Wissenschaftliche Studie, 2011
62 Seiten
1. Einleitung
2. Durchführung der Untersuchung
3. Stichprobenbeschreibung
4. Themenkomplex I - Fragen zum Sportverein
4.1. ANZAHL DER MITGLIEDER IM VEREIN
4.2. EINSPARTEN- ODER MEHRSPARTENVEREIN
4.3. MITGLIED IM LANDESSPORTBUND BRANDENBURG E.V.
5. Themenkomplex II - Fragen zum Sportverein
5.1. THEMATISIERUNG „RECHTSEXTREMISMUS IM SPORTVEREIN“
5.2. HINWENDUNG ZU PROJEKTEN MIT DER THEMATIK
5.3. SCHULUNG DER MITGLIEDER
5.4. BEOBACHTUNGEN RECHTSEXTREMER VERHALTENSWEISEN
5.5. WICHTIGKEIT DES THEMAS IM VEREIN
5.6. TABUISIERUNG
5.7. INITIATIVEN ODER PROJEKTE
5.8. BETEILIGUNGSINTERESSE
5.9.DIALOG IM VEREIN
5.10. INITIATIVEN ODER PROJEKTE IM SPORTVEREIN
5.11. GEFÄHRDUNG BESTIMMTER SPORTARTEN
6. Themenkomplex III – Fragen zu möglichen Vorfällen mit rechtextremem Hintergrund im Sport
7. Themenkomplex IV – Zum Fortbildungsbedarf im Verein/bei Ihnen
8. Themenkomplex V – Fragen zur Statistik
8.1. IN WELCHEM LANDKREIS ODER IN WELCHER KREISFREIEN STADT LEBEN SIE?
8.2. GEHÖRT DER ORT ZUM ÄUßEREN ENTWICKLUNGSRAUM ODER ZUM ENGEREN VERFLECHTUNGSRAUM?
8.3. WIE VIELE EINWOHNER HAT DER ORT, IN DEM SIE LEBEN?
8.4. WELCHEN BERUFLICHEN STATUS HABEN SIE DERZEIT?
8.5. FUNKTION IM VEREIN
8.6. GESCHLECHT UND ALTER
8.7. BILDUNGSGRAD
9. Kommentare zu den Fragebögen
9.1. KATALOG DER KOMMENTARE AUF DEN FRAGEBÖGEN
10. Korrelationen, Mittelwerte und Kreuztabellen
11. Auswertung
Ziel der Untersuchung ist es, den Grad der Sensibilisierung gegenüber rechtsextremen Tendenzen innerhalb des organisierten Sports in Brandenburg empirisch zu ermitteln, um darauf aufbauend Möglichkeiten der Prävention und Beratung in Sportstrukturen zu identifizieren.
1. Einleitung
Rechtsextreme Entwicklungen treten in allen gesellschaftlichen Bereichen auf, offen sichtbar oder in latenter Form. Auch in Sportvereinen und Sportverbänden sind diese Tendenzen erkennbar. Einzelfälle zeigen, dass die Sportstrukturen Anknüpfungspunkte für Rechtsextreme bieten. Decker und Brähler verdeutlichen in ihrer aktuellen Studie „Bewegung in der Mitte“, dass deutschlandweit durchschnittlich 40 Prozent der Bevölkerung rechtsextremen Items folgen würden. Rückt man das so genannte Neutralitätsgebot der Vereine in den richtigen Kontext und erkennt an, dass Sportvereine schon aufgrund des Organisationsgrades politische Körperschaften sein müssen, erkennt man, dass diese Ausprägungen mit Sicherheit auch in Sportvereinen auftreten. Das wird bei der Erörterung der Zusammensetzung des organisierten Sports umso deutlicher, wo von einer homogenen Gemeinschaft per se nicht ausgegangen werden kann. Zudem eröffnen vor allem große soziale Probleme besondere Chancen für das Wirken rechtsextremer Strukturen.
Sport ist nicht nur die schönste Nebensache der Welt, im organisierten Sport der Vereine und Verbände spiegeln sich alle gesellschaftlichen Probleme wider, so auch der Rechtsextremismus. Die Phänomene sind unterschiedlich und reichen vom Tragen der Trikotnummer 88 über rechtsextreme Fan-Ausschreitungen, die Übernahme von Ämtern in Vereinen wie das des Jugendtrainers oder Ordners durch Rechtsextreme bis hin zur Gründung von „eigenen Vereinen“. Da jeder fünfte Bundesbürger Mitglied in einem Sportverein ist und eine gute Infrastruktur besteht, sind die Inanspruchnahme der Sportangebote sowie die Nutzung der Kontakte und Netzwerke im Sport durch Rechtsextreme und Unterstützer aus "der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft" nicht unwahrscheinlich.
