Magisterarbeit, 2010
118 Seiten, Note: 1,7
0) Einleitung
0.1) Ziele der Arbeit
1) „Ostkolonisation“
2) Die Gründungsgeschichte des Deutschen Ordens
2.1) Die Zwiespältigkeit der Verantwortungsbereiche
2.2) Frühe Selbstständigkeit als Ausgangsbasis der Besitzungen des Deutschen Ordens
3) Der Deutsche Orden im Burzenland – ein lehrreiches Unternehmen
4) Der Deutsche Orden in Preußen
4.1) Versuche der Heidenmission im Ostseeraum vor dem Einmarsch des Deutschen Ordens
4.2) Der Schwertbrüderorden und die Missionierung im Baltikum
4.3) Die Tätigkeiten des Deutschen Ordens in Preußen und im Baltikum im 13. Jahrhundert
4.3.1) Die Anfänge
4.3.2) Der Orden von Dobrin und dessen Vereinigung mit dem Deutschen Orden
4.3.3) Die Kulmer Handfeste
4.3.4) Die Aufstände der Pruzzen
4.4) Die Akteure des frühen 13. Jahrhunderts und deren Intentionen
4.4.1) Hermann von Salza
4.4.2) Friedrich II.
4.4.3) Konrad von Masowien
4.4.4) Die Kurie und der Deutsche Orden
4.5) Ausgewählte Quellen
4.5.1) Die Goldene Bulle von Rimini
4.5.1.1) Fehldatierung der Goldbulle auf 1226
4.5.1.2) Die Bedeutung der Goldenen Bulle von Rimini
4.5.2) Der Vertrag von Kruschwitz
4.5.2.1) Die Echtheitsfrage des Hilferufs Herzog Konrads und des Vertrags von Kruschwitz
4.5.3) Die Bulle von Rieti
5) Nur eine Heidenmission – oder steckte mehr dahinter?
5.1) Anzeichen einer möglichen Staatsbildung
6) Schlussbemerkungen
Die Arbeit untersucht die Intentionen des Deutschen Ordens bei seiner Expansion in Preußen im 13. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, ob der Orden lediglich den Auftrag der Heidenmission verfolgte oder ob bereits von Beginn an eine zielgerichtete Staatsbildung und Territorialherrschaft angestrebt wurde.
4.4.1) Hermann von Salza
„Die Anfänge des Ordensstaates […] fallen in die Regierungszeit des Hochmeisters Hermann von Salza (1210-1239). [Er] hat immer wieder die Aufmerksamkeit der Historiker auf sich gezogen: als der offensichtliche Begründer des […] Ordensstaates, aber auch als der […] Vermittler zwischen Kaiser Friedrich II. und den Päpsten.“ Nicht nur Schreiber nennt ihn einen „Glücksfall“ des Deutschen Ordens, dies tun nahezu alle anderen Autoren historischer Monographien und Aufsätze, die ihn erwähnen. Er gilt zudem als „einer der bedeutendsten Politiker seiner Generation“ und dazu ist er noch einer der bekanntesten und außergewöhnlichsten Hochmeister des Deutschen Ritterordens.
Seine Beliebtheit offenbart sich vor allem darin, dass sein weitreichendes Wirken für den Deutschen Ritterorden von den Zeitgenossen und Ordensbrüdern schriftlich festgehalten wurde: „Über die ersten drei Hochmeister ist nichts Näheres bekannt. Erst unter dem vierten, dem aus Thüringen stammenden Hermann von Salza, nimmt der Orden an Bedeutung zu und dokumentiert seine Geschichte genauer.“
Umso mehr man über sein Leben als Hochmeister des Deutschen Ordens weiß, desto weniger ist über seine Existenz vor seinem Eintritt in den Ritterorden bekannt.
0) Einleitung: Stellt das Thema der Arbeit vor, definiert die Forschungsfrage nach den Zielen des Deutschen Ordens bei der Preußenmission und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
1) „Ostkolonisation“: Klärt den Begriff der Ostkolonisation in Abgrenzung zur Ostsiedlung und erläutert dessen Relevanz für das Verständnis der Ordensgeschichte.
2) Die Gründungsgeschichte des Deutschen Ordens: Beschreibt die Entstehung des Ordens aus einem Feldspital in Akkon und die Transformation zum Ritterorden.
3) Der Deutsche Orden im Burzenland – ein lehrreiches Unternehmen: Analysiert den gescheiterten Erstversuch des Ordens zur Territorialbildung in Siebenbürgen.
4) Der Deutsche Orden in Preußen: Untersucht detailliert die Expansion des Ordens nach Preußen, die Akteure, Urkunden und die militärischen sowie rechtlichen Strukturen.
5) Nur eine Heidenmission – oder steckte mehr dahinter?: Synthetisiert die Ergebnisse hinsichtlich der Frage, ob Missionierung oder Staatsbildung das primäre Ziel war.
6) Schlussbemerkungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und zieht ein Resümee über das Wirken des Deutschen Ordens im 13. Jahrhundert.
Deutscher Orden, Preußen, Heidenmission, Ostsiedlung, Hermann von Salza, Kaiser Friedrich II., Goldene Bulle von Rimini, Vertrag von Kruschwitz, Bulle von Rieti, Pruzzen, Territorialbildung, Staufer, Ordensstaat, Mittelalter
Die Arbeit analysiert die historischen Motive des Deutschen Ordens für seine Aktivitäten in Preußen während des 13. Jahrhunderts.
Der Fokus liegt auf der Gründungs- und Expansionsgeschichte, den politischen Beziehungen zu Papst und Kaiser sowie der Analyse zentraler Gründungsurkunden.
Es soll geklärt werden, ob der Orden primär der Heidenmission verpflichtet war oder ob er von Anfang an einen eigenen Territorialstaat anstrebte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung fachwissenschaftlicher Literatur und zeitgenössischer Dokumente sowie Urkunden basiert.
Der Hauptteil befasst sich mit der Vorgeschichte des Ordens, dem Burzenland-Projekt, den preußischen Akteuren, den rechtlichen Privilegien und den Pruzzenaufständen.
Zentrale Begriffe sind Deutscher Orden, Ostsiedlung, Heidenmission, Hermann von Salza und die relevanten päpstlichen und kaiserlichen Bullen.
Das Burzenland diente als gescheiterter „Versuchterrain“, aus dessen Fehlern der Orden für seine spätere, erfolgreichere Strukturierung in Preußen lernte.
Sie gilt als „Gründungsurkunde“ des Ordensstaates, da sie dem Orden weitreichende Hoheitsrechte sicherte und ihn rechtlich absicherte.
Er gilt als der entscheidende Diplomat und Politiker, der durch seine enge Beziehung zum Kaiser die Grundlage für die Machtentfaltung des Ordens schuf.
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