Liudgers Klostergründungen: Untersucht die Hintergründe und Gründungsvorgänge der Klöster Mimigernaford und Werden als essenzielle Missionsstützpunkte.
6. Leistungen und Blütezeit der Abtei Werden im Frühmittelalter: Beleuchtet die Entwicklung Werdens zu einem bedeutenden Bildungs- und Wirtschaftszentrum durch Scriptorium, Bibliothek und Privilegien.
7. Die Funktionen von Münster und Werden im Sinne Liudgers: Vergleicht die konzeptionellen Unterschiede beider Klöster und ihre Rollen innerhalb des Bistumsgefüges.
8. Bedeutende Aspekt von Liudgers Missionstätigkeit: Erläutert Liudgers Verständnis von Mission als friedliche Bekehrung im Gegensatz zur gewaltsamen Missionierung.
9. Ein Rekurs auf die Dynastie der Liudgeriden: Analysiert die familiäre Kontinuität bei der Leitung der Bistümer und Klöster durch die Verwandten Liudgers.
10. Fazit: Fasst die Bedeutung Liudgers als Missionar und Klostergründer zusammen und bewertet die Rolle seiner Gründungen für das Frankenreich.
Liudger, Missionierung, Karolingerzeit, Münster, Werden, Friesland, Sachsenmission, Altfrid, Liudgeriden, Benediktinerregel, Scriptorium, Bildungsreform, Eigenkloster, Kanoniker, Willibrord.
Die Magisterarbeit befasst sich mit dem Leben und Wirken des heiligen Liudger und analysiert seine Bedeutung als Missionar, Klostergründer und Bischof im 8. und 9. Jahrhundert.
Die Arbeit behandelt die Mission im Karolingerreich, die Rolle der Klöster als Stützpunkte des Glaubens und der Bildung sowie die Rolle der Dynastie der Liudgeriden innerhalb der fränkischen Kirche.
Das Ziel ist es, die Gründung der Klöster Münster und Werden in Bezug auf Liudgers Missionsauffassung und sein missionarisches Lebenskonzept zu untersuchen und zu bewerten.
Der Autor nutzt die quellenkritische Auswertung der zeitgenössischen hagiographischen Texte (Liudger-Viten) unter Berücksichtigung historischer und archäologischer Forschungsergebnisse.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Quellen, Liudgers Werdegang, eine detaillierte Analyse seiner Missionstätigkeit in Friesland und Sachsen sowie die spezifische Betrachtung der Klostergründungen.
Wichtige Schlagworte sind Liudger, Sachsenmission, Mimigernaford (Münster), Abtei Werden, Scriptorium, Liudgeriden und Missionsauffassung.
Werden fungierte nicht nur als Memorialkloster für die Familie, sondern vor allem als geistiges Bildungszentrum und wirtschaftliche Absicherung innerhalb der Missionsgebiete.
Im Gegensatz zur Gewaltmission der Franken legte Liudger Wert auf eine friedliche Missionierung, die auf Unterweisung, Bildung und innerer Bekehrung vor der Taufe basierte.
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