Examensarbeit, 2001
98 Seiten, Note: 1,7
Vorwort
Die Vorgeschichte im 7. Jahrhundert
I. Grimoald
I.1 Werdegang bis zum Tode Sigiberts
I.2 Der Staatsstreich des Grimoald
I.3 Wer war Childebert?
I.4 Folgen des Staatsstreiches
II. Ebroin
II.1 Vorgeschichte Neustriens bis zur Ernennung Ebroins
II.2 Aufstieg Ebroins
II.2.1 Herkunft Ebroins
II.2.2 Entwicklung vom Mitregenten Balthildes zum alleinigen Herrscher Neustriens
II.2.3 Machtkämpfe mit Leodegar und dem burgundischen Adel
II.3 Verbannung Ebroins
II.4 Rückkehr und Erlangung der alleinigen Herrschaft im Gesamtreich
II.4.1 Sieg über Leodegar und Festigung der Macht in Neustrien
II.4.2 Sieg über Pippin und Martin
II.5 Zusammenfassung
III. Pippin II.
III.1 Werdegang bis zur Erlangung der Hausmeierwürde
III.2 Neuordnung unter Einflußnahme Pippins im Gesamtreich
III.3 Zusammenfassung
IV. Karl Martell
IV.1 Zusammenfassende Darstellung der politischen Entwicklung bis zur Etablierung Karls
IV.2 Pippins Erbregelungen
IV.3 Karl und Theudoald – ein Vergleich der politischen Erbberechtigung
IV.3.1 Karl
IV.3.2 Theudoald
IV.3.3 Mögliche Gründe für Pippins Entscheidung
IV.4 Karls Anhängerschaft
IV.5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des fränkischen Hausmeieramtes im 7. und 8. Jahrhundert sowie den machtpolitischen Aufstieg der Dynastie der Karolinger (Pippiniden/Arnulfinger), wobei kritisch hinterfragt wird, ob dieser Prozess, wie oft in zeitgenössischen Quellen dargestellt, eine zwangsläufige Entwicklung war.
I.2 Der Staatsstreich des Grimoald
Unmittelbar nach dem Bericht über die Einsetzung Grimoalds als Hausmeier berichtet der LHF über die folgenden Ereignisse: „Decente vero tempore, defuncto Sighiberto rege, Grimoaldus filium eius parvulum nomine Daygobertum totundit Didonemque Pectavensem urbis episcopum in Scocia peregrinandum eum direxit, filium suum in regno constituens.“ Die Gesta Francorum glaubeb sogar zu wissen, daß Grimoald freiwillig nach Neustrien kam, da er „sub praetextu munerum accipiendorum“ gelockt worden sei. Es ist jedoch ein wenig fraglich, welche „Geschenke“ Grimoald von dem Onkel des von ihm entführten Dagobert erwartet haben könnte.
Der erste Text scheint den Verlauf der Vorgänge eigentlich deutlich widerzugeben. Sigibert stirbt, Grimoald nutzt seine Chance und läßt den jungen Erben durch Dido von Poitiers nach „Scocia“ bringen. Sein eigener Sohn nimmt darauf die Stellung des Königs ein. Doch währte dem LHF folgend dieser Erfolg des Ursupators Grimoald nicht lange, denn schon im nächsten Satz heißt es: „ Franci itaque hoc valde indignantes, Grimoaldo insidias preparant, eumque exementes, ad condempnandum rege Francorum Chlodoveo deferunt.“ Folgt man den gängigen Datierungen der Tode Sigiberts und Chlodwigs, der hier als Richter Grimoalds sicher gemeint ist, so kann sich der Putsch nur in dem Zeitraum eines Jahres, nämlich zwischen 1. Februar 656 und 16. November 657 abgespielt haben.
Die Ereignisse gewännen jedoch wesentlich an Bedeutung, wenn nachzuweisen wäre, daß sich Childebert ohne wirkliche Legitimation aber durch die Unterstützung der austrischen Großen wirklich längere Zeit als autonomer König des Ostreiches gehalten hätte. Und dafür gibt es mehrere Indizien.
I. Grimoald: Behandelt den frühen Versuch der Pippiniden, durch einen Staatsstreich und die Einsetzung des eigenen Sohnes auf den Merowingerthron die dynastische Herrschaft zu begründen.
II. Ebroin: Analysiert das Wirken des neustrischen Hausmeiers Ebroin, der durch ein geschicktes Netzwerk und rücksichtsloses Vorgehen die Macht des Hausmeieramtes gegenüber dem Adel und dem Königshaus zentralisierte.
III. Pippin II.: Beschreibt, wie Pippin II. durch geschickte Heiratspolitik, kirchenpolitische Einflussnahme und die Position des "princeps" seine Herrschaft über das gesamte Reich festigte.
IV. Karl Martell: Dokumentiert den Aufstieg Karl Martells aus einer schwierigen Ausgangslage hin zur Alleinherrschaft, bei der er seine Macht im Rahmen der bestehenden Strukturen legitimierte.
Hausmeieramt, Karolinger, Merowinger, Pippiniden, Arnulfinger, Grimoald, Ebroin, Pippin II., Karl Martell, Staatsstreich, Fränkisches Reich, Adel, Machtpolitik, Leodegar, Herrschaftslegitimation.
Die Arbeit untersucht den Aufstieg der Karolinger-Dynastie im 7. und 8. Jahrhundert und die Entwicklung der Machtstellung der fränkischen Hausmeier.
Im Fokus stehen die politische Machtausweitung, der Umgang mit der merowingischen Tradition, dynastische Strategien und die Rolle des Adels bei der Vergabe des Hausmeieramtes.
Ziel ist es, den Aufstieg der Pippiniden/Arnulfinger kritisch zu hinterfragen und aufzuzeigen, dass dieser Wechsel der Königsgeschlechter keineswegs ein zwangsläufiger Prozess war.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse zeitgenössischer Quellen (Chroniken, Viten, Urkunden) und vergleicht diese mit moderner historischer Forschung.
Der Hauptteil analysiert chronologisch die Amtszeiten und Strategien von Grimoald, Ebroin, Pippin II. und Karl Martell sowie deren individuelle Machtkämpfe.
Hausmeieramt, Karolinger, Pippiniden, Machtpolitik, Adelsbündnisse und Legitimationsstrategien stehen im Zentrum der Untersuchung.
Der Autor sieht in Ebroin einen rücksichtslosen, aber äußerst geschickten Politiker, der das Amt des Hausmeiers grundlegend modernisierte und zentralisierte.
Da Karl zunächst aufgrund seiner Herkunft (diskutiertes Konkubinat vs. Ehe) und der Priorisierung von Plektruds Nachkommen politisch übergangen wurde, musste er sich seinen Anspruch durch militärische Erfolge und politische Bündnisse erkämpfen.
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