Magisterarbeit, 2011
130 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. Hintergründe
1. 1. Ein Roman als konkrete Lebenshilfe – Eine Entdeckung
1. 2. Warum eine Verfilmung des Romans?
1. 3. Geschichtsschreibung mit Hilfe des Films
2. Der Roman „Berlin Alexanderplatz“
2. 1. 1. Von der Entlassung bis zur ersten Station – Der Vertrauensbruch
2. 1. 2. Flucht in den Alkoholismus – ein zweiter Neuanfang
2. 1. 3. Die 3. Station - Eine schicksalhafte Begegnung – Verlust des Armes
2. 1. 4. Krankheit am Körper – Genesung
2. 1. 5. Ein drittes neues Leben
2. 1. 6. Der Untergang
2. 1. 7. Das Ende
3. Exkurs – Vom Für und Wider der Literaturverfilmung
3. 1. Zusammenprall zweier Medien
3. 2. Vorgehen
4. Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“
4. 1. Arbeitsweise
4. 2. Stilistik
4. 2. 1. Aufbau
4. 2. 2. Ein Großstadtroman wird Großstadtfilm
4. 3. Im Spannungsfeld Hollywoodmelodram – Nouvelle Vague
4. 3. 1. Bildsprache
4. 3. 2. Licht
4. 3. 3. Ton
5. Die Filme Fassbinders als endlose Variation des Romans „Berlin Alexanderplatz“
5. 1. Versuch einer Systematisierung
6. Analyse eines tragischen Helden – Franz Biberkopf
6. 1. „Händler der vier Jahreszeiten“
6. 2. „In einem Jahr mit 13 Monden“
7. Analyse der Reinhold-Figur
7. 1. „Satansbraten“
7. 2. „Martha“
8. Die heilige Nutte
8. 1. „Lola“
9. Analyse von Gruppendynamiken
9. 1. „Chinesisches Roulette“
10. Fazit
Die Magisterarbeit untersucht, inwiefern die Filme Rainer Werner Fassbinders als eine endlose Variation des Romans „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin verstanden werden können. Das zentrale Ziel ist es, die inhaltlichen, ästhetischen und methodischen Parallelen zwischen Döblins literarischer Vorlage und Fassbinders filmischem Werk aufzuzeigen, wobei insbesondere untersucht wird, wie Fassbinder die Romanmotive in seine eigene filmische Handschrift übersetzt.
1. 1. Ein Roman als konkrete Lebenshilfe – Eine Entdeckung
„Vor zwanzig Jahren etwa, ich war gerade vierzehn, [...] begegnete ich [...] Alfred Döblins Roman 'Berlin Alexanderplatz'. Zunächst [...] hat mich das Buch überhaupt angeturnt [...]. Im Gegenteil, die ersten Seiten, [...] haben mich doch so trostlos gelangweilt, daß ich das Buch beiseite gelegt [...] und dann auch mit ziemlicher Sicherheit nie mehr gelesen hätte. Merkwürdig! Ich hätte nicht nur eine der aufregendsten und spannendsten Berührungen mit einem Kunstwerk verpaßt, nein, [...] auch mein Leben, gewiß nicht im Ganzen, aber doch in [...] vielleicht anders verlaufen, als es mit Döblins 'Berlin Alexanderplatz' im Kopf, [...] im Körper als Ganzes und in der Seele, [...] verlaufen ist.“
Ob Fassbinder diesen Roman bewegend fand, weil er zentrale Fragen enthält, die auch in seiner Lebenswirklichkeit aufkamen, oder ob die Probleme, die Fassbinders Leben und Werk durchzogen, selektiv aufgekommen sind, weil er sich derartig stark mit „Berlin Alexanderplatz“ identifizierte, spielt an dieser Stelle eine untergeordnete Rolle. Interessant ist hingegen, dass ihm rückblickend selbst bewusst war, dass dieses Buch einen großen Einfluss auf seine Filme, Theaterstücke und Texte hatte.
Achim Haag spricht davon, dass Fassbinder das Medium Film als „Verdopplung des eigenen Subjekts“ verwendete, indem er Teile seiner eigenen Persönlichkeit auf die dargestellten Figuren projiziere.
0. Einleitung: Einführung in die thematische Relevanz von Döblins „Berlin Alexanderplatz“ für Fassbinders künstlerische Entwicklung und die methodische Herangehensweise der Arbeit.
