Bachelorarbeit, 2011
59 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Theoretischer Zugang
1. Warum Männlichkeiten?
2. Was bedeutet Verunsicherung?
3. Was sind Ursachen der Verunsicherung?
3.1 Der Wandel der Geschlechterverhältnisse im Zuge gesellschaftlicher Umbrüche
3.2 Der Wandel auf dem Arbeitsmarkt – vier Dilemmata
3.3 Der psychoanalytische Ansatz und der entwicklungsbiologische Ansatz – Abgrenzung zur Weiblichkeit und Entwertung dieser
4. Warum ‚problematisierte‘ Jungen und Männer?
4.1 Gesundheitliche Probleme
4.2 Schulische Probleme
4.3 Psychosoziale Probleme
5. Was lässt sich daraus schließen?
III. Empirischer Zugang
1. Der Untersuchungsansatz
2. Der Forschungsprozess
IV. Ergebnisdarstellung
1. Themen der Jungen
2. Mögliche Ursachen für Probleme der Jungen
3. Männlichkeit als mögliche Ursache
4. Herausforderungen für die Jungenarbeit
5. Krise
V. Zusammenfassung
VI. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Verunsicherung männlicher Identität und spezifischen Problemlagen von Jungen und Männern. Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die häufig proklamierte „Krise der Jungen“ tatsächlich existiert oder ob es sich vielmehr um eine soziale Problematisierung handelt, die auf gesellschaftlichen Umbrüchen und veränderten Anforderungen an Männlichkeit basiert.
1. Warum Männlichkeiten?
Nach Jürgen Budde ist Männlichkeit nicht als einheitliche Konstruktion zu betrachten (vgl. Budde 2005: 29). Vielmehr gibt es – darüber ist sich die Männerforschung einig – eine Vielfalt an Männlichkeiten. Ