Masterarbeit, 2010
113 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
1.3 Themenabgrenzung
1.4 Definitionen und Nomenklatur
2. HANDSCHLAG ODER NACHVERHANDLUNG? – ANGEBOTSRECHTE IM FOKUS
2.1 Funktionsweise
2.2 Bewertung
2.3 Sensitivitätsanalyse
2.4 Und nun? – Entwicklung einer praktischen Lösung
3. DAS HERZSTÜCK DER VERDECKTEN OPTIONEN – DIE KÜNDIGUNGSRECHTE
3.1 Grundlagen und Kategorisierung
3.2 Ganz oder gar nicht – Der Einsatz des vollständigen Kündigungsrechts
3.2.1 Zins vs. Kurs – Swaption oder Bond als Duplikationsinstrument
3.2.2.1 Funktionsweise
3.2.2.2 Bewertung
3.2.2.3 Sensitivitätsanalyse
3.2.3 Die Quintessenz – Anwendung in der Bankpraxis
3.3 Immer häufiger nachgefragt – Produkte mit partiellen Kündigungsrechten
3.3.1 Wieder einmal entscheidend – Das Ausübungsverhalten
3.3.2 Der berechenbare Kunde – Bewertung mit Digital-Optionen
3.3.2.1 Funktionsweise
3.3.2.2 Bewertung
3.3.2.3 Sensitivitätsanalyse
3.3.3 Einfach Paradox – Empirische Analyse partieller Kündigungsrechte
3.3.3.1 Gegenstand der statistischen Untersuchung
3.3.3.2 Empirische Analyse des Ausübungsverhaltens und des Risikopotenzials
3.3.3.3 Kritische Würdigung
3.3.4 Partielle Kündigungsrechte - Umsetzung in der Preispolitik
4. SECOND CHANCE PLEASE – DIE ZINSSATZVERLÄNGERUNG ALS VERTRAGSBESTANDTEIL
4.1 Grundlagen
4.2 Einfach zu kalkulieren – Der Duplikationsansatz Payer-Swaption
4.2.1 Funktionsweise
4.2.2 Bewertung
4.2.3 Sensitivitätsanalyse
4.3 Beim zweiten Anlauf – Die Second-Chance Option
4.3.1 Funktionsweise
4.3.2 Bewertung
4.3.3 Sensitivitätsanalyse
4.4 Was bleibt – Die praktische Umsetzung
5. BITTE ZUM GLEICHEN PREIS – BANKVERTRÄGE MIT AUFSTOCKUNGSRECHT
5.1 Grundlagen
5.2 Der zusätzliche Kapitalbedarf – Das Gläubigerpapier als Duplikationsinstrument
5.2.1 Funktionsweise
5.2.2 Bewertung
5.2.3 Sensitivitätsanalyse
5.3 Auszahlung zur Aufstockung – Bewertung mittels Digital-Option
5.3.1 Funktionsweise
5.3.2 Bewertung
5.3.3 Sensitivitätsanalyse
5.4 Kritische Würdigung
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die wachsende Bedeutung versteckter Optionen in Bankverträgen zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Produktkalkulation sowie die damit verbundenen Preisrisiken zu bewerten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie moderne Finanzinstrumente zur Duplikation und zum Risikomanagement dieser impliziten Optionen eingesetzt werden können, um eine praxistaugliche und risikoneutrale Kalkulationsgrundlage zu schaffen.
Fallstudie 1: Bewertung einer 4-wöchigen Angebotsoption zum Bezug eines 5- jährigen Festzinsdarlehens mit Hilfe der Bewertungsmethodik von Gap-Optionen
Bewertungszeitpunkt: t0 = 25.08.2010
Fälligkeit der Angebotsoption: T = 22.09.2010 (eur.)
Fälligkeit der Darlehenszinsbindung: N = 22.09.2015
Laufzeit der Angebotsoption (T – t0): t = 28 Tage/ 365 Tage = 0,077
Laufzeit der Zinsbindung (N – T): n = 5,00
Kassazins einer 5-jährigen Nullkuponanleihe z5 = 1,3540 %
Kassazins einer 6-jährigen Nullkuponanleihe z6 = 1,6037 %
interpolierter Kassazins für Nullkuponanleihen mit einer Laufzeit von 5 Jahren und 28 Tagen: z5,077 = 1,3731 %
Terminzinssatz in T für 5 Jahre ST = 1,3846 %
Volatilität des Terminzinssatzes ST = 39,05 %
Diskontierungszinssatz für Nullkupon anleihen mit der Laufzeit t41: r/z0,077 = 0,6300 %
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung im Kontext von Risikomanagement und Regulierung, definiert die Zielsetzung der Arbeit und grenzt die untersuchten zins- und kursabhängigen Optionen ein.
