Diplomarbeit, 2010
82 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Abgrenzung des Themas und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Verteilnetze in Deutschland
2.1 Definition und historische Entwicklung
2.2 Funktionale und organisatorische Einordnung in das Gesamtsystem der Stromversorgung
2.2.1 Funktion im zentralen Gesamtsystem der Stromversorgung
2.2.2 Organisation und relevante Institutionen
2.3 Ausblick auf zu erwartende strukturelle Änderungen
3 Auswirkungen des Ausbaus dezentraler Erzeugung auf die Verteilnetze
3.1 Technische Herausforderungen durch den Ausbau dezentraler Erzeugung
3.2 Notwendige Anpassungen der Verteilnetze
3.2.1 Anpassungsmaßnahmen bei passivem Netzmanagement
3.2.2 Anpassungsmaßnahmen bei aktivem Netzmanagement
3.3 Wirtschaftliche Herausforderungen für die Verteilnetzbetreiber
4 Kosten des Ausbaus dezentraler Erzeugung und ihre Verteilung über Netznutzungsentgelte
4.1 Zusatzkosten des Ausbaus der dezentralen Erzeugung
4.2 Anlehnung an die Theorie der externen Effekte: Sozialisierung und Internalisierung von Kosten
4.3 Status Quo der Kostenzuteilung über Netznutzungsentgelte
4.3.1 Anreizregulierung der Netzbetreiber mittels Erlösobergrenze
4.3.2 Das Prinzip der Netznutzungsentgelte
4.3.3 Vermiedene Netznutzungsentgelte als Entgelt für dezentrale Einspeisung
4.4 Kernmerkmale der gegenwärtigen Systematik als Quellen möglicher Ineffizienzen
4.4.1 Sozialisierung statt Internalisierung der Netzausbaukosten
4.4.2 Umlage der Netznutzungsentgelte über den Verbrauch bei hohen kapazitätsbedingten Fixkosten der Verteilnetzbetreiber
5 Vorschläge für eine effizientere Gestaltung der Netznutzungsentgelte in deutschen Verteilnetzen
5.1 Berücksichtigung der Netzausbaukosten bei der Entgeltermittlung
5.1.1 Ineffizienzen der gegenwärtigen Systematik
5.1.2 Mögliche Ansätze für eine effizientere Gestaltung
5.1.2.1 Internalisierung statt Sozialisierung
5.1.2.2 Sozialisierung über bundesweiten Ausgleichsmechanismus
5.2 Anrechnung vermiedener Netznutzungsentgelte
5.2.1 Ineffizienzen der gegenwärtigen Systematik
5.2.1.1 Gemäß EEG vergütete Anlagen
5.2.1.2 Konventionell betriebene Anlagen
5.2.2 Mögliche Ansätze für eine effizientere Gestaltung
5.2.2.1 Umlage über die elektrische Leistung
5.2.2.2 Netznutzungsentgelte für dezentrale Betreiber
5.2.2.3 Bundesweiter Belastungsausgleich
6 Schluss
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen des Ausbaus dezentraler Energieerzeugungsanlagen auf die Netznutzungsentgelte in deutschen Verteilnetzen zu untersuchen und auf Basis der identifizierten Ineffizienzen Lösungsansätze für eine effizientere Ausgestaltung dieser Entgelte abzuleiten.
3.1 Technische Herausforderungen durch den Ausbau dezentraler Erzeugung
Der Ausbau der dezentralen Erzeugung bietet für VNB und Endverbraucher sowohl Vor- als auch Nachteile.
Jeweils unter bestimmten Voraussetzungen sind hier neben einem positiven Beitrag zur Spannungshaltung sowie der Reduktion von Netzverlusten und Emissionen auch eine höhere Energieeffizienz sowie eine höhere Versorgungssicherheit als bedeutende Vorteile zu nennen.55 Ein durch DEA bedingtes Mehr an Wettbewerb in der Stromerzeugung kann zudem zu Preisanpassungen auf dem Strommarkt führen, von denen die Endverbraucher profitieren.56
Der prognostizierte Ausbau der dezentralen Erzeugung stellt die VNB jedoch auch vor große Herausforderungen, da das VN – und hier vor allem die Niederspannungsebene – technisch i.d.R. nicht für den Anschluss von Erzeugungsanlagen ausgelegt ist.57 Ein wachsender Anteil der DEA an der Stromerzeugung birgt daher auch die Gefahr, die bestehende Systemstabilität zu gefährden und sich negativ auf die Versorgungsqualität auszuwirken.
