Bachelorarbeit, 2005
58 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Stabilitätsgesetz
3 Das "magische" Viereck der deutschen Wirtschaftspolitik
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Das Beschäftigungsziel
3.2.1 Inhalt und Umfang
3.2.2 Arten der Arbeitslosigkeit
3.2.3 Die Arbeitslosenquote als Indikator
3.3 Das Ziel der Preisniveaustabilität
3.3.1 Inhalt und Umfang
3.3.2 Der Verbraucherpreisindex als Indikator
3.4 Das Wachstumsziel
3.4.1 Inhalt und Umfang
3.4.2 Das Produktionspotenzial als Indikator
3.4.3 Das Bruttoinlandsprodukt als Indikator
3.5 Das Ziel des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts
3.5.1 Inhalt und Umfang
3.5.2 Der Außenbeitrag als Indikator
4 Zielbeziehungen
4.1 Vorbemerkungen
4.2 Zielharmonien
4.3 Zieldisharmonien
4.3.1 Beschäftigungsziel versus Preisniveaustabilität - Die Phillips-Kurve
4.3.2 Andere Zieldisharmonien
5 Aktuelle Situation in Deutschland
6 Schluss
Die Arbeit analysiert das Stabilitätsgesetz von 1967 und das darin verankerte "magische" Viereck, bestehend aus den Zielen Preisniveaustabilität, hoher Beschäftigungsstand, stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum sowie außenwirtschaftliches Gleichgewicht. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit diese Ziele unter den Bedingungen der aktuellen Wirtschaftslage in Deutschland erreicht werden können und welche Zielbeziehungen und Konflikte dabei bestehen.
3.2.2 Arten der Arbeitslosigkeit
Arbeitslosigkeit kann verschiedene Ursachen und Gründe haben. Je nach Ursache kann man sie in verschiedenen Kategorien unterteilen:
• Die erste mögliche Form ist die saisonale Arbeitslosigkeit. Diese entsteht, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften stark von der Jahreszeit (Saison) abhängt. Dies ist vor allem in Branchen der Fall, die stark von der Witterung abhängig sind.25 Als Beispiele könnten das Bau- oder Tourismusgewerbe angeführt werden.
• Die friktionelle Arbeitslosigkeit hingegen tritt dann auf, wenn Individuen ihren Arbeitsplatz wechseln. Diese Form wird vor allem durch den Umfang der Fluktuationen und der Zeitspanne von Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses bis zum Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses bestimmt.26
• Eine Ursache der strukturellen Arbeitslosigkeit kann im technologischen Fortschritt liegen, zum Beispiel wenn neue Produktionsverfahren geschaffen werden, die einen erheblich geringeren Arbeitskräfteeinsatz benötigen, sodass Arbeitskräfte freigesetzt werden (Rationalisierung).27 Eine andere Ursache der strukturellen Arbeitslosigkeit kann auch in einer dauerhaften Änderung der Nachfragestruktur gesucht werden. 28 Als Beispiel könnte man hier den Beruf des Schmiedes anführen. Zu Zeiten als es noch keine Automobile gab, war man auf diesen Berufsstand angewiesen, in heutiger Zeit spielt er nur noch eine untergeordnete Rolle.
• Konjunkturelle Arbeitslosigkeit hingegen liegt vor, wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu gering ist, um das gesamte Arbeitskräftepotenzial eines Landes vollständig auszulasten.29
• Die Sockelarbeitslosigkeit oder natürliche Arbeitslosigkeit ist die Arbeitslosigkeit, die auch dann bestehen bleibt, wenn die Konjunktur sich vollständig erholen würde. Sie besteht teilweise aus den drei erstgenannten Punkten30 (zum Beispiel: mangelnde Mobilität oder Flexibilität) und dadurch, dass eigentlich arbeitsfähige Personen aus verschiedenen Gründen nicht mehr arbeiten wollen (Entmutigung, Frustration).
1 Einleitung: Einführung in das Thema Stabilität und Überblick über die Relevanz des Stabilitätsgesetzes sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Das Stabilitätsgesetz: Darstellung der historischen Entwicklung und Hintergründe, die zur Entstehung des Gesetzes im Jahr 1967 führten.
3 Das "magische" Viereck der deutschen Wirtschaftspolitik: Erläuterung der vier Hauptziele des Gesetzes und der zugehörigen ökonomischen Indikatoren zur Messung der Zielerreichung.
4 Zielbeziehungen: Untersuchung der Interaktionen zwischen den Zielen, insbesondere der Unterscheidung zwischen Zielharmonien und Zielkonflikten sowie der Phillips-Kurve.
5 Aktuelle Situation in Deutschland: Analyse der tatsächlichen Zielerreichung in Deutschland unter Berücksichtigung jüngster wirtschaftspolitischer Entwicklungen und Prognosen.
6 Schluss: Kritische Reflexion über die heutige Bedeutung des Stabilitätsgesetzes und die Grenzen politischer Steuerung in einer globalisierten Wirtschaft.
Stabilitätsgesetz, Magisches Viereck, Preisniveaustabilität, Beschäftigungsziel, Wirtschaftswachstum, Außenwirtschaftliches Gleichgewicht, Arbeitslosigkeit, Inflation, Konjunktur, Phillips-Kurve, Stagflation, Fiskalpolitik, Wirtschaftspolitik, Bruttoinlandsprodukt, Konjunkturrat.
Die Arbeit befasst sich mit den Zielen der deutschen Wirtschaftspolitik, wie sie im Stabilitätsgesetz von 1967 definiert sind, und untersucht deren praktische Anwendbarkeit und Erreichung in der heutigen Zeit.
Die Arbeit behandelt die vier Hauptziele: Preisniveaustabilität, hoher Beschäftigungsstand, angemessenes Wirtschaftswachstum und außenwirtschaftliches Gleichgewicht sowie deren wechselseitige Abhängigkeiten.
Das Ziel ist es, die theoretischen Anforderungen des Stabilitätsgesetzes den realen wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland gegenüberzustellen und Zielkonflikte zu identifizieren.
Es wird eine deskriptive und analytische Methode verwendet, die auf der Auswertung volkswirtschaftlicher Daten, Gesetzesquellen und wirtschaftstheoretischer Konzepte basiert.
Im Hauptteil werden die vier Einzelziele detailliert definiert, die zugehörigen Messindikatoren wie der Verbraucherpreisindex oder die Arbeitslosenquote erklärt und die Dynamik von Zielharmonien und Zielkonflikten analysiert.
Wichtige Begriffe sind Stabilitätsgesetz, magisches Viereck, Phillips-Kurve, Fiskalpolitik, Konjunktur und Arbeitslosigkeit.
Der Begriff rührt daher, dass die gleichzeitige Realisierung aller vier Ziele in der wirtschaftlichen Praxis kaum möglich ist und die Politik stets Kompromisse eingehen muss.
Sie dient als Modell zur Erklärung des Zielkonflikts zwischen Preisniveaustabilität und Beschäftigung sowie zur Diskussion des Phänomens der Stagflation.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Deutschland aktuell lediglich das Ziel der Preisniveaustabilität zufriedenstellend erreicht, während andere Ziele, insbesondere das Beschäftigungsziel, in einer schwierigen Lage sind.
Ja, der Autor hinterfragt, ob das Stabilitätsgesetz, das in einer Zeit des Wirtschaftswunders entstand, unter heutigen Bedingungen noch das passende Instrumentarium zur Steuerung der Wirtschaft bietet.
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