Bachelorarbeit, 2011
75 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Anorexia nervosa
2.1 Identität und Magersucht
2.2 Die besondere Herausforderung der Identität in der Gesellschaft
2.3 Die Magersucht und die Rolle des weiblichen Geschlechts
2.4 „Die Popularisierung des Kalorienzählens“
3 Die Funktion des Schreibens
4 Vorstellung der Romane „Der barmherzige Hügel“ von Lore Berger und „Melancholia“ von Bettina Galvagni
4.1 Lore Berger „Der barmherzige Hügel. Eine Geschichte gegen Thomas“
4.1.1 Lore Berger: Biografie
4.1.2 „Der barmherzige Hügel“: Hintergründe, Aufbau und Inhaltsangabe
4.2 Bettina Galvagni „Melancholia“
4.2.1 Bettina Galvagni: Biografie
4.2.2 „Melancholia“: Hintergründe, Aufbau und Inhaltsangabe
5 Vergleich „Der barmherzige Hügel“ und „Melancholia“
5.1 Die Darstellung der Krankheit
5.1.1 Symptome
5.1.2 Das Verhältnis zum Essen und das Verhalten beim Essen
5.1.3 Diagnose, Therapie und Genesung
5.2 Das Umfeld und die Beziehungsstrukturen
5.2.1 Die Beziehung zu den Eltern
5.2.2 Verwandtschaft
5.2.3 Außerfamiliäre Kontakte
5.2.4 Gesellschaftsnormen und die Rolle der Frau
5.3 Das Selbstbewusstsein
5.3.1 Autonomie
5.3.2 Körperbewusstsein und Selbstwahrnehmung
5.2.1 Die eigene Sexualität
5.3.3 Das Gefühl der Besonderheit versus Selbstzweifel
5.3.4 Selbstspaltung
5.3.5 Leistungsdruck
5.3.6 Die Selbstbestrafung
5.4 Die Affinität mit dem Tod: Todessehnsucht versus Lebensdurst
5.5 Die Bedeutung des Schreibens und der Literatur
5.6 Das Autobiografische
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert und vergleicht die autobiografischen Romane „Der barmherzige Hügel“ von Lore Berger und „Melancholia“ von Bettina Galvagni im Hinblick auf die Darstellung der Anorexia nervosa. Dabei wird untersucht, welche Rolle das soziale Umfeld, die psychische Verfassung der Betroffenen sowie die Funktion des autobiografischen Schreibens bei der Bewältigung der Erkrankung einnehmen.
4.1.1 Lore Berger: Biografie
Lore Berger, eigentlich Lenore, wurde am 17. Dezember 1921 in Basel geboren. Ihr Vater war Gymnasiallehrer und ihre Mutter Hausfrau. 1926 kam ihr einziger Bruder Luis Edgar Berger zur Welt. Zwei Jahre später zieht die Familie in ein Reihenhaus auf dem Bruderholz Hügel, dem besagten barmherzigen Hügel: Die Wohngegend der reichen Basler Bevölkerung, je höher Rang der Familie, desto höher die Lage des Hauses auf dem Hügel.
Schon früh wird Lore vom Vater zur Beschäftigung mit Versen und Gedichten angehalten. Mit dem Eintritt ins Gymnasium 1932 beginnen die literarischen Interessen immer ernsthafter zu werden und sie verfasst eigene Gedichte, Märchen und Kurzgeschichten. Die Erziehung zeichnet sich durch Strenge und Nichtreligiosität aus. Trotzdem lässt sich Lore 1937 auf eigenen Wunsch konfirmieren. Mit 16 ½ Jahren, im Sommer 1938, lernt Lore Berger ihre große aber unglückliche Liebe kennen. Dann im Spätherbst desselben Jahres wird bei ihr die Diagnose hypophysärer Kachexie gestellt. Die Behandlung erfolgt in Form von Bluttransfusionen und bis zum Sommer 1939 erholt Lore sich wieder. So besteht sie erfolgreich die Maturitätsprüfung und beginnt ein Studium in Kunstgeschichte sowie der deutschen, französischen und italienischen Sprache und Literatur an der Philosophischen Fakultät I der Universität Basel. Außerdem wirkt sie an verschiedenen Zeitschriften/ Zeitungen mit („Schweizer Hausfrau“, Studentenzeitung der Uni Basel und Veröffentlichungen von Feuilletons in den „Basler Nachrichten“). Lores Interesse am Studium nimmt allerdings ab und sie lässt sich im Juni 1941 freiwillig für den militärischen Frauenhilfsdienst (FHD) rekrutieren. Der Gesundheitszustand wird bei der dafür erforderlichen Prüfung als unbedenklich eingestuft. Von Februar 1942 bis Juni 1943 arbeitet Lore als Büroordonanz eines Territorialgerichts. Während dieser Zeit schreibt sie ihren Roman auf die Rückseite von Gerichtspapieren.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die beiden autobiografischen Werke vor und definiert das Ziel der Arbeit, die Darstellung und den Umgang mit Anorexia nervosa zu analysieren.
2 Anorexia nervosa: Dieses Kapitel erläutert die medizinische Geschichte, die Merkmale sowie soziokulturelle Bedingungen der Anorexie.
3 Die Funktion des Schreibens: Es wird erörtert, wie der Schreibprozess bei der Identitätsentwicklung und Verarbeitung persönlicher Krisen unterstützt.
4 Vorstellung der Romane „Der barmherzige Hügel“ von Lore Berger und „Melancholia“ von Bettina Galvagni: Dieses Kapitel bietet biografische Einblicke in das Leben der Autorinnen sowie eine Analyse von Aufbau und Inhalt der beiden Romane.
5 Vergleich „Der barmherzige Hügel“ und „Melancholia“: Hier werden die beiden Romane systematisch hinsichtlich Symptomatik, sozialem Umfeld, Selbstbild und dem Tod analysiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung von Barmherzigkeit und Mut im Kontext der vorgestellten Fallbeispiele.
Anorexia nervosa, Magersucht, Autobiografie, Lore Berger, Bettina Galvagni, Identitätsentwicklung, Pubertät, Körperbewusstsein, Essstörung, Literaturanalyse, Melancholie, Selbstbestimmung, Krankheitsdiskurs, Leistungsdruck, familiäre Strukturen.
Die Arbeit analysiert zwei autobiografische Romane im Hinblick auf ihre Darstellung der Krankheit Anorexia nervosa und vergleicht diese kritisch.
Die zentralen Themen sind das autobiografische Schreiben, der Einfluss familiärer und gesellschaftlicher Erwartungen sowie die psychodynamischen Hintergründe der Magersucht.
Das Ziel ist es, die Melancholie und die Suche nach Autonomie der betroffenen Mädchen anhand der Fallbeispiele Lore Berger und Bettina Galvagni wissenschaftlich zu erfassen.
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse in Verbindung mit psychologischer Forschungsliteratur, um die Romane interpretativ zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Symptome, das Umfeld, das Selbstbewusstsein und die Bedeutung des Schreibens in den beiden Werken.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Anorexia nervosa, Identitätsdiffusion, instrumentalisierte Weiblichkeit und das autobiografische Ich charakterisiert.
Während Lore Berger eine fiktive Zwischeninstanz (Edgar) nutzt, um Distanz zu gewinnen, schreibt Bettina Galvagni in einer distanzlosen, autobiografischen Perspektive mit eigenem Namen.
Der Hügel dient als barmherziger Ort der Akzeptanz und Zuflucht für Lebensüberdrüssige, der den Betroffenen einen Ausweg aus der gesellschaftlichen Ausweglosigkeit bietet.
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