Bachelorarbeit, 2011
29 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Euthyphrondilemma
2.1 Sachverhalt und Dialog
2.2 Darstellung und Konsequenzen des Argumentationsganges
3 Argumente für die Vernünftigkeit göttlicher Moral
4 Argumente gegen die Vernünftigkeit göttlicher Moral
5 Kritische Beurteilung
6 Zusammenfassung
7 Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht das sogenannte Euthyphrondilemma, um zu klären, ob moralische Werte unabhängig von einer göttlichen Instanz existieren oder ob sie zwingend auf einem göttlichen Willen basieren. Dabei wird hinterfragt, ob eine allein auf Gott begründete Moral eine inhaltliche Leere sowie moralisch fragwürdige Konsequenzen nach sich zieht.
2.1 Sachverhalt und Dialog
Wie die meisten anderen Werke Platons ist dieses relativ kurze Stück in Dialogform verfasst. Protagonist dieses Gespräches ist wie so oft Platons Lehrer Sokrates, der selbst keine Schriften hinterlassen hat; den wir also ausschließlich aus den platonischen Dialogen kennen. Er wurde im damaligen Athen, genau wie sein Schüler Platon als „lästiger Neuerer“ und „Utopist“ empfunden. Dieses Bild wurde wesentlich durch seine Art der philosophischen Gesprächsführung geprägt. So erregte er vor Allem damit Anstoß, dass er seinen Gesprächspartnern durch gezieltes Fragen ihre Begrenztheit aufzeigte und ihre Auffassungen als Scheinwissen enttarnte.
„Bis heute wird Sokrates für ein `gnadenlos bohrendes` Fragen bewundert, das die Ansichten der Gesprächspartner als nur vermeintliches Wissen entlarvt, ohne zu beanspruchen, es besser zu wissen: ,Ich weiß, daß [sic] ich nichts weiß‘. Sokrates Methode besteht in einer faszinierend geschickten Gesprächsführung: einer „Hebammenkunst“, die den Partnern eine Wahrheit zu gebären hilft, um die sie nicht ausdrücklich wußten [sic], die sie aber schon unbewußt [sic] in sich trugen […]“
In den meisten frühen Dialogen des Platons geht es um die genaue Bestimmung, beziehungsweise um die möglichst genaue Definition grundlegender Begriffe. Es handelt sich hierbei um einen Lern-Prozess in Dialogform: „Während die Philosophen vor Platon ihre Einsichten in Sprüchen und Lehrgedichten ,verkünden‘, entfaltet Platon sie in kommunikativen Denk-Prozessen: in Dialogen“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und philosophische Relevanz der Frage nach dem Ursprung von Gut und Böse ein und stellt das Euthyphrondilemma als zentrales Werkzeug der Untersuchung vor.
2 Das Euthyphrondilemma: Dieses Kapitel rekonstruiert den Euthyphrondialog Platons, beleuchtet die Rollen der Akteure und arbeitet die zentrale Fragestellung heraus, die zur Unterscheidung zwischen göttlichem Willen und dem moralisch Guten an sich führt.
2.1 Sachverhalt und Dialog: Hier wird der inhaltliche Rahmen des Dialogs dargelegt, insbesondere die Charaktere des Sokrates und Euthyphron sowie der Kontext ihrer Begegnung am Gerichtsgebäude.
2.2 Darstellung und Konsequenzen des Argumentationsganges: Dieses Kapitel analysiert die logische Struktur des Dialogs und die daraus resultierenden Implikationen für die Bestimmung des "Frommen" als Teil der Gerechtigkeit.
3 Argumente für die Vernünftigkeit göttlicher Moral: Hier werden Positionen, etwa von J.L. Mackie oder Immanuel Kant, diskutiert, die eine göttliche Instanz zur Begründung einer verbindlichen Moral für notwendig erachten.
4 Argumente gegen die Vernünftigkeit göttlicher Moral: Dieses Kapitel betrachtet die Gegenposition, insbesondere anhand von Bertrand Russell, und kritisiert die Abhängigkeit der Ethik von göttlichen Autoritäten als potenziell schädlich.
5 Kritische Beurteilung: In der Beurteilung werden die verschiedenen Argumentationslinien gegeneinander abgewogen und die Unabhängigkeit der Moral von göttlichen Vorgaben hervorgehoben.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Ergebnisse der Untersuchung und bekräftigt die Notwendigkeit einer kritischen Prüfung von moralischen Wertestandards.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
Euthyphrondilemma, Platon, Sokrates, Moralbegründung, göttliche Moral, Ethik, Autonomie, Gewissen, Gerechtigkeit, Bertrand Russell, Immanuel Kant, Religionsphilosophie, Gott, Wertemaßstab, theistische Ethik.
Die Arbeit untersucht die Frage, ob Moral zwingend auf einer göttlichen Instanz beruht oder ob ethische Prinzipien eine autonome, vom göttlichen Willen unabhängige Grundlage haben können.
Die zentralen Felder sind die Moralphilosophie, Religionskritik, das Euthyphrondilemma Platons sowie die Untersuchung der Verbindung zwischen göttlicher Autorität und ethischem Handeln.
Das Ziel ist es, die Vernünftigkeit einer Moral ohne Gott zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, ob unsere moralischen Vorstellungen zwangsläufig eines Gottes bedürfen.
Der Autor nutzt die philologisch-philosophische Analyse, insbesondere die Argumentationsanalyse von Dialogen sowie die Untersuchung klassischer und moderner philosophischer Texte zum Theismus und Atheismus.
Der Hauptteil analysiert den Euthyphrondialog, diskutiert Pro- und Contra-Argumente zur göttlichen Moralbegründung und prüft die Positionen von Denkern wie Kant, Mackie und Russell.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie das Euthyphrondilemma, Autonomie der Moral, theistische Moralbegründung und die Kritik an einer rein autoritätsbasierten Ethik charakterisiert.
Durch die sokratische Methode wird herausgearbeitet, dass "fromm" nicht identisch mit "gottgeliebt" ist. Etwas ist nicht fromm, weil es geliebt wird, sondern es wird geliebt, weil es das Attribut "fromm" (bzw. moralisch gut) bereits in sich trägt.
Es bleibt relevant, weil es die Frage aufwirft, ob moralische Werte "an sich" existieren oder bloßen Machtsprüchen unterliegen, was essenziell für das Verständnis von Menschenrechten und säkularer Ethik ist.
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