1. Einleitung: Erläutert die Relevanz des Themas Rechtsextremismus im organisierten Sport, stellt theoretische Grundlagen vor und begründet die Notwendigkeit der Situationsanalyse.
2. Durchführung der Untersuchung: Beschreibt das methodische Vorgehen der standardisierten Befragung, den zeitlichen Rahmen und die Rücklaufquote.
3. Stichprobenbeschreibung: Liefert Informationen zur Zusammensetzung der Stichprobe basierend auf den 275 gültigen Fragebögen.
4. Themenkomplex I - Fragen zum Sportverein: Analysiert grundlegende Merkmale der Vereine wie Mitgliederzahl, Spartenstruktur und die Mitgliedschaft im Landessportbund.
5. Themenkomplex II - Fragen zum Sportverein: Untersucht den Sensibilisierungsgrad in den Vereinen hinsichtlich der Thematisierung von Rechtsextremismus, Projekten, Schulungen und offenem Dialog.
6. Themenkomplex III – Fragen zu möglichen Vorfällen mit rechtextremem Hintergrund im Sport: Dokumentiert das Auftreten und die Häufigkeit von Vorfällen mit rechtsextremem Hintergrund in den befragten Vereinen.
7. Themenkomplex IV – Zum Fortbildungsbedarf im Verein/bei Ihnen: Identifiziert die Bereiche, in denen Sportvereine einen Bedarf an Fortbildungen und Unterstützung sehen.
8. Themenkomplex V – Fragen zur Statistik: Wertet sozio-demografische und geografische Daten der Antwortenden aus, um lokale Unterschiede und persönliche Hintergründe abzubilden.
9. Kommentare zu den Fragebögen: Präsentiert einen Katalog an offenen Statements und Rückmeldungen der Befragten aus den Fragebögen.
10. Korrelationen, Mittelwerte und Kreuztabellen: Setzt die Items in Relation zueinander, um Zusammenhänge zwischen Variablen wie Vereinsgröße und Sensibilisierungsgrad aufzuzeigen.
11. Auswertung: Fasst die Kernergebnisse zusammen und zieht Schlussfolgerungen für die zukünftige Strategie der Arbeit im Bereich Sport und Rechtsextremismus.
Rechtsextremismus, Sportvereine, Brandenburg, Situationsanalyse, Sensibilisierung, Prävention, organisierter Sport, Vereinsbefragung, Demokratie, Toleranz, politische Neutralität, Früherkennung, Interventionsmaßnahmen, Jugendsozialarbeit, Vereinsstruktur
Die Arbeit dokumentiert die Ergebnisse einer Situationsanalyse zum Thema Sport und Rechtsextremismus im Land Brandenburg auf Basis einer Vereinsbefragung 2009/2010.
Die zentralen Themen umfassen die Sensibilisierung von Sportvereinen gegenüber rechtsextremen Tendenzen, das Vorhandensein von Vorfällen, den Fortbildungsbedarf und die Rolle von Sportvereinen als zivilgesellschaftliche Akteure.
Ziel war es, den Grad der Sensibilisierung in Sportvereinen empirisch zu ermitteln, um die Arbeit für eine Kultur der Anerkennung, Demokratie und Toleranz effektiver zu gestalten.
Es wurde eine quantitative Standardbefragung durchgeführt, deren Fragebögen den Bestandserhebungsbögen des Landessportbundes Brandenburg beigefügt waren.
Der Hauptteil analysiert die Struktur der Sportvereine, den Grad der Sensibilisierung, das Vorkommen rechtsextremer Vorfälle sowie den Fortbildungsbedarf und korreliert diese Daten mit Vereinsgrößen und regionalen Aspekten.
Rechtsextremismus, Sportvereine, Brandenburg, Situationsanalyse, Sensibilisierung, Prävention und demokratische Strukturen sind die zentralen Begriffe.
Die Ergebnisse zeigen, dass Fußballvereine als besonders gefährdet wahrgenommen werden, während ein offizielles Neutralitätsgebot oft als Hindernis für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit politischen Themen vorgeschoben wird.
Der Autor schlussfolgert, dass plakatives Wirken nicht ausreicht und die Stärkung demokratischer Strukturen in Sportvereinen nur durch kleinteilige, langfristige Arbeit und "thematische Umwege" erfolgreich sein kann.
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