Bachelorarbeit, 2011
39 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Forschungsfrage
1.3 Bisherige Forschung
2 Theoretisches Konzept: Ressourcen und Belastungen als moderierende Variablen
2.1 Ökonomische und soziale Ressourcen/Belastungen auf Individualebene: Zufriedenheit mit der finanziellen Lage und der sozialen Unterstützung
2.2 Ressourcen und Belastungen auf der Kontextebene: Ost/West-Differenz und Regionstyp
3 Methoden
3.1 Datensatz und Untersuchungseinheiten
3.2 Operationalisierung der Variablen
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Untersuchungen
4.2 Bivariate Untersuchungen
4.3 Multivariate Regressionen
5 Fazit
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und weitere Forschung
5.2 Diskussion
Die vorliegende Arbeit untersucht den psychischen Gesundheitszustand alleinerziehender Mütter in Deutschland unter Berücksichtigung heterogener Lebenslagen, um zu prüfen, ob der Status „alleinerziehend“ zwangsläufig eine gesundheitliche Belastung darstellt oder ob individuelle und kontextuelle Ressourcen moderierend wirken.
2 Theoretisches Konzept: Ressourcen und Belastungen als moderierende Variablen
Innerhalb der Public-Health-Forschung werden verschiedene Konzepte diskutiert, welche die Gesundheit einer Population messen. Beliebt und lange Zeit bevorzugt war die Prävalenz von Pathogenesen, also das Auftreten von Krankheiten innerhalb einer untersuchten Population. Susanne Hartung vertritt die Ansicht, dass der Gesundheitszustand nicht nur durch die Indikatoren von Pathogenese, also der Frage „Was macht uns krank?“, sondern auch durch gesundheitsfördernde Wirkungen, der Salutogenese, gemessen werden soll. Denn „[a]uch ein chronisch kranker Mensch kann sich gesund fühlen und ein erfülltes Leben führen“ (Hartung 2011: 235). Übertragen auf den psychologischen Untersuchungsgegenstand wird in dieser Arbeit deshalb die psychologische Gesundheit und weniger das Auftreten psychischer Krankheiten im Vordergrund stehen.
In diesem Konzept spielen Ressourcen und Belastungen eine wichtige Rolle: Die Bewältigung von krankheitsfördernden Belastungen kann durch Ressourcen begünstigt werden (Hartung 2011: 241). Hinsichtlich des Elternstatus wird aufgrund bereits beschriebener Studien angenommen, dass die Situation in der Rolle der/des Alleinerziehenden eine Belastung darstelle, welche einen negativen Effekt auf die psychische Gesundheit ausübe. Es existieren zahlreiche Vermutungen, weshalb diese Lebenssituation belastender wirken sollte als bei Eltern mit Partner: Die abverlangte Rollenvielfalt überfordere den/die Alleinerziehenden, eine entlastende und die Rollenvielfalt verringernde Arbeitsteilung mit dem Partner sei nicht möglich. Außerdem belaste die Alleinerziehenden der eventuell vorhandene Trennungsstress, die alleinige Verantwortlichkeit für den Nachwuchs und die Stigmatisierung der Umwelt, in welcher die Ein-Eltern-Familie oftmals als defizitäre Lebensform gelte (Limmer 1998: 140; Lampert et al. 2005: 85; Schneider 2001: 358). Dass der Status des Alleinerziehens – je nach Lebenslage – auch eine Ressource darstellen kann, wird selten thematisiert. Dabei könne diese Familienform zusätzliche Lebensqualität aufgrund hinzugewonnener individueller Entscheidungsfreiheit und Autonomie bieten, des Weiteren könne die Trennung von einem Partner unter Umständen auch entlastend wirken (Limmer 1998: 119).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des Themas Alleinerziehens ein, definiert die Forschungsfrage und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.
2 Theoretisches Konzept: Ressourcen und Belastungen als moderierende Variablen: Das Kapitel erläutert das theoretische Fundament der Belastungs- und Ressourcentheorie und generiert Hypothesen zu deren moderierender Wirkung auf die psychische Gesundheit.
3 Methoden: Hier werden der Datensatz (SOEP 2009), die Auswahl der Untersuchungseinheiten sowie die Operationalisierung der abhängigen und unabhängigen Variablen detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirische Auswertung anhand deskriptiver, bivariater und multivariater Regressionsanalysen zur Überprüfung der Hypothesen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert diese im Kontext soziologischer und gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen und gibt Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf.
Alleinerziehende Mütter, psychische Gesundheit, Mental Component Scale, Ressourcen, Belastungen, moderierende Variablen, SOEP, Lebenslagen, soziale Unterstützung, finanzielle Lage, Gesundheitspolitik, Salutogenese, Familienformen, Deutschland, Sozialkapital
Die Bachelorarbeit untersucht, ob und wie der Status des Alleinerziehens die psychische Gesundheit beeinflusst und welche Faktoren diesen Zusammenhang abschwächen oder verstärken können.
Zentrale Felder sind die gesundheitliche Situation Alleinerziehender, die Bedeutung ökonomischer und sozialer Ressourcen sowie die Rolle des sozialen Kontextes (Ost/West, Stadt/Land).
Die Arbeit fragt danach, ob Alleinerziehen per se krank macht oder ob heterogene Lebenslagen und Ressourcen dazu führen, dass der psychische Gesundheitszustand variiert.
Es handelt sich um eine quantitative sozialwissenschaftliche Analyse, die Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) 2009 mittels deskriptiver Statistik sowie bivariater und multivariater Regressionsmodelle auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Belastungs- und Ressourcenkonzepten, die methodische Vorgehensweise und die empirische Überprüfung der Hypothesen mittels Regressionsanalysen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Alleinerziehende Mütter, psychische Gesundheit, Ressourcen, Belastungen, Moderationseffekte und soziale Unterstützung.
Die Studie zeigt, dass eine hohe subjektive Zufriedenheit mit der finanziellen Lage eine bedeutende Ressource darstellt, die den negativen Effekt des Alleinerziehens deutlich abmildern kann.
Entgegen der ursprünglichen Hypothese zeigt die Analyse, dass Alleinerziehende in den neuen Bundesländern eine stärkere Benachteiligung hinsichtlich der psychischen Gesundheit aufweisen als in den alten Bundesländern.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass städtische Umgebungen aufgrund besserer Infrastruktur und geringerer Stigmatisierung als Ressource für Alleinerziehende wirken, während ländliche Gebiete eine höhere Belastung darstellen.
Die Autorin plädiert für ein ganzheitliches, salutogenetisch orientiertes Konzept, das über rein monetäre Hilfen hinausgeht und gezielt Ressourcen wie eine flächendeckende Kinderbetreuung stärkt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