2. HANDSCHLAG ODER NACHVERHANDLUNG? – ANGEBOTSRECHTE IM FOKUS: Hier werden Angebotsrechte als implizite Optionen während der Vorvertragsphase analysiert und der Bewertungsansatz mittels Gap-Optionen vorgestellt.
3. DAS HERZSTÜCK DER VERDECKTEN OPTIONEN – DIE KÜNDIGUNGSRECHTE: Dieses Kapitel widmet sich der Systematisierung vollständiger und partieller Kündigungsrechte, ihrer Duplikation durch moderne Finanzinstrumente und einer empirischen Analyse des Kundenverhaltens.
4. SECOND CHANCE PLEASE – DIE ZINSSATZVERLÄNGERUNG ALS VERTRAGSBESTANDTEIL: Es wird die Zinssatzverlängerung als innovativer Vertragsbaustein betrachtet, wobei deren Bewertung als Second-Chance Option oder Payer-Swaption detailliert hergeleitet wird.
5. BITTE ZUM GLEICHEN PREIS – BANKVERTRÄGE MIT AUFSTOCKUNGSRECHT: Dieses Kapitel untersucht Aufstockungsoptionen für zusätzlichen Kapitalbedarf und deren Bewertung unter Verwendung von Gläubigerpapieren sowie Digital-Optionen.
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven Integration dieser Optionen in das betriebliche Risikomanagement von Banken.
Versteckte Optionen, Implizite Optionen, Risikomanagement, Bankverträge, Angebotsrechte, Kündigungsrechte, Sondertilgungsrechte, Zinssatzverlängerung, Aufstockungsrechte, Gap-Option, Swaption, Digital-Option, Preiskalkulation, Ausübungsverhalten, Marktzinsrisiko
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und Bewertung sogenannter versteckter (impliziter) Optionen in Bankverträgen, die häufig ohne explizite Bepreisung den Bankkunden eingeräumt werden und somit versteckte Preisrisiken für das Institut darstellen.
Die Arbeit fokussiert auf vier Kategorien: Angebotsrechte, Kündigungsrechte (vollständig und partiell), Zinssatzverlängerungen (Second-Chance Optionen) sowie Aufstockungsrechte für Kredite.
Das Hauptziel ist es, ein wissenschaftlich fundiertes und praxistaugliches Modell für die Bewertung dieser impliziten Risiken zu entwickeln, damit Banken diese Optionen korrekt in ihre Preiskalkulation einbeziehen können.
Zur Bewertung werden geschlossene Formelansätze nach Black & Scholes sowie Black-76 verwendet. Zudem kommen Sensitivitätsanalysen (Sensitivitäts-Graphen) und empirische Datenanalysen von Kundenstichproben zur Anwendung.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung der vier Optionskategorien, wobei für jede Option zunächst die Funktionsweise erklärt, dann ein Duplikationsmodell (z.B. mittels Swaption oder Digital-Option) hergeleitet und schließlich eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt wird.
Die Arbeit lässt sich als finanzmathematische Risikoanalyse klassifizieren, die Begriffe wie implizite Optionen, Duplikation, Preiskalkulation, Risikomanagement und spezifische Derivate wie Swaptions und Digital-Optionen in den Mittelpunkt stellt.
Da viele Optionen vom Kunden ausgeübt werden, entscheidet dessen Rationalität – ob er die Option aus rein wirtschaftlichen Vorteilen zieht oder aus persönlichen, statistisch erfassbaren Motiven – maßgeblich über den Wert der Option und somit über die Höhe des nötigen Risikoaufschlags.
Der Autor fordert eine konsequente Standardisierung und Bepreisung dieser Optionen als Teil-Kostenfaktor in der Preiskalkulation, da eine kostenfreie Einräumung langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und das Zinsergebnis der Kreditinstitute belastet.
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