Diplomarbeit, 2010
88 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Die Krisenanfälligkeit des Finanzsektors
2.1 Merkmale des Finanzsektors
2.2 Die Häufigkeit von Finanzkrisen und ihre Erscheinungsformen
3. Die globale Finanzkrise
3.1 Ursachen und Entstehung der Subprime-Loan-Krise in den USA
3.2 Die Ausbreitung der Finanzkrise in den USA und Deutschland
4. Verbriefungen
4.1 Der Verbriefungsprozess
4.2 Die Rolle der Ratingagenturen
4.3 Verbriefungsanreize
5. Das deutsche Bankensystem
5.1 Aufbau und Struktur des deutschen Bankensystems
5.2 Aktuelle Entwicklungen
5.3 Die deutsche Bankenaufsicht
5.4 Systemrelevanz von Kreditinstituten
6. Betroffenheit deutscher Banken
6.1 Das Berichtswesen der Deutschen Bundesbank
6.2 Allgemeine Auswirkungen der Krise auf deutsche Banken
6.3 Auswirkungen der Krise auf die Großbanken
6.4 Auswirkungen der Krise auf die Landesbanken
6.5 Die Krise der Hypo Real Estate
6.6 Sparkassen und Genossenschaftsbanken
6.7 Kreditinstitute mit Sonderaufgaben
6.8 Vergleich der Institutsgruppen
7. Auswirkungen der Finanzkrise auf Bankkunden
7.1 Kreditklemme
7.2 Beurteilung der aktuellen Kreditvergabesituation
8. Die Reaktion des Staates auf die Krise
8.1 Der Finanzmarktstabilisierungsfonds
8.2 Inanspruchnahme des Finanzmarktstabilisierungsfonds
8.3 Die Bad Bank-Modelle
9. Veränderungen und Reformbedarf
9.1 Langfristige Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Banken
9.2 Reformbedarf bei den Landesbanken
9.3 Reformbedarf der Regulierung
9.4 Insolvenz von Kreditinstituten
10. Fazit
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung der Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf das deutsche Bankensystem, wobei insbesondere die Rolle von Universalbanken und staatliche Regulierungsmaßnahmen analysiert werden.
3.1 Ursachen und Entstehung der Subprime-Loan-Krise in den USA
Ausgangspunkt der Krisenentwicklung, die zur aktuellen weltweiten Finanzkrise führte, war die Subprime-Kreditkrise in den USA. Wie im vorherigen Kapitel erörtert wurde, können Spekulationsblasen der Auslöser für Finanzkrisen sein. In den Jahren nach dem Jahrtausendwechsel kam es in den Vereinigten Staaten zu einem rasanten Anstieg der Immobilienpreise. Die ansteigende Nachfrage nach Eigenheimen konnte auch durch ein stetig wachsendes Angebot nicht gesättigt werden. Einen guten Überblick über die Preisentwicklung von Eigenheimen auf dem US-Immobilienmarkt ermöglicht der Case-Shiller Home Price Indice. Er ermittelt aus Wiederverkaufswerten von Immobilien deren Preisentwicklung. Der Index, der in seiner 20 Composite Variante die Kaufpreisentwicklung für Wohnimmobilien aus 20 US-Regionen abbildet, weist ab Mitte der 1990er Jahre fast durchweg hohe Wachstumsraten auf, die ihren Höhepunkt um das Jahr 2005 finden. Der Einbruch der Wachstumsrate ab 2006 markiert zugleich das Platzen der Immobilienblase.
Betrachtet man die 10 Composite Variante des Index, die lediglich 10 Metropolregionen erfasst, fallen die Wachstumsraten noch höher aus. Für die Blasenbildung auf dem US-Immobilienmarkt lässt sich eine Reihe von Ursachen identifizieren. Im vorangegangenen Kapitel wurde gezeigt, dass ausreichend vorhandene Liquidität als eine der Voraussetzungen einer Spekulationsblase angesehen wird. Die Federal Reserve (Fed) hat mit ihrer Geldpolitik sicherlich diese Liquidität bereitgestellt. Entgegen dem Mandat der Europäischen Zentralbank hat die Fed auch einen eindeutigen Auftrag zur Konjunkturpolitik und wollte mit ihrer Niedrigzinspolitik die Konjunktur in den USA beleben.
