Diplomarbeit, 2010
143 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. DEFINITIONEN VON ARMUT
3. BRASILIEN
3.1 Land und Bevölkerung in Brasilien
3.1.1 Geographische Informationen
3.1.2 Angaben zur Bevölkerung
3.1.3 Politische Entwicklung
3.2 Soziale Probleme in Brasilien
3.2.1 Brasilien: ein Land der peripheren Moderne
3.2.2 Hohe Einkommensungleichheit im Land
3.2.3 Zusammenhang von Einkommensungleichheit und Bildungsungleichheit
3.2.4 Hohe Kriminalitätsraten als Resultat der sozialen Ungleichheit
3.3 Politische Programme zur Bekämpfung der sozialen Probleme
3.4 Soziale Arbeit in Brasilien
3.4.1 Entwicklung der Sozialarbeit und ihr ethisch-politisches Verständnis
3.4.2 Ausbildung und berufliche Praxis des Sozialarbeiters
4. FORSCHUNGSTEIL
4.1 Darstellung der Forschungsfragen
4.2 Vorstellung des SOS-Kinderdorfs in João Pessoa
4.3 Methodisches Vorgehen bei der Datenerhebung
4.3.1 Auswahl des Experteninterviews als Erhebungsmethode
4.3.2 Festlegung der Stichprobe für die Experteninterviews
4.3.3 Erstellung des Interviewleitfadens
4.3.4 Durchführung der Experteninterviews
4.4 Auswertungsverfahren für die Experteninterviews
4.5 Theoretische Generalisierung der empirischen Ergebnisse
4.5.1 Darstellung der empirischen Ergebnisse
4.5.2 Vergleich der Empirie und Theorie
4.6 Kritische Anmerkungen zur Forschungsmethodik
5. DISKUSSION DER ERGEBNISSE MIT AUSBLICK AUF DEUTSCHLAND
5.1 Stellenwert der Konzeption/ Methodik brasilianischer Sozialarbeit
5.1.1 Befähigungsgerechtigkeit als Grundlage sozialarbeiterischen Handelns
5.1.2 Gemeinwesenarbeit zur Herstellung von Befähigungsgerechtigkeit
5.2 Armutslagen in Deutschland
5.3 Armutsbekämpfung und Soziale Arbeit in Deutschland
5.3.1 Aktivierender Staat Deutschland
5.3.2 Soziale Arbeit für den aktivierenden Staat
6. RESÜMEE
Die Arbeit untersucht die Soziale Arbeit in Brasilien im Kontext der dort herrschenden Armutsproblematik und vergleicht diese mit den Ansätzen der Sozialen Arbeit in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Methoden der brasilianischen Sozialarbeit – insbesondere ihr starkes ethisch-politisches Verständnis und die Gemeinwesenarbeit – als Modell oder Impulsgeber für die Armutsbekämpfung in Deutschland dienen können.
3.1.3 Politische Entwicklung
Die politische Entwicklung Brasiliens lässt sich grob in 3 Perioden einteilen: Kolonialzeit (1500-1815), Kaiserreich (1822-1889) und Republik (ab 1889). Die Kolonialzeit ist durch Alleinherrschaft und Sklavenarbeit geprägt. In der Monarchie, eingeleitet durch die Flucht des portugiesischen Hofes nach Brasilien, ging es um die Bildung territorialer Grenzen und eines Staatssystems. Auch die Sklavenarbeit spielte weiterhin eine Rolle. Zwar wurde der Sklavenhandel aus Afrika im Jahr 1850 verboten, dennoch wurde die Sklaverei endgültig erst 1888 abgeschafft. Zu Republikzeiten wechselten sich die Regierungsformen immer wieder ab. Dies wurde aber nicht durch Revolutionen vom Volk ausgelöst, sondern durch Revolutionen der Elite, die sich ihre Machtpositionen erhalten wollten. Wurde nach der Monarchie zunächst die erste demokratische Republik eingeführt, änderte sich das 1937 mit der Einführung einer Diktatur. Im Jahr 1945 gab es dann wieder eine demokratische Regierungsform, welche 1964 von der Militärdiktatur abgelöst wurde. Erst 1985 wurde die heutige Demokratie ausgerufen.
Brasilien ist eine präsidiale Republik. Alle 4 Jahre wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Aktueller Präsident Brasiliens ist Luiz Inácio Lula da Silva (in der brasilianischen Bevölkerung nur Lula genannt). Er wurde am 27. Oktober 2002 mit 52,7 Millionen Stimmen gewählt, was einem Wahlergebnis von 61,27% entspricht. Damit erzielte Lula das beste Wahlergebnis, welches jemals in Brasilien erlangt wurde. Im Jahr 2006 wurde Lula erneut mit 61% der Stimmen für eine 2. Amtszeit gewählt.
1. EINLEITUNG: Die Autorin erläutert ihre Motivation, das Thema der Armutsproblematik und die Rolle der Sozialen Arbeit im Vergleich von Brasilien und Deutschland zu bearbeiten.
2. DEFINITIONEN VON ARMUT: Es werden verschiedene theoretische Armutsbegriffe sowie Messansätze, wie der HDI, diskutiert und ein umfassendes Verständnis für diese Arbeit definiert.
3. BRASILIEN: Dieses Kapitel stellt das Land Brasilien vor, analysiert soziale Probleme wie Ungleichheit und Kriminalität und beschreibt die dortige Soziale Arbeit.
4. FORSCHUNGSTEIL: Dieser Abschnitt erläutert die empirische Datenerhebung mittels Experteninterviews in einem SOS-Kinderdorf in João Pessoa und die methodische Auswertung.
5. DISKUSSION DER ERGEBNISSE MIT AUSBLICK AUF DEUTSCHLAND: Die gewonnenen Erkenntnisse werden im Capability-Ansatz theoretisiert und auf die Situation in Deutschland übertragen.
6. RESÜMEE: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Plädoyer für eine gesellschaftskritische Soziale Arbeit.
Soziale Arbeit, Brasilien, Deutschland, Armut, Armutsbekämpfung, Capability Approach, Gemeinwesenarbeit, soziale Gerechtigkeit, soziale Ungleichheit, Partizipation, Bildungsarbeit, Experteninterview, SOS-Kinderdorf, politische Mobilisierung, Wohlfahrtsstaat
Die Arbeit befasst sich mit der Armutsproblematik und den Interventionsstrategien der Sozialen Arbeit in Brasilien und Deutschland.
Die zentralen Felder sind die Definition von Armut, die Analyse der sozialen Situation in Brasilien, die methodische Praxis der Sozialen Arbeit und der Vergleich zum deutschen Wohlfahrtssystem.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob Ansätze der brasilianischen Sozialarbeit, die stark auf ethisch-politischer Fundierung und Gemeinwesenarbeit beruhen, für die deutsche Sozialarbeit adaptierbar sind.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie einer empirischen Untersuchung in Form von qualitativen Experteninterviews mit Fachkräften eines SOS-Kinderdorfs in Brasilien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Capability Approach), eine empirische Darstellung der brasilianischen Praxis sowie eine kritische Diskussion zur deutschen Armutsbekämpfung.
Neben Begriffen wie Armutsbekämpfung und soziale Ungleichheit stehen vor allem der Capability Approach und die Gemeinwesenarbeit im Fokus.
Die befragten Experten betonen die Notwendigkeit politischer Mobilisierung und ganzheitlicher Bildungsangebote, sehen sich jedoch durch begrenzte Ressourcen eingeschränkt.
Die Autorin plädiert dafür, dass sich die Soziale Arbeit in Deutschland kritischer gegenüber staatlichen Aktivierungsstrategien positionieren und den Fokus stärker auf strukturelle Ursachen von Armut legen sollte.
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