Magisterarbeit, 2011
125 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Ziel und Fragestellung
1.3 Verlauf der Untersuchung
1.4 Literaturlage
2 Theorie ausländischer Direktinvestitionen
2.1 Begriffe und Abgrenzung
2.2 Kategorisierung und Motivation der Unternehmen
2.3 Das „Eklektische Paradigma“ und der „Investment Development Path“
2.4 Das „Uppsala-Modell“ der Internationalisierung
2.5 „Born Globals“ und die „Latecomer Theory“
3 Ausländische Direktinvestitionen aus Entwicklungs- und Schwellenländern
3.1 Die Entwicklung von FDI aus Entwicklungs- und Schwellenländern
3.2 Die veränderten Rahmenbedingungen für Emerging-Market-FDI
3.3 Geographische Verteilung und die Motive der Unternehmen
3.4 Die Wirkung auf „Host“-Staaten unter Berücksichtigung der Markteintrittsstrategie
4 Indiens Weg auf den Weltmarkt
4.1 Der lange Weg zur Wirtschaftsmacht
4.2 Indiens Rolle in der Weltwirtschaft
4.3 Theorie und Wirklichkeit ausländischer Direktinvestitionen – ist Indien „on track“?
4.4 Geographische und sektorale Verteilung indischer Outward-FDI
4.5 Einfluss der Rahmenbedingungen und Motive der Unternehmen
5 Indische FDI in Deutschland
5.1 Methodischer Ansatz
5.2 Literaturüberblick
5.3 Quantitative Bestandsaufnahme
5.3.1 Die deutsch-indische Handelsbilanz
5.3.2 Die FDI-Daten der Bundesbank
5.3.3 Indische Unternehmen in der Amadeus-Datenbank
5.3.4 Weitere statistische Quellen
5.3.5 Beschäftigung
5.4 Qualitative Untersuchung
5.4.1 Allgemeine Entwicklung und Potenzial
5.4.2 Klassifikation nach Branchen, Unternehmensgrößen und internationaler Erfahrung
5.4.3 Motivation und Investitionsart
5.4.4 Standortfaktoren Deutschlands
5.4.5 Wirkung auf den Wirtschaftsstandort Deutschland
5.4.6 Informationsstand und Networking indischer Unternehmer
5.5 Unternehmensbeispiele
5.5.1 Infosys Technologies
5.5.2 CDP Bharat Forge
5.5.3 BSV BioScience
5.6 Typisierung indischer Unternehmen
5.6.1 Merkmale
5.6.2 Wirkung
6 Indische Investitionen als Chance für Deutschland?
6.1 Die Chancen
6.2 Die Relevanz der Risiken
6.3 Herausforderungen
7 Fazit
Die Arbeit analysiert die zunehmenden ausländischen Direktinvestitionen indischer Unternehmen in Deutschland, um zu klären, ob diese eine Chance oder ein Risiko für den Wirtschaftsstandort darstellen. Dabei werden die Motive der Unternehmen, ihre Investitionsstrategien sowie die Auswirkungen auf den deutschen Markt untersucht.
Die Bedeutung der Institutionen
Einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der indischen Direktinvestitionen hatte in der Vergangenheit der Staat. Vor Beginn des Liberalisierungsprozesses gab es ein äußerst restriktives FDI-Regime mit wenig Spielraum für Unternehmen, FDI im Ausland zu tätigen. Der Abfluss von Kapital und Know-how sollte durch bürokratische Hürden so weit wie möglich verhindert werden. Die wenigen vorhandenen OFDI waren politisch motiviert und dienten hauptsächlich dazu, andere Entwicklungs- und Schwellenländern im Industrialisierungsprozess zu unterstützen. Sie erfolgten meist regional (siehe auch Abbildung 14), im sekundären Sektor und als Minderheitsbeteiligungen im Rahmen von Joint Ventures (Pradhan 2008a, S. 176f; Hansen 2008, S. 20; Athukorala 2009, S. 137).
Erst in den 1990er Jahren begann sich diese restriktive Haltung der Regierung zu wandeln und OFDI wurden stärker als Maßnahme zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit indischer Unternehmen gesehen. 2003 schließlich fielen die letzten großen bürokratischen Hürden, insbesondere das Verbot der OFDI-Finanzierung durch Bankkredite. Damit war der Weg zur Steigerung indischer OFDI, die durch den Investitionsstau der vorangegangenen Jahre besonders stark ausfiel, geebnet (Pradhan 2008a, S. 183f; Hansen 2008, S. 20; Hansen 2010, S. 41; New Economist 2006; Singh 2009, S. 14f).