1. Hintergründe: Untersuchung der biographischen Parallelen zwischen Alfred Döblin und Rainer Werner Fassbinder sowie der Stellenwert des Romans als Inspirationsquelle.
2. Der Roman „Berlin Alexanderplatz“: Detaillierte Analyse des Romans, seiner zeitgeschichtlichen Einordnung und der zentralen Erzählstruktur.
3. Exkurs – Vom Für und Wider der Literaturverfilmung: Theoretische Auseinandersetzung mit der Problematik und den Möglichkeiten der Adaption von Literatur in das Medium Film.
4. Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“: Untersuchung der spezifischen Arbeitsweise, Stilistik und der filmischen Umsetzung der Romanvorlage durch Fassbinder.
5. Die Filme Fassbinders als endlose Variation des Romans „Berlin Alexanderplatz“: Systematisierung von Fassbinders Gesamtwerk anhand von Kategorien, die in Bezug zum Roman stehen.
6. Analyse eines tragischen Helden – Franz Biberkopf: Betrachtung der Biberkopf-Figur als Archetyp in verschiedenen Filmen wie „Händler der vier Jahreszeiten“ und „In einem Jahr mit 13 Monden“.
7. Analyse der Reinhold-Figur: Untersuchung der sadistischen Unterdrücker-Figur am Beispiel von „Satansbraten“ und „Martha“.
8. Die heilige Nutte: Analyse des wiederkehrenden Frauenbildes der „Heiligen Hure“ in Filmen wie „Lola“.
9. Analyse von Gruppendynamiken: Auseinandersetzung mit der Darstellung gesellschaftlicher Machtstrukturen, beispielhaft dargestellt an „Chinesisches Roulette“.
10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass Fassbinders Filme eine Variation von „Berlin Alexanderplatz“ darstellen.
Rainer Werner Fassbinder, Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz, Literaturverfilmung, Intertextualität, Psychoanalyse, Franz Biberkopf, Reinhold, Gesellschaftskritik, Filmästhetik, Montage, Machtverhältnisse, Identität, Rollenbilder, Neue Deutsche Film.
Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Wirkung von Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ auf das gesamte filmische Schaffen von Rainer Werner Fassbinder.
Zentrale Themen sind die literarische Adaption, die Ästhetik des Fassbinder-Films, die Darstellung von Machtstrukturen, psychoanalytische Ansätze in der Charakterzeichnung und die biographischen sowie künstlerischen Parallelen zwischen den beiden Autoren.
Das Ziel ist der Nachweis, dass Fassbinders Filme eine fortlaufende Variation der Themen und Motive aus „Berlin Alexanderplatz“ darstellen.
Die Arbeit nutzt einen strukturalistischen Ansatz, um Fassbinders Filme in Kategorien zu ordnen und anhand von repräsentativen Beispielen die intertextuellen Bezüge zu Döblins Roman zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Romanvorlage, eine theoretische Einordnung der Literaturverfilmung, eine detaillierte Betrachtung von Fassbinders Adaption von „Berlin Alexanderplatz“ und eine Untersuchung einzelner Figurenkonstellationen in weiteren Filmen.
Begriffe wie Intertextualität, Variation, Filmästhetik, Machtdynamik und Adaption beschreiben den theoretischen Kern der Arbeit am präzisesten.
Die Arbeit zeigt auf, dass beide Autoren durch ähnliche Erfahrungen geprägt waren, wie etwa eine schwierige familiäre Herkunft und das Gefühl des Außenseitertums, was sich in der Konzeption ihrer Figuren widerspiegelt.
Die Figur des Reinhold wird als sadistischer Unterdrücker identifiziert, dessen Charakterzüge und Machtausübung in vielen von Fassbinders Filmen, etwa in „Satansbraten“, wiederkehren.
Fassbinder nutzt eine künstliche Bildästhetik, Lichtführung und Raumkomposition (oft an Theaterkulissen angelehnt), um die innere Beklommenheit und die Abhängigkeitsverhältnisse seiner Protagonisten zu visualisieren.
Der Film wird als Beispiel für die Analyse von Gruppendynamiken und Familienstrukturen herangezogen, in denen Machtspiele und Rollentausch als soziale Mechanismen entlarvt werden.
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