Bachelorarbeit, 2011
70 Seiten, Note: 2,0
I. Einführung
II. Typologie der Libationsvorrichtungen
A. Libationsröhren
B. Libationsöffnungen
III. Der architektonische Zusammenhang von Grab, Libationsvorrichtung und weiteren dem Grabkult dienenden Einbauten
A. Die Installation der Libationsvorrichtungen im Grab
B. Die Verbindung der Libationsvorrichtungen mit den architektonischen Einbauten für das Convivium funebre
C. Weitere kultische Einbauten in Gräbern mit Libationsvorrichtungen
D. Kultausübung an Gräbern ohne nachweisbare Libationsvorrichtungen am Beispiel der Nekropolen im Vatikan
IV. Chronologie
A. Der Libationskult in Griechenland und Etrurien
B. Die chronologische Verteilung der Libationsvorrichtungen in römischen Nekropolen
V. Funktion der Libationsvorrichtungen im Rahmen der Kultausübung
A. Funktion der Libation innerhalb der Kultausübung
1. Libation im Rahmen öffentlicher Gedenktage
2. Libation beim persönlichen Totengedenken
B. Funktion der Libationsvorrichtungen
VI. Fazit
VII. Anhang A: Katalog der Gräber mit nachweisbaren Libationsvorrichtungen
A. Nekropolen im Vatikan
1. Nekropole unter dem Petersdom
2. Nekropolen an der Via Triumphalis
B. Nekropolen in Ostia
1. Nekropole an der Porta Romana
2. Nekropole an der Via Laurentina
C. Nekropole in Portus - Die Isola Sacra
D. Nekropolen in Pompeji
1. Nekropole an der Porta Ercolano
2. Nekropole an der Porta Nocera
Die vorliegende Arbeit untersucht das archäologische Phänomen von Libationsvorrichtungen in römischen Gräbern. Das primäre Ziel ist es, diese Vorrichtungen typologisch zu klassifizieren, ihren architektonischen Kontext zu bestimmen, ihre chronologische Einordnung zu prüfen und ihre spezifische Funktion innerhalb des römischen Totenkults zu klären.
II. Typologie der Libationsvorrichtungen
Beim Lesen der Beschreibungen der verschiedenen Grabstätten ist mir sofort eines aufgefallen: Es war entweder die Rede von „Röhren“, die in die jeweilige Grablegung führen, oder von „Öffnungen“ (in einigen Fällen von „Löchern“2) in Böden bzw. Platten oberhalb der Grablegungen, durch welche die Trankopfer gegossen wurden. Man kann also die Vorrichtungen, die in die Gräber zum Zwecke der Libationsdarbringung installiert worden sind, in zwei Kategorien einteilen: zum einen die Libationsröhren, zum anderen die Libationsöffnungen.
A. Libationsröhren
Die Libationsröhren können zum einen einfache Tonröhren sein, die in den meisten Fällen direkt in die Urnen bzw. Körpergräber führen3. Ein eindrucksvolles Beispiel für eine solche Libationsröhre ist A16, ein Körpergrab aus der Nekropole unter dem Autoparco im Vatikan, wo gleich drei ineinandergesteckte Röhren dafür sorgen sollen, dass die Trankopfer den Bestatteten erreichen. Die „griechische“ Urne aus A19 zeigt sehr schön die Verbindung einer Libationsröhre mit einer Urne.
Besonders häufig werden Amphoren (ganze oder nur die Hälse) als Libationsröhren verwendet. Dies geschieht vor allem bei den einfachen Erdbestattungen der Armen, wo die Röhren auch gleichzeitig die Grabstelle markieren (z.B. A35, A46). Doch auch in Grabbauten wurden Amphoren als Röhren verwendet, wie A43 zeigt. In einem Fall (A14) diente eine Urne als Libationsröhre.
I. Einführung: Diese Einleitung stellt das bisher vernachlässigte Phänomen der Libationsvorrichtungen in römischen Nekropolen vor und definiert die leitenden Forschungsfragen zur Typologie, Chronologie und Funktion.
II. Typologie der Libationsvorrichtungen: Das Kapitel kategorisiert die gefundenen Vorrichtungen in Libationsröhren und Libationsöffnungen und gibt Beispiele für deren materielle Ausführung.
III. Der architektonische Zusammenhang von Grab, Libationsvorrichtung und weiteren dem Grabkult dienenden Einbauten: Hier wird untersucht, wie die Vorrichtungen in die Grabarchitektur integriert wurden und in welchem Verhältnis sie zu anderen Kultobjekten wie Triklinien, Altären oder Ädikulen stehen.
IV. Chronologie: Dieses Kapitel vergleicht die römische Libationspraxis mit griechischen und etruskischen Vorbildern und bestimmt den zeitlichen Rahmen ihres Auftretens in den untersuchten römischen Nekropolen.
V. Funktion der Libationsvorrichtungen im Rahmen der Kultausübung: Das Kapitel analysiert die Bedeutung der Libation als rituelles Handeln für die Hinterbliebenen und folgert, dass die Vorrichtungen primär dazu dienten, einen direkten Zugang zu den Grablegungen für Trankopfer zu schaffen.
VI. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die soziale Komponente sowie die zeitliche Übereinstimmung mit anderen sepulkralen Banketteinrichtungen hervor.
Libationsvorrichtungen, Libationsröhren, Libationsöffnungen, römische Nekropolen, Totenkult, Trankopfer, Convivium funebre, Grabarchitektur, Bestattungsriten, Vatikan, Porta Nocera, Antike, Archäologie, Libation, Grabkultur.
Die Arbeit untersucht archäologische Vorrichtungen in römischen Gräbern, die dazu dienten, Trankopfer (Libationen) direkt an die Verstorbenen heranzuführen.
Die Hauptfelder umfassen die typologische Einordnung der Vorrichtungen, ihren architektonischen Einbau in unterschiedliche Grabtypen sowie die Analyse ihrer Funktion im Kontext römischer Totenrituale.
Ziel ist es, die bisher in der Forschung wenig beachteten Libationsvorrichtungen systematisch zu erfassen, ihren Nutzen zu klären und ihren chronologischen sowie sozialen Kontext in römischen Nekropolen zu bestimmen.
Die Arbeit basiert auf der Durchsicht und Katalogisierung von Grabungsberichten verschiedener Nekropolen, insbesondere im Vatikan, in Ostia, Portus und Pompeji, kombiniert mit einer vergleichenden Analyse der Grabarchitektur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine typologische Bestimmung, eine Untersuchung der Integration in Grabbauten sowie eine chronologische und funktionale Deutung, inklusive eines umfangreichen Katalogteils.
Libationsvorrichtungen, Totenkult, Convivium funebre, römische Grabarchitektur und archäologische Funde aus Nekropolen sind die zentralen Begriffe.
Die Autorin stellt fest, dass beide Einrichtungen in der römischen Kaiserzeit gleichzeitig auftreten, was auf einen ideellen Zusammenhang in der Kultausübung hindeutet, auch wenn sie sich nicht in jedem einzelnen Grab gegenseitig bedingen.
Aufgrund von Erdrutschen und späteren Überbauungen weist diese Nekropole einen außergewöhnlich guten Erhaltungszustand auf, wobei viele Befunde "in situ" dokumentiert wurden, was sie zu einem idealen Beispiel für die Analyse macht.
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