Bachelorarbeit, 2011
35 Seiten, Note: 2.0
1 Einleitung
2 Schreiben nach Auschwitz
2.1 Adorno und sein Diktum gegen das Schreiben nach Auschwitz
2.2 Das historische Schreiben – der einzig angemessene Weg, den Holocaust zu literarisieren?
3 Literatur nach Auschwitz
3.1 Die Memoiren – Ein Überlebender erinnert: Ralph Giordanos Erinnerungen eines Davongekommenen
3.1.1 Erinnerungen als Zeugnis - Die Faktizität von Memoiren
3.1.2 Die Erinnerungen eines Davongekommenen
3.2 Der Roman – Der Holocaust in der Belletristik: John Boynes Der Junge im gestreiften Pyjama
3.2.1 Die Kritik am Roman
3.2.2 Bewertung des Romans hinsichtlich seiner Kritikpunkte
3.3 Graphic Novel – Der Holocaust als Comic: Art Spiegelmans MAUS
3.3.1 Die Gattung des Comics – dem Holocaust angemessen?
3.3.2 Die Tiermetapher
3.3.3 MAUS – fiktional oder non-fiktional?
4 Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der literarischen Darstellung des Holocaust anhand dreier ausgewählter Werke. Ziel ist es, unter Einbeziehung von Adornos Diktum zur Unmöglichkeit der Literatur nach Auschwitz zu beurteilen, ob und unter welchen Bedingungen eine angemessene literarische Auseinandersetzung mit dem Holocaust möglich ist, ohne dabei das historische Grauen zu trivialisieren.
Die Gattung des Comics – dem Holocaust angemessen?
Obwohl MAUS von Kritikern zumeist in den höchsten Tönen gelobt wurde und Spiegelman sogar den Pulitzerpreis dafür erhalten hat, war es doch zunächst überraschend, dass es nach den vielen Literarisierungen des Holocaust nun auch einen Cartoon über eben diesen gab. Ob Adorno diese Gattung als der Shoah angemessen gehalten hätte, bleibt zu bezweifeln. Nichtsdestotrotz möchte ich in diesem Kapitel herausstellen, dass Spiegelman’s MAUS sich dem Thema in durchaus adäquater Weise genähert hat.
Für Spiegelman selbst war es selbstverständlich, dass er die Geschichte seiner Familie in einem Comic darstellen würde. An dieser Kunstform war er schon immer interessiert und brachte darüber hinaus eine Comiczeitschrift heraus. (vgl. Brown, 91 und Young, 670). Was für ihn selbstverständlich war, war für viele andere allerdings erst einmal gewöhnungsbedürftig. Besonders im Zusammenhang mit der Tiermetapher, die ich im folgenden Kapitel behandele, kamen Zweifel auf, ob es so überhaupt möglich war, den Holocaust nicht nur angemessen, sondern auch realistisch abzubilden.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der literarischen Holocaust-Darstellung sowie Vorstellung des Erkenntnisinteresses und der gewählten Primärwerke.
2 Schreiben nach Auschwitz: Auseinandersetzung mit Adornos Diktum über die vermeintliche Unmöglichkeit von Literatur nach dem Holocaust und die Frage nach dem angemessenen historischen Schreiben.
3 Literatur nach Auschwitz: Detaillierte Analyse und Bewertung der gewählten Werke: Ralph Giordanos Memoiren, John Boynes Roman und Art Spiegelmans Graphic Novel.
4 Schluss: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der Legitimität und Angemessenheit literarischer Holocaust-Darstellungen.
Holocaust, Literatur, Adorno, Auschwitz, Zeitzeugen, Memoiren, fiktionaler Roman, Graphic Novel, Spiegelman, Giordano, Boyne, Repräsentation, Erinnerungskultur, Zeitgeschichte, Shoah.
Die Hausarbeit untersucht die moralische und ästhetische Vertretbarkeit, den Holocaust literarisch zu verarbeiten, unter besonderer Berücksichtigung der Spannung zwischen historischer Faktizität und künstlerischer Freiheit.
Zentral sind die Frage nach der Darstellbarkeit des Holocaust, die Authentizität von Zeitzeugenberichten sowie die Legitimität fiktionaler Ansätze in Romanen und Comics.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die gewählten Werke (Memoiren, Roman, Graphic Novel) den Holocaust angemessen darstellen können, ohne das Grauen zu verharmlosen oder zu instrumentalisieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze (u.a. Adorno) mit der Untersuchung spezifischer Primärtexte und deren medialer Besonderheiten verknüpft.
Im Hauptteil werden drei spezifische Werke – Ralph Giordanos Erinnerungen, John Boynes Roman und Art Spiegelmans MAUS – kritisch analysiert und unter Einbeziehung von Fachliteratur bewertet.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Holocaust-Literatur, Repräsentation, Zeitzeugenschaft, Fiktionalisierung und ethische Verantwortung definiert.
Die Tiermetapher wird als bewusste künstlerische Entscheidung gewertet, die dem Autor Distanz zur traumatischen Familiengeschichte ermöglicht und zugleich auf die dehumanisierenden Mechanismen der NS-Ideologie verweist.
Die Untersuchung dient dazu, aufzuzeigen, wie fiktionale Literatur trotz historischer Ungenauigkeiten durch eine kindliche Perspektive neue Zugänge zum Holocaust eröffnen und eine breitere Leserschaft sensibilisieren kann.
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