Die Versorgungsqualität in der Stromversorgung wird u.a. über die Spannungsqualität und die Versorgungszuverlässigkeit definiert.58 In Bezug auf die Spannungsqualität sind Spannung und Frequenz des Stroms die beiden entscheidenden Einflusskriterien.59 Auf der Niederspannungsebene gilt eine Nennspannung von 230 V bzw. 400 V mit einer Toleranz von ± 10%. Für das gesamte europäische Wechselstrom-Verbundnetz (ohne Bahnstrom) gilt eine Sollfrequenz von 50 Hertz (Hz) mit einer Toleranz von ± 1%.60 Im Gegensatz zu Frequenzschwankungen (s.u.) treten Spannungsschwankungen i.d.R. nur in lokal oder regional begrenzten Bereichen auf und werden auch vor Ort ausgeglichen.61
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der dezentralen Energieerzeugung ein und skizziert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
2 Verteilnetze in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Definition, Geschichte, Funktion und Einordnung der deutschen Verteilnetze in das Gesamtsystem der Stromversorgung.
3 Auswirkungen des Ausbaus dezentraler Erzeugung auf die Verteilnetze: Hier werden die technischen Herausforderungen sowie die notwendigen Anpassungsmaßnahmen der Verteilnetzbetreiber beim Ausbau dezentraler Anlagen untersucht.
4 Kosten des Ausbaus dezentraler Erzeugung und ihre Verteilung über Netznutzungsentgelte: Dieses Kapitel analysiert die Kostenstrukturen und die aktuelle Zuteilung dieser Kosten über Netznutzungsentgelte unter Berücksichtigung der Anreizregulierung.
5 Vorschläge für eine effizientere Gestaltung der Netznutzungsentgelte in deutschen Verteilnetzen: Der Autor entwickelt hier auf Basis der identifizierten Ineffizienzen verschiedene Ansätze zur effizienteren Gestaltung der Netzentgelte und Anrechnungsmechanismen.
6 Schluss: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Dezentrale Erzeugung, Verteilnetz, Netznutzungsentgelte, Netzausbaukosten, Anreizregulierung, Stromversorgung, Erneuerbare Energien, Einspeisevergütung, Vermiedene Netznutzungsentgelte, Internalisierung, Sozialisierung, Smartgrids, Lastflussumkehrung, Kosteneffizienz, Energiewirtschaft.
Die Arbeit analysiert die finanziellen und technischen Auswirkungen, die der zunehmende Ausbau von dezentralen Energieerzeugungsanlagen (wie Windkraft oder Photovoltaik) auf die Gestaltung der Netznutzungsentgelte in deutschen Verteilnetzen hat.
Die zentralen Themen umfassen die Kostenstrukturen der Verteilnetzbetreiber, die Anreizregulierung mittels Erlösobergrenzen sowie das Prinzip der vermiedenen Netznutzungsentgelte bei dezentraler Einspeisung.
Ziel ist es, Ineffizienzen in der gegenwärtigen Systematik der Kostenverteilung aufzudecken und fundierte Vorschläge für eine ökonomisch effizientere Ausgestaltung der Netzentgelte zu entwickeln.
Die Arbeit nutzt eine systematische theoretische Analyse der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen und gesetzlichen Vorgaben, ergänzt durch Fallbeispiele zur Veranschaulichung der Kostenwälzung.
Der Hauptteil befasst sich mit den technischen Auswirkungen auf die Netzstabilität, der ökonomischen Theorie externer Effekte im Netzbetrieb und den Mechanismen hinter den steigenden Netznutzungsentgelten.
Dezentrale Erzeugung, Netznutzungsentgelte, Anreizregulierung, Netzausbaukosten und Kostensozialisierung sind zentrale Begriffe, die den Kern der Untersuchung beschreiben.
Der Autor zeigt auf, dass der Ausbau dezentraler Anlagen oft zu steigenden Netzkosten führt, die gemäß aktueller Regulierung auf alle Endverbraucher umgelegt werden, was wiederum zu höheren Netznutzungsentgelten führt.
Diese Entgelte werden als Ausgleich für dezentrale Einspeisung gezahlt. Die Arbeit zeigt jedoch, dass dieser Mechanismus in der Praxis eine Preissteigerungsspirale auslösen kann, die letztlich die Endverbraucher belastet.
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