Diplomarbeit, 2001
86 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
I. Zur Dimension von Fluchtbewegungen
1. Flüchtlinge und Asylbewerber in Europa
2. Zur aktuellen Situation in Deutschland
3. Fluchtursachen
3.1 Formen des Machtmißbrauchs
3.2 Folter und sexuelle Gewalt
4. Fluchtbedingungen
II. Aspekte von Trauma und Traumatisierung
1. Der Traumabegriff im engeren Sinn
2. Kumulative Traumatisierung
3. Sequentielle Traumatisierung
4. Extremtraumatisierung
5. Trauma als Prozeß psychischer Traumatisierung
6. Klassifikation von Traumata
III. Folgen der Traumatisierung
1. Physiologische und psychosomatische Auswirkungen
2. Psychische Folgeerscheinungen
2.1 Akute Belastungsstörungen
2.2 Posttraumatische Belastungsstörung
2.3 Complex PTSD
2.4 Anpassungsstörungen
2.5 Dissoziative Störungen
2.6 Andauernde Persönlichkeitsänderung
3. Auswirkungen auf das soziale Umfeld
IV. Flucht, Asyl, Exil
1. Kulturelle Aspekte unfreiwilliger Migration
2. Traumatisierung im gesellschaftspolitischen Kontext
3. Traumatisierte Flüchtlinge in der deutschen Asylrechtsprechung
3.1 Art. 16a GG: Grundrecht auf Asyl
3.2 § 51 I AuslG:Verbot der Abschiebung politisch Verfolgter
3.3 § 53 AuslG: Abschiebungshindernisse
3.4 Sonstige Schutzbestimmungen und Beschlüsse
4. Zur Anhörungssituation Traumatisierter
V. Sozialarbeit mit traumatisierten Flüchtlingen
1. Methodik der qualitativen Sozialarbeitsforschung
2. Sozialarbeit in den Aufnahmeeinrichtungen
2.1 Insititutionelle Rahmenbedingungen
2.2 Schwerpunkte der Arbeit
2.3 Zum Erstkontakt mit Traumatisierten
2.4 Möglichkeiten der Hilfe
2.5 Kooperation / Netzwerk
2.6 Grenzen der Intervention
3. Beratungs- und Behandlungszentren für traumatisierte Flüchtlinge
3.1 Zum betroffenen Personenkreis
3.2 Der Überweisungskontext
Exkurs 1: Retraumatisierung / Reaktualisierung von PTSD
3.3 Inhaltliche Arbeitsschwerpunkte
Exkurs 2: Gutachten / Stellungnahmen
3.4 Grundhaltung und Zielsetzungen
3.5 Kooperation / Netzwerk
3.6 Grenzen der Intervention
4. Forderungen der Praxis
Schlußbemerkung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die komplexe Thematik der Traumatisierung bei Flüchtlingen und analysiert den Handlungsspielraum der Sozialarbeit im Kontakt mit dieser Personengruppe innerhalb des deutschen Asylverfahrens.
3.2 Folter und sexuelle Gewalt
Folter ist ein weiteres, noch immer stark verbreitetes Mittel und häufig gekoppelt an Unterdrückungsmaßnahmen, Inhaftierungen oder Kriegsgeschehen. Laut Amnesty International wird gegenwärtig in mehr als 125 Ländern der Welt über Folterungen oder Mißhandlungen berichtet. Folter zielt auf die Aufgabe politischer Ansichten, das Brechen von Kampfeswillen, Erpressen von belastenden Informationen über Dritte oder die eigene Person, Demütigung bis hin zur Zerstörung der Identität sowie körperlich-seelischen Integrität des Menschen.
Folter und sexuelle Gewalt finden jedoch nicht nur im politischen, sondern auch im gesellschaftlichen und häuslichen Zusammenhang statt. In vielen Ländern gesteht der Staat Betroffenen nur mangelnden Rechtsschutz zu, indem z. B. Anklagen von zuständigen Behörden nicht verfolgt werden oder strafrechtliche Sanktionen ausbleiben. Ungeachtet allgemeiner schwieriger Lebensbedingungen ist das Erleben von Folter (einmalig oder wiederholt) ein extrem erniedrigendes Ereignis, das für die Betroffenen erhebliche gesundheitliche Auswirkungen hat (näheres dazu in Kap. III.). Um das gewünschte Ziel zu erreichen, bedienen sich Folterer sowohl physischer als auch psychischer Methoden.
I. Zur Dimension von Fluchtbewegungen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über globale und europäische Fluchtbewegungen sowie spezifische Fluchtursachen, darunter Machtmissbrauch und Folter.
II. Aspekte von Trauma und Traumatisierung: Es werden zentrale Konzepte der Psychotraumatologie wie Schocktrauma, kumulative und sequentielle Traumatisierung sowie der prozesshafte Charakter von Traumata erläutert.
III. Folgen der Traumatisierung: Dieses Kapitel behandelt die physiologischen und insbesondere die psychischen Folgen wie PTBS, komplexe PTBS und Anpassungsstörungen.
IV. Flucht, Asyl, Exil: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen des Asylverfahrens in Deutschland sowie die spezifische Situation der Anhörung von traumatisierten Flüchtlingen analysiert.
V. Sozialarbeit mit traumatisierten Flüchtlingen: Der Fokus liegt auf der Rolle der Sozialarbeit in Aufnahmeeinrichtungen und spezialisierten Zentren, der Methodik, den Arbeitsbereichen und den strukturellen Grenzen der Intervention.
Traumatisierung, Flüchtlinge, Asylverfahren, Sozialarbeit, Folter, Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, psychische Gesundheit, Exil, Integrationshilfe, Menschenrechte, Gesetzgebung, psychosoziale Beratung, Krisenintervention, Traumaverarbeitung.
Die Arbeit analysiert die Situation von traumatisierten Flüchtlingen im deutschen Asylverfahren und beleuchtet dabei die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit.
Die Themen umfassen die Definition und Kategorisierung von Traumata, die psychosozialen Auswirkungen, die rechtliche Behandlung im Asylwesen sowie die praktische Ausgestaltung von Beratung und Betreuung.
Ziel ist es, den Handlungsspielraum der Sozialarbeit im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Rahmenbedingungen und dem Unterstützungsbedarf traumatisierter Flüchtlinge darzustellen.
Zur Datengewinnung wurden qualitative, leitfadengestützte Experteninterviews mit Fachkräften aus verschiedenen sozialen Institutionen und Einrichtungen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Traumata, eine Analyse der rechtlichen Situation im Asylrecht sowie eine detaillierte Untersuchung der Arbeit in Aufnahmeeinrichtungen und Beratungszentren.
Wichtige Begriffe sind Traumatisierung, PTBS, Fluchtursachen, Asylverfahren, soziale Intervention, strukturelle Barrieren und menschenrechtliche Verantwortung.
Das Asylverfahren setzt oft strikte zeitliche und rechtliche Rahmenbedingungen, die eine kontinuierliche und frühzeitige therapeutische Unterstützung von Traumatisierten erschweren.
Die Anhörung verlangt detaillierte und widerspruchsfreie Angaben, was traumatisierten Personen aufgrund von Gedächtnisstörungen, Scham oder der Vermeidung traumabesetzter Themen kaum möglich ist.
Qualifizierte Dolmetscher sind essenziell, da Laiendolmetscher (oft Angehörige) neutralitätsgefährdend sind und bei traumatisierten Inhalten tabuisiert oder emotional überfordert sein können.
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