1. Einführung: Umriss der globalen Finanzkrise seit 2007 und deren Auswirkungen auf das deutsche Bankensystem sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Die Krisenanfälligkeit des Finanzsektors: Erörterung der Besonderheiten des Finanzsektors und der Gründe für dessen Anfälligkeit für Krisen.
3. Die globale Finanzkrise: Analyse der Entstehung der US-Immobilienblase und der Ausbreitung der Finanzkrise auf den deutschen Markt.
4. Verbriefungen: Detaillierte Darstellung von Verbriefungsmodellen, der Rolle der Ratingagenturen und den damit verbundenen Anreizen und Risiken.
5. Das deutsche Bankensystem: Überblick über Struktur, Aufsicht und das Konzept der Systemrelevanz im deutschen Bankenmarkt.
6. Betroffenheit deutscher Banken: Empirische Untersuchung der Auswirkungen der Krise auf verschiedene Institutsgruppen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Geschäftsmodelle.
7. Auswirkungen der Finanzkrise auf Bankkunden: Untersuchung der Frage nach der Existenz einer Kreditklemme und deren volkswirtschaftliche Bedeutung.
8. Die Reaktion des Staates auf die Krise: Darstellung staatlicher Maßnahmen zur Stabilisierung, insbesondere der Finanzmarktstabilisierungsfonds und Bad Bank-Modelle.
9. Veränderungen und Reformbedarf: Analyse notwendiger Anpassungen der Geschäftsmodelle und regulatorischer Rahmenbedingungen als Lehre aus der Finanzkrise.
10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Krisenfolgen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Bankensystems.
Finanzkrise, Bankensystem, Subprime-Kreditkrise, Verbriefung, Immobilienblase, Systemrelevanz, Bankenaufsicht, Eigenkapital, Kreditklemme, Landesbanken, Großbanken, Bad Bank, Finanzmarktstabilisierungsfonds, Basel II, Regulierung.
Die Diplomarbeit analysiert die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf das deutsche Bankensystem und untersucht, wie verschiedene Bankgruppen auf die Krise reagiert haben und welche staatlichen Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden.
Zu den zentralen Themen gehören die Entstehung der Krise (Subprime-Krise), die Mechanismen der Verbriefung, das deutsche Bankensystem und seine Aufsichtsstrukturen sowie die staatliche Reaktion durch Rettungsschirme und Bad Bank-Modelle.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die Finanzkrise das deutsche Bankensystem beeinflusst hat und welche Lehren für Geschäftsmodelle der Banken und die staatliche Regulierung daraus gezogen werden müssen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten (z.B. der Deutschen Bundesbank), Geschäftsberichten der betroffenen Kreditinstitute sowie einer Analyse ordnungspolitischer Rahmenbedingungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Betroffenheit deutscher Banken (nach Institutsgruppen), die Auswirkungen auf Kunden (Kreditklemme), die staatlichen Rettungsmaßnahmen sowie den zukünftigen Reformbedarf bei Regulierung und Geschäftsmodellen.
Wesentliche Begriffe sind Finanzkrise, Bankensystem, Verbriefung, Systemrelevanz, Landesbanken, staatliche Stabilisierungsmaßnahmen und Eigenkapitalnormen.
Die HRE dient als extremes Beispiel für ein systemrelevantes Institut, dessen Rettung aufgrund des massiven Einsatzes staatlicher Mittel und der Anwendung neuer gesetzlicher Instrumente wie der Enteignung besonders kontrovers diskutiert wurde.
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass zwar ein Rückgang des Kreditwachstums zu verzeichnen ist, dies jedoch nach Ansicht der Bundesbank eher ein Spiegelbild der realwirtschaftlichen Rezession als Ausdruck einer klassischen Kreditklemme ist.
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