Bachelorarbeit, 2008
51 Seiten, Note: 1.7
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
2. Möglichkeiten und Grenzen der Geschichtsdarstellung im Spielfilm
2.1. Verschiedene Realitäten in der Geschichtsdarstellung
2.2. Vermittlung von Geschichte im Spielfilm
2.3. Authentizität des historischen Spielfilmes
2.4. Funktion der Historie im Spielfilm
2.5. Zusammenfassung der Ergebnisse
3. Filmtechnik und ihre Funktion im Spielfilm
3.1. Grundbegriffe der Filmsprache und Symbolik
3.2. Funktionsweisen der Kamera
3.2.1. Einstellungsdistanzen
3.2.2. Perspektiven
3.2.3. Bewegungen
3.2.4. Ton
3.3. Emotionen im Spielfilm
4. Der Vietnamkrieg im amerikanischen Spielfilm
4.1. Die Vorgänger des Vietnamfilmes
4.2. Der Vietnamfilm der Siebziger
4.2.1. Analyse Taxi Driver
4.2.1.1. Inhalt
4.2.1.2. Formale Analyse
4.2.1.3. Inhaltliche Analyse
4.2.1.3.1. Travis und die „Anderen“
4.2.1.3.2. Das Taxi
4.2.1.3.3. Travis‘ Apartment
4.2.1.4. Funktion der Historie „Vietnam“
4.2.2. Weitere Vietnamfilme in den Siebzigern
4.3. Der Vietnamfilm in den Achtzigern
4.4. Der Vietnamfilm nach 2000
4.4.1. Analyse We were Soldiers
4.4.1.1. Inhalt
4.4.1.2. Formale Analyse
4.4.1.3. Inhaltliche Analyse
4.4.1.4. Funktion der Historie „Vietnam“
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion des Vietnamkrieges im US-amerikanischen Spielfilm unter besonderer Berücksichtigung der filmischen Mittel und der historischen Einordnung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie das Medium Film Geschichte vermittelt, welche Rolle die „Sprache des Films“ dabei spielt und wie sich das Genre des „Vietnamfilms“ im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat.
4.2.1.3.1. Travis und die „Anderen“
Alles im Film Taxi Driver ist auf die Person Travis Bickles ausgerichtet. Seine Person tritt in fast jeder Szene auf, was die subjektive Erzählform des Filmes stark betont.
Travis Bickle ist aber im Gesamtkontext seiner Umgebung eher eine unbedeutende Randfigur, die über wenig gesellschaftliche Macht und Anerkennung verfügt. Bei dem Einstellungsgespräch erfährt man, dass Travis zwar bei den US-Marines gedient hat, aber ansonsten keinerlei Schulbildung besitzt. Obwohl seine Rolle in der Gesellschaft als Arbeiter der untersten Mittelschicht klar definiert ist, fällt es Travis sehr schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Im Gegensatz zu seinen Arbeitskollegen, die sich mit ihrer gesellschaftlichen Stellung abgefunden haben, versucht Travis am Anfang alles, um diese Rolle zu verlassen. Die schicksalhafte Begegnung mit Betsy scheint für ihn der geeignete Ausweg zu sein, um einerseits seiner Einsamkeit zu entfliehen und andererseits gesellschaftlich aufzusteigen. Das andere soziale Extrem bildet für Travis das „Gesindel“, das nachts auf den Straßen von New York ihr Unwesen treibt. Angewidert schaut Travis auf sie herab und versucht den Kontakt mit ihnen zu meiden, was jedoch auf Grund seines Jobs als Taxifahrer und der sozial nahen Stellung als unmöglich erscheint.
1. Einleitung: Einführung in die historische Bedeutung des Vietnamkrieges als „Fernsehkrieg“ und dessen psychologische sowie gesellschaftliche Auswirkungen auf die USA.
2. Möglichkeiten und Grenzen der Geschichtsdarstellung im Spielfilm: Untersuchung der theoretischen Debatte über die Authentizität und Realitätsdarstellung im historischen Spielfilm im Vergleich zur akademischen Geschichtsschreibung.
3. Filmtechnik und ihre Funktion im Spielfilm: Analyse der filmsprachlichen Mittel wie Kameraeinstellungen, Perspektiven und Ton, die dem Zuschauer helfen, Geschichte erlebbar zu machen.
4. Der Vietnamkrieg im amerikanischen Spielfilm: Detaillierte Betrachtung des Genres „Vietnamfilm“, von den Vorläufern im Western-Genre bis hin zur spezifischen Analyse von „Taxi Driver“ und „We Were Soldiers“.
5. Schlussbetrachtung: Resümee über die Rolle des Vietnamfilms als kritisches Instrument zur Vergangenheitsbewältigung und die Notwendigkeit einer methodisch-kritischen Filmanalyse.
Vietnamkrieg, Spielfilm, Filmtechnik, Geschichte, Authentizität, Vietnam-Trauma, Taxi Driver, We Were Soldiers, Frontiermythos, Kameraführung, Filmsprache, Geschichtsdarstellung, Medientheorie, Kriegsfilm, Veteranen.
Die Arbeit untersucht, wie der Vietnamkrieg in amerikanischen Spielfilmen dargestellt wird und welche Funktion diese Filme in der Verarbeitung des Krieges für die US-Gesellschaft einnehmen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grenzen der historischen Darstellbarkeit im Film, die spezifische Filmsprache (Kamera, Ton) und die filmische Verarbeitung des Vietnamtraumas.
Ziel ist es, die Rolle des Vietnamkrieges als Historie im Spielfilm zu analysieren und aufzuzeigen, wie Filme durch mediale Mittel komplexe gesellschaftliche Ereignisse interpretieren und beeinflussen können.
Die Autorin/der Autor nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die insbesondere filmtechnische Aspekte (Distanz, Perspektive) mit sozialwissenschaftlichen Theorien zur Geschichte und Wahrnehmung verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine medientheoretische Einführung in die Filmsprache und eine tiefgehende Analyse spezifischer Vietnamfilme wie „Taxi Driver“ und „We Were Soldiers“.
Vietnamkrieg, Spielfilm, Filmtechnik, Geschichte, Authentizität, Vietnam-Trauma, Frontiermythos und Medientheorie.
„Taxi Driver“ dient als Paradebeispiel für die Darstellung des traumatisierten Vietnamveteranen, der in der US-Gesellschaft nach dem Krieg keinen Platz findet und stellvertretend für die gespaltene Nation steht.
Die Arbeit zeigt, wie in der Ära Reagan der „Frontiermythos“ reaktiviert wurde, um das durch die Niederlage in Vietnam erschütterte nationale Selbstbewusstsein durch Heldenfiguren wie Rambo symbolisch zu rehabilitieren.
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