Diplomarbeit, 2010
183 Seiten, Note: 2,0
Vorwort
Einleitung
1 Begriffliche Abgrenzungen
1.1 Einteilung von Hörschädigungen
1.1.1 Klassifikation nach der Art der Hörschädigung
1.1.2 Klassifikation nach dem Ausmaß des Hörverlustes
1.1.3 Klassifikation nach der Ursache und dem Zeitpunkt des Eintretens einer Hörschädigung
1.1.4 Prä- und postlinguale Hörschädigung
1.2 Schwerhörig oder gehörlos/ertaubt?
1.3 Exkurs: Gebärdensprache als Teil der Gehörlosenkultur
1.4 Häufigkeit und Altersverteilung von Hörschädigungen
2 Das Cochlea Implantat
2.1 Was ist das CI?
2.2 Bestandteile und Funktion eines Cochlea Implantats
2.3 Voraussetzungen für die Implantation
2.4 Nachbetreuung von CI-PatientInnen
2.5 Lautsprachentwicklung bei Kindern mit CI
2.6 Ethische Bedenken gegenüber dem CI
3 Die Entwicklung der Gehörlosenbildung hinsichtlich lautsprachlichem und gebärdensprachlichem Unterricht
3.1 Institutionalisierte Bildung Gehörloser
3.2 Der „Methodenstreit“
3.3 Die Verallgemeinerungsbewegung
3.4 Derzeitige Schulsituation hörbehinderter Kinder in Österreich
3.4.1 Gehörlosen- und Schwerhörigenschulen
3.4.2 Integrative Beschulung
3.4.3 Lautsprache versus Gebärdensprache
3.4.4 Bilinguale Integration
4 Schulische Integration von hörbehinderten Kindern und Jugendlichen
4.1 Soziale Integration
4.2 Soziale Beziehungen
4.3 Kommunikation
4.4 Schulisches Wohlbefinden
4.5 Entwicklung der Klassengemeinschaft
4.6 Zusammenfassung
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Fragestellung
5.2 Auswahl der Schulklassen
5.3 Forschungsmethoden
5.3.1 Teilnehmende Beobachtung
5.3.2 Soziometrischer Test
5.3.1 Qualitative Inhaltsanalyse
6 Darstellung der Forschungsergebnisse
6.1 Schulischer Alltag und Beschreibung der CI-Kinder
6.1.1 Beschreibung der Schulklassen
6.1.2 Beschreibung der CI-Kinder
6.2 Soziale Beziehungen der CI-Kinder
6.3 Kommunikation
6.4 Schulisches Wohlbefinden
Die Arbeit untersucht, welche Unterschiede in der sozialen Integration von Kindern mit Cochlea-Implantat bestehen, wenn sie in lautsprachlich geführten versus bilingual unterrichteten Schulklassen beschult werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Analyse der sozialen Beziehungen, der Kommunikationssituation sowie des schulischen Wohlbefindens dieser Kinder.
Soziale Integration
Ganz grundsätzlich wird unter ‚Integration‘ die „Wiederherstellung eines Ganzen“ (Heimlich 2003, 137) verstanden. Der Begriff ‚Integration‘ wird nicht nur im pädagogischen Kontext verwendet, je nach Standpunkt wird eine genauere Bestimmung möglich: So erhält beispielsweise in der Sprachwissenschaft der Begriff ‚Integration‘ die Bedeutung eines Vorganges, in dem anderssprachliche Komponenten in eine Sprache eingegliedert werden (Glück 2005, 284). Für die Pädagogik sind vor allem soziologische und psychologische Bedeutungen relevant: „Im soziologischen Sinne bezieht sich Integration auf die Entstehung gesellschaftlicher Einheiten aus einer Vielzahl von Personen und Gruppen …“ (Heimlich 2003, 137). Es sind insbesondere Vorgänge gemeint, in denen Personen aus anderen Kulturen in eine Gesellschaft integriert werden.
In der Psychologie wird unter ‚Integration‘ in der Regel „die Einheit innerhalb einer Person und innerhalb ihrer Beziehungen zur Umwelt“ (a.a.O.) verstanden. Das Anliegen von Integration im pädagogischen Kontext ist die „gleichberechtigte Teilhabe aller Gesellschaftsmitglieder“ (a.a.O., 138). Integration wird somit zum Recht aller Menschen: Jede Art der Ausgrenzung bzw. Aussonderung behinderter Menschen widerspricht dem Behindertengleichstellungsgesetz, bei Hovorka (1998, 287; H.i.O.) heißt es demnach: „Mit Integration ist die umfassende gesellschaftliche und soziale Teilhabe aller Individuen in allen Lebensphasen und Lebensbereichen bezeichnet. Das Paradigma der ungeteilten sozialen Integration verneint jede Form der Aussonderung und hebt gleichzeitig das Recht auf Anderssein hervor.“
1 Begriffliche Abgrenzungen: Definiert zentrale Begriffe wie Hörschädigung und Hörbehinderung und legt die wissenschaftliche Basis für die Arbeit.
2 Das Cochlea Implantat: Erläutert Aufbau, Funktion, Voraussetzungen und ethische Bedenken rund um das Cochlea-Implantat sowie die Bedeutung der Nachbetreuung.
3 Die Entwicklung der Gehörlosenbildung hinsichtlich lautsprachlichem und gebärdensprachlichem Unterricht: Bietet einen historischen Abriss und analysiert die aktuelle Schulsituation in Österreich, insbesondere im Hinblick auf den Methodenstreit und bilinguale Ansätze.
4 Schulische Integration von hörbehinderten Kindern und Jugendlichen: Untersucht die theoretischen Grundlagen der sozialen Integration, sozialer Beziehungen, Kommunikation und schulischen Wohlbefindens.
5 Methodisches Vorgehen: Begründet die Wahl der Forschungsmethoden, darunter teilnehmende Beobachtung und soziometrische Tests zur Datengewinnung.
6 Darstellung der Forschungsergebnisse: Präsentiert und interpretiert die erhobenen Daten aus den Schulklassen und vergleicht die Ergebnisse der lautsprachlichen mit den bilingualen Klassen.
Cochlea-Implantat, CI-Kinder, soziale Integration, lautsprachlicher Unterricht, bilingualer Unterricht, Gebärdensprache, Hörbehinderung, Schulische Integration, Kommunikationskompetenz, Soziometrischer Test, Teilnehmende Beobachtung, Schulisches Wohlbefinden, Pädagogik, Heilpädagogik, Österreichische Gebärdensprache
Die Arbeit untersucht die soziale Integration von Kindern mit Cochlea-Implantat (CI) in österreichischen Schulklassen und vergleicht dabei unterschiedliche Unterrichtsmodelle.
Es wird zwischen lautsprachlich geführten Integrationsklassen und bilingual unterrichteten Klassen (unter Verwendung von Lautsprache und Österreichischer Gebärdensprache, ÖGS) unterschieden.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie der bilinguale Unterricht die soziale Integration, die Beziehungen zu Mitschülern und das schulische Wohlbefinden von Kindern mit CI beeinflusst.
Die Verfasserin nutzt eine Kombination aus qualitativer teilnehmender Beobachtung (mit Inhaltsanalyse nach Mayring) und quantitativen soziometrischen Tests (Wahlverfahren).
Der Hauptteil analysiert theoretisch die Begriffe Hörbehinderung und Integration, das Cochlea-Implantat, die Geschichte der Gehörlosenbildung sowie die empirische Untersuchung in zwei ausgewählten Schulklassen.
Die Gebärdensprache wird als wesentliches Element zur Erweiterung der Kommunikationsmöglichkeiten für CI-Kinder betrachtet, um soziale Barrieren im Unterrichtsalltag abzubauen.
Die Autorin stellt fest, dass beide Modelle wichtig sind, jedoch bilinguale Angebote besonders Kindern mit geringeren Lautsprachkenntnissen helfen, soziale Inklusion zu erreichen.
In der lautsprachlichen Klasse wurde die Hörbehinderung kaum thematisiert, während in der bilingualen Klasse eine offenere Thematisierung und ein respektvollerer Umgang miteinander beobachtet werden konnten.
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