Bachelorarbeit, 2011
36 Seiten, Note: 13
1. Einleitung
2. Die Entstehung des Kinos
2.1 Die institutionelle Entwicklung
2.2 Die Entstehung des Films
3. Kafka und das Kino
3.1 Kafkas frühes Interesse am Kino
3.2 Kafkas leidenschaftliches Interesse am Kino von 1910-1914
3.3 Kafka und die Bedeutung des Kinos nach 1914
4. Filmische Schreibweise
4.1 Entstehung der filmischen Schreibweise
4.2 Der filmische Blick in Kafkas „Der Verschollene“
4.3 Filmisches Schreiben in „Der Process“
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von Franz Kafka zum aufkommenden Medium Film. Das Hauptziel besteht darin nachzuweisen, dass ein spezifisch filmisches Schreiben in Kafkas Werken, insbesondere in den Romanen „Der Verschollene“ und „Der Process“, vorhanden ist und wie sein Interesse an neuen Kinotechniken seine literarische Gestaltung beeinflusst hat.
3.2 Kafkas leidenschaftliches Interesse am Kino von 1910-1914
Das Interesse am Kino war bei Kafka in den Jahren 1910 bis 1914 unglaublich angewachsen. Zusammen mit seinem langjährigen Freund Max Brod, unternahm er im Sommer 1911 eine Reise nach Paris. Diese Reise führte von Kafkas Heimatstadt Prag nach Zürich über Lugano in die Geburtsstadt des europäischen Kinos. Während ihrer Reise machten beide Freunde einen kurzen Zwischenstopp in München.
In einem Tagebucheintrag vermerkte Kafka folgendes:
„Regen, rasche Fahrt (zwanzig Minuten), Kellerwohnungsperspektive, Führer ruft Namen der unsichtbaren Sehenswürdigkeiten aus, die Pneumatiks rauschen auf dem nassen Asphalt wie der Apparat im Kinematographen, das Deutlichste: die unverhängten Fenster der „Vier Jahreszeiten“, die Spiegelungen der Lampen im Asphalt wie im Fluss.“
Kafka verglich in dieser Passage eine nächtliche Autofahrt in München mit einem Kinobesuch und dies zeigt wie ausgedehnt seine Aufmerksamkeit für das Kino zu dieser Zeit war. Die Leidenschaft wurde bei ihm dadurch hergeleitet, dass reale Momentaufnahmen aus dem alltäglichen Leben mit dem Kino in Verbindung gebracht werden konnten. Dieser Realismus war kennzeichnend für die „Entwicklungsjahre“ des Kinos und muss auch bei Kafka berücksichtigt werden.
1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen fest und erläutert die Forschungsfrage, ob in Kafkas Werken ein filmisches Schreiben vorliegt.
2. Die Entstehung des Kinos: Dieses Kapitel behandelt die institutionelle Etablierung des Kinos sowie die technischen Anfänge des Films in Europa und den USA.
3. Kafka und das Kino: Hier wird die chronologische Entwicklung des Interesses von Franz Kafka am Kino und dessen Nachlassen ab 1914 detailliert analysiert.
4. Filmische Schreibweise: In diesem Hauptteil wird untersucht, wie filmische Techniken wie Montage und Kameraeinstellungen die Struktur von Kafkas Romanen beeinflusst haben.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Kafkas Fokus auf die filmische Ästhetik und Dynamik einen wesentlichen Beitrag zur literarischen Gestaltung seiner Werke leistete.
Franz Kafka, Kino, Film, filmische Schreibweise, Der Verschollene, Der Process, Montage, Technik, Literatur, Kinematograph, Max Brod, Realismus, Bildfolge, Szenenwechsel, Moderne
Die Arbeit analysiert die Beziehung von Franz Kafka zum frühen Kino und zeigt auf, wie er kinematographische Elemente und Techniken in seine literarische Schreibweise integriert hat.
Zentrale Themen sind die Entstehungsgeschichte des Kinos, Kafkas persönliches Kinointresse zwischen 1910 und 1914 sowie der Einfluss dieser visuellen Eindrücke auf seine Romane.
Ziel ist es, den wissenschaftlichen Beweis für ein vorhandenes „filmisches Schreiben“ in den Werken „Der Verschollene“ und „Der Process“ zu erbringen.
Der Verfasser nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Textstellen im Vergleich zu filmtheoretischen Ansätzen und zeitgenössischen Filmtechniken.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Einflusses der Kinematographie auf Kafkas ästhetisches Verständnis und die konkrete Anwendung filmischer Montage-Techniken in seinem schriftstellerischen Werk.
Wichtige Begriffe sind Kafka, Kino, filmische Schreibweise, Montage, Dynamik der Bildfolge und die Analyse seiner Hauptwerke unter filmtheoretischen Gesichtspunkten.
Im Gegensatz zu den meisten Zuschauern seiner Zeit, die sich primär für den Inhalt der Filme begeisterten, richtete Kafka sein Augenmerk fast ausschließlich auf die technische Konzeption und die Dynamik der Bildabfolgen.
Die Arbeit führt hierzu das Scheitern seiner Verlobungen mit Felice Bauer sowie eine mögliche Monotonie und mangelnde technische Weiterentwicklung des Mediums in diesen Jahren an.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