Der Zeitpunkt der massiven Steigerung indischer FDI und damit auch die dem IDP-Modell entgegenstehende Parallelität des Wachstums von Inward- und Outward-FDI lässt sich also zu einem großen Teil anhand der institutionellen Rahmenbedingungen erklären36. Dies gilt jedoch nicht für die grundsätzliche Motivation indischer Unternehmen ins Ausland zu expandieren. Denn im Vergleich zu Investitionen aus anderen Emerging Markets, wie etwa China oder Russland, sind indische FDI i.d.R. privatwirtschaftlich motiviert und erfolgen nicht auf Initiative des Staates. Dieser unterstützt OFDI nun zwar durch das Verhandeln von Bilateral Investment Treaties (BITs) und macht Informations- und Beratungsangebote für potenzielle Investoren – tritt selbst aber nur in Ausnahmefällen, etwa zur Rohstoffsi 36Einige Autoren sprechen von der „India Inc. country-specific theory“ (Hansen 2010, S. 39ff).
1 Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Untersuchung, indem sie das Phänomen wachsender indischer FDI im Kontext der Globalisierung einordnet und die Forschungsfrage zur Chance für Deutschland stellt.
2 Theorie ausländischer Direktinvestitionen: Das Kapitel bietet eine theoretische Grundlage, erläutert FDI-Begriffe, Motive und wichtige Modelle wie das Eklektische Paradigma und das Uppsala-Modell.
3 Ausländische Direktinvestitionen aus Entwicklungs- und Schwellenländern: Hier wird der Fokus auf FDI aus aufstrebenden Märkten, insbesondere den BRIC-Staaten, und deren veränderte Rahmenbedingungen gelegt.
4 Indiens Weg auf den Weltmarkt: Dieses Kapitel beschreibt die indische Wirtschaftsgeschichte, die heutige Rolle im Welthandel und die Faktoren, die indische Unternehmen zur Auslandsexpansion treiben.
5 Indische FDI in Deutschland: Der Hauptteil der Arbeit, der eine quantitative und qualitative Untersuchung der Investitionsaktivitäten indischer Firmen am Standort Deutschland vornimmt.
6 Indische Investitionen als Chance für Deutschland?: Eine zusammenfassende Diskussion der Chancen, Risiken und Herausforderungen, die sich aus dem Engagement indischer Firmen ergeben.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen indischer FDI in Deutschland abschließend.
Indien, Deutschland, Ausländische Direktinvestitionen, FDI, Globalisierung, Markteintritt, Internationalisierung, Schwellenländer, Wirtschaft, Investitionsmotiven, Unternehmensstrategien, Außenwirtschaft, IT-Branche, Automobilindustrie, Wirtschaftsförderung
Die Magisterarbeit untersucht das Phänomen der zunehmenden ausländischen Direktinvestitionen durch indische Unternehmen am Wirtschaftsstandort Deutschland.
Zentral sind die theoretischen Erklärungsansätze für FDI, die wirtschaftliche Entwicklung Indiens, sowie die empirische Analyse indischer Investitionsaktivitäten in deutschen Unternehmen.
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob indische Direktinvestitionen für den Standort Deutschland eher Chancen als Risiken bergen und welche Faktoren dieses Engagement beeinflussen.
Die Arbeit nutzt einen kombinierten Ansatz: Eine Literaturanalyse, eine quantitative statistische Auswertung sowie einen qualitativen Teil bestehend aus leitfadengestützten Experteninterviews.
Im Hauptteil (Kapitel 5) erfolgt eine detaillierte quantitative Bestandsaufnahme sowie eine qualitative Untersuchung durch Experteninterviews, unterteilt in Branchen, Motivation und Auswirkungen.
Wichtige Begriffe sind Indien, Deutschland, ausländische Direktinvestitionen, FDI, Globalisierung, Markteintritt und internationale Unternehmensstrategien.
Die Arbeit identifiziert zwei Haupttypen: Typ A (IT-Dienstleister, oft durch Neuansiedlung) und Typ B (Produzierendes Gewerbe, oft durch Übernahme/Akquisition).
Akquisitionen werden oft genutzt, um Zugang zu Technologie, Markenrechten und Märkten zu erhalten, besonders bei Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.
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