Masterarbeit, 2011
102 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Fragestellung und theoretischer Rahmen
1.3 Variablen und These
1.4 Methoden
1.5 Struktur der Masterarbeit
2. Das Konzept des Begriffes der politischen Identität in der Politikwissenschaft
2.1 Die Einschränkungen des Begriffes der politischen Identität
2.2 Vier Basisstrukturen der politischen Identität
3. Das Konstrukt der politischen Identität im postsowjetischen Russland
3.1 Die Vorstellung der politischen Gesellschaft
3.2 Die Markierung der Grenzen
3.3 Die Aktualisierung des Anderen
3.4 Die Interpretation der Vergangenheit
4. Historische Herkunft der Elementen der politischen Identität im postsowjetischen Russland
4.1 Zaristische Identitätselemente
4.2 Sowjetische Identitätselemente
4.3 Europäische Identitätselemente
5. Die Selbstwahrnehmung eigener politischen Identität im postsowjetischen Russland
5.1 Die Interviewergebnisse zum Russlandbezug
5.2 Die Interviewergebnisse zum Europabezug
6. Die Identitätselemente im postsowjetischen Russland und Europabezug des Landes
6.1 Die Entwicklung des Verhältnisses zu Europa im postsowjetischen Russland
6.2 Die Kompatibilität der Identitätselemente im postsowjetischen Russland mit den europäischen Grundwerten
7. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie der Wandel der politischen Identität im postsowjetischen Russland den Europabezug des Landes beeinflusst. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die Identitätskonstruktion, die maßgeblich durch eine Abgrenzung zu Europa geprägt ist, die zivilisatorische Zugehörigkeit Russlands zu Europa behindert.
3.1 Die Vorstellung der politischen Gesellschaft
Die erste Basisstruktur der politischen Identität ist die Vorstellung von der politischen Gesellschaft. Sie besteht aus drei Identitätselementen: Staatsnation, Liberalismus und Marktwirtschaft. Alle drei Elemente wurden in Russland in den 90er-Jahren direkt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion implementiert. Die neue Marktwirtschaft sollte die sowjetische Planwirtschaft ablösen. Der Liberalismus löste das totalitäre Regime ab und die Idee der Staatsnation sollte die ethnischen Auseinandersetzungen im neu entstandenen Vielvölkerstaat Russland abmildern.
Die Staatsnation
Russland konnte bei der Identitätsbildung nicht auf die Akzentuierung der ethnischen Komponente setzen, wie es die meisten anderen postsowjetischen Staaten getan haben. Der Grund besteht darin, dass Russland ein Vielvölkerstaat mit einer komplizierten föderalen Struktur ist. Die Vorstellung von der politischen Gesellschaft sollte allen Volksgruppen des Landes gerecht werden und die Idee der Zugehörigkeit zu einer Staatsnation vermitteln. Dafür musste eine neue Grundlage geschaffen werden.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der russischen Identitätsfindung und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Das Konzept des Begriffes der politischen Identität in der Politikwissenschaft: Definition und Operationalisierung des Identitätsbegriffs anhand von Basisstrukturen.
3. Das Konstrukt der politischen Identität im postsowjetischen Russland: Analyse der Umsetzung von Identitätselementen in einem krisengeprägten Umfeld.
4. Historische Herkunft der Elementen der politischen Identität im postsowjetischen Russland: Kategorisierung der Identitätselemente in zaristische, sowjetische und europäische Quellen.
5. Die Selbstwahrnehmung eigener politischen Identität im postsowjetischen Russland: Qualitative Auswertung der Interviews hinsichtlich der Identifikation der jungen Generation.
6. Die Identitätselemente im postsowjetischen Russland und Europabezug des Landes: Prüfung der Kompatibilität und historische Nachzeichnung des Verhältnisses zu Europa.
7. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der zugrunde liegenden These.
Politische Identität, Russland, Europabezug, Post-Sowjetraum, Staatsnation, Liberalismus, Marktwirtschaft, Großmacht, kollektive Identität, Selbstwahrnehmung, narrative Interviews, zivilisatorische Zugehörigkeit, Patriotismus, russische Orthodoxie, Identitätskonstruktion
Die Arbeit untersucht den Wandel der politischen Identität im postsowjetischen Russland und dessen Auswirkungen auf das Verhältnis und die Wahrnehmung Russlands gegenüber Europa.
Die zentralen Felder umfassen die Identitätskonstruktion durch historische Elemente (zaristisch, sowjetisch), die Selbstwahrnehmung der jungen Generation sowie die Vereinbarkeit russischer Werte mit europäischen Grundwerten.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich der Wandel der politischen Identität im postsowjetischen Russland auf den Europabezug des Landes auswirkt und ob dieser Wandel die Integration Russlands in europäische Strukturen beeinflusst.
Die Forschung basiert auf einer deskriptiven Literaturanalyse zur Identitätskonzeption sowie auf empirischen, narrativen Interviews mit zehn jungen Russen, um deren Selbstwahrnehmung zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Operationalisierung politischer Identität, die historische Herkunft dieser Elemente, die Analyse der Interviewergebnisse sowie die Untersuchung der Kompatibilität dieser Elemente mit europäischen Werten.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Politische Identität, Europabezug, Staatsnation, kollektive Identität und die Wahrnehmung Europas als "der Andere".
Die Autorin unterscheidet diese Begriffe, um zwischen der ethnischen Herkunft (Russe) und der staatsbürgerlichen Zugehörigkeit im multiethnischen Vielvölkerstaat (Russländer) zu differenzieren.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass Russland die politische Identität maßgeblich über eine Abgrenzung zu Europa als "der Andere" konstruiert, was eine echte zivilisatorische Integration in Europa erschwert.
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