Masterarbeit, 2011
106 Seiten, Note: ausgezeichnet
1 EINLEITUNG
1.1 AUSGANGSLAGE
1.2 BEGRIFFSABGRENZUNG KONFLIKTKLÄRUNGSSYSTEM
2 WODURCH KANN EIN KONFLIKT BEWUSST WERDEN?
2.1 AUSGANGSLAGE
2.1.1 FORSCHUNGSSTAND UND ÜBERLEGUNGEN ZU KONFLIKT
2.1.2 ZUSAMMENFASSUNG KONFLIKT
2.1.3 WAS TREIBT DEN MENSCHEN IM KONFLIKT ZU EINER LÖSUNG?
2.2 BILDUNG HYPOTHESE 1
2.3 FORSCHUNGSSTAND:
2.3.1 EMOTION FURCHT
2.3.2 FURCHTKONDITIONIERUNG
2.3.3 UNBEWUSSTE INFORMATIONSAUFNAHME
2.3.4 „INNERE BILDER“
2.3.5 PSYCHOSOZIALER KONFLIKT – UNKONTROLLIERBARE ANGST – STRESSREAKTION
2.4 DURCH ANGST AUSGELÖSTE KÖRPERREAKTIONEN
2.5 BEGRIFFSABGRENZUNG „NONVERBALE KOMMUNIKATION“
2.6 PRAKTISCHE ÜBERPRÜFUNG DER HYPOTHESE 1
2.7 ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG HYPOTHESE 1
2.8 RESÜMEE IN BEZUG AUF DAS KINDERHAUS
3 WIE KANN EINE HALTUNG VERÄNDERT WERDEN?
3.1 AUSGANGSLAGE
3.2 BILDUNG DER HYPOTHESE 2A
3.3 FORSCHUNGSSTAND ZU HALTUNG UND ABLEITUNG HYPOTHESE 2B
3.4 ÜBERPRÜFUNG HYPOTHESE 2A
3.4.1 FORSCHUNGSSTAND: VERÄNDERUNG KÖRPERHALTUNG UND GEFÜHL
3.4.2 PRAKTISCHE ÜBERPRÜFUNG
3.5 ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG HYPOTHESE 2A
4 WIE KANN DAS ELEMENT DES AKTIVEN ZUHÖRENS IN DIE LÖSUNGSFOKUSSIERTE HALTUNG AUCH ÜBER DEN KÖRPER INTEGRIERT WERDEN
4.1 AUSGANGSLAGE
4.2 FORSCHUNGSSTAND:
4.2.1 WIE WERDEN UNSERE GRUNDGEFÜHLE GESTEUERT?
4.2.2 WANN ENTSTEHT WELCHES GRUNDGEFÜHL?
4.2.3 AKTIVES ZUHÖREN
4.2.4 HERZ-INTELLIGENZ
4.3 BILDUNG DER HYPOTHESEN 3A UND 3B
4.4 ÜBERPRÜFUNG DER HYPOTHESE 3A:
4.4.1 FORSCHUNGSSTAND: DAS HERZ UND SEIN EINFLUSS AUF DEN KÖRPER
4.4.2 PRAKTISCHE ÜBERPRÜFUNG 1
4.4.3 FORSCHUNGSSTAND: KÖRPERWAHRNEHMUNG UND IHRE AUSWIRKUNGEN
4.4.4 FORSCHUNGSSTAND: SOMATISCHE MARKER
4.4.5 FORSCHUNGSSTAND: WAS BEWIRKT AKTIVES ZUHÖREN?
4.4.6 PRAKTISCHE ÜBERPRÜFUNG 2
4.5 ZUSAMMENFASSENDE BEWERTUNG HYPOTHESE 3A
5 AUSGANGSSITUATION: WELCHE VERÄNDERUNG KANN DURCH DIE ENTWICKLUNG EINER LÖSUNGSFOKUSSIERTEN HALTUNG BEWIRKT WERDEN?
5.1 METHODEN ZUR KLÄRUNG DER HYPOTHESEN 2B UND 3B
5.2 ÜBERPRÜFUNG HYPOTHESE 2B
5.3 ÜBERPRÜFUNG HYPOTHESE 3B
5.4 GEMEINSAME BEWERTUNG HYPOTHESE 2B UND 3B
6 ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit untersucht, inwieweit sich eine lösungsfokussierte Haltung bei der Implementierung eines Konfliktklärungssystems in einem Kinderhaus entwickeln und durch körperzentrierte Interventionen festigen lässt. Im Fokus steht die zentrale Forschungsfrage, wie durch bewusste Wahrnehmung körperlicher Reaktionen in Konfliktsituationen eine Haltungsänderung und somit ein konstruktiverer Umgang mit Konflikten erreicht werden kann.
2.3.1 EMOTION FURCHT
Antonio Damasio schreibt, dass für das Überleben die Emotionen sorgen, welche aus einfachen Reaktionen bestehen. Von Geburt aus sind alle lebenden Organismen „mit Mechanismen ausgestattet, die dazu bestimmt sind, die Grundprobleme des Lebens automatisch, ohne Denkprozesse im eigentlichen Sinne, zu lösen“. Die einfachsten Mechanismen des Organismus seien Annäherung, verbunden mit dem Gesichtsausdruck von Selbstvertrauen und Wohlgefühl oder Vermeidung, verbunden mit Schmerz, Rückzug und Schutz des Körpers, mit dem Gesichtsausdruck von Schrecken oder Schmerz (Damasio, 2009, S. 40 - 44).
Das, was uns also bewegt, uns zu etwas hinzieht oder uns etwas vermeiden lässt und damit für unser Überleben sorgt, sind für Damasio unsere Emotionen, über die wir von Geburt an verfügen. Diese Gefühle nennt man auch „Grundgefühle“, „Primärgefühle“ oder „Basisgefühle“. Die „emotionalen Universalien“ in Ausdruck und Verhalten wurden bereits von Darwin aufgezeigt. Ihr Ursprung wird in dem „elementaren organistischen Verhaltensmuster wie Kampf oder Flucht“ und der sozialen Interaktion gesehen, die mit dem parasympathischen und dem sympathischen Nervensystem, dem körperlichen und dem geistigen Zustand zusammenhängen (vgl. Ciompi, 2005, S. 80f).
„Wenn uns eine Emotion packt, dann deshalb, weil etwas Wichtiges, vielleicht etwas Bedrohliches geschieht, und auf dieses Problem wird ein Großteil der Ressourcen des Gehirns angesetzt […] Das ganze Selbst wird von der Emotion absorbiert. Emotionen bewirken, wie Klaus Scherer gesagt hat, eine Mobilisierung und Synchronisierung der Aktivität des Gehirns“ (LeDeoux, 2010, S. 322).
Joseph LeDeoux schreibt, dass Furcht von verschiedenen Theoretikern als elementare angeborene Emotion gilt und von vielen an einer universalen Mimik erkannt werden will (vgl. LeDeoux, 2010, S. 121). Furcht wird zu Angst, wenn sowohl Flucht, als auch Vermeidung einer bedrohlichen Situation vereitelt würden. Angst sei „das Ergebnis von Traumatischen Lernerlebnissen“, der Furchtkonditionierung.
1 EINLEITUNG: Einführung in das Projekt im Kinderhaus, die forschungsmethodische Basis der Grounded Theory und die Zielsetzung der Implementierung eines Konfliktklärungssystems.
2 WODURCH KANN EIN KONFLIKT BEWUSST WERDEN?: Theoretische Analyse der Entstehung von Konflikten, der Rolle der Angst sowie körperlicher Reaktionen und deren Wahrnehmung als bewusste Signale für Konflikte.
3 WIE KANN EINE HALTUNG VERÄNDERT WERDEN?: Untersuchung von Möglichkeiten zur Einstellungs- und Haltungsänderung, insbesondere durch die Arbeit mit dem Körper und lösungsfokussierte Ansätze.
4 WIE KANN DAS ELEMENT DES AKTIVEN ZUHÖRENS IN DIE LÖSUNGSFOKUSSIERTE HALTUNG AUCH ÜBER DEN KÖRPER INTEGRIERT WERDEN: Erweiterung der lösungsfokussierten Haltung um das Aktive Zuhören, unterstützt durch Herzintelligenz und körpersprachliche Achtsamkeit.
5 AUSGANGSSITUATION: WELCHE VERÄNDERUNG KANN DURCH DIE ENTWICKLUNG EINER LÖSUNGSFOKUSSIERTEN HALTUNG BEWIRKT WERDEN?: Methodische Beschreibung der Einstellungsüberprüfung mittels Fragebögen und Assoziationsgeflecht sowie Reflexion der gewonnenen Ergebnisse.
6 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der theoretischen Erkenntnisse und der praktischen Projekterfahrungen über die Verbindung von Emotion, Körperreaktion und Konfliktlösung.
7 DANK: Persönliche Danksagung an Wegbegleiter und Unterstützer während der Entstehung der Masterthesis.
Konfliktklärung, Lösungsfokussierung, Angst, Embodiment, Körperhaltung, Stressreaktion, Amygdala, Grounded Theory, nonverbale Kommunikation, Aktives Zuhören, Herzintelligenz, Selbstaufmerksamkeit, Systemtheorie, emotionale Intelligenz, Konflikttransformation.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Entwicklung einer lösungsorientierten Haltung in einem Kinderhaus, die nicht nur auf kognitiver Ebene, sondern vor allem durch körperliche Wahrnehmung ("Embodiment") verankert wird.
Zentrale Themen sind die neurobiologischen Zusammenhänge zwischen Angst und Konflikt, die Rolle des Körpers in der Kommunikation und die Anwendung systemischer sowie lösungsfokussierter Beratungsmethoden in sozialen Einrichtungen.
Das Ziel ist es, ein Konfliktklärungssystem zu etablieren, bei dem die Beteiligten lernen, durch bewusste Körperwahrnehmung frühzeitig auf Stressreaktionen zu reagieren und eine konstruktive, lösungsfokussierte Einstellung zu entwickeln.
Die Verfasserin nutzt die "Grounded Theory" als Methode der qualitativen Sozialforschung, um theoriegeleitet und praxisnah aus den gewonnenen empirischen Daten der Workshops eine passende Theorie für das Kinderhaus zu generieren.
Der Hauptteil analysiert, wie Konflikte durch Angst und Stress entstehen, wie diese Prozesse im Körper und Gehirn (vor allem durch die Amygdala) ablaufen und wie Methoden wie Herz-Kohärenz-Atmung oder Focusing genutzt werden können, um eine Haltung zu verändern.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Konfliktklärung, Angst, Lösungsfokussierung, Embodiment, Körperhaltung, Amygdala, Aktives Zuhören und Herzintelligenz charakterisiert.
Innere Bilder bezeichnen Verschaltungsmuster im Gehirn, die unser Denken und Handeln leiten. Die Arbeit erläutert, wie diese Bilder aus Erfahrungen entstehen und wie sie durch eine veränderte Körperhaltung und bewusste Wahrnehmung transformiert werden können.
Aktives Zuhören ist laut der Arbeit nicht nur eine Technik, sondern eine kommunikative Grundeinstellung. Durch die Senkung der emotionalen Erregung (z.B. mittels Herz-Kohärenz) wird erst die neurobiologische Voraussetzung geschaffen, dem Gegenüber tatsächlich empathisch zu begegnen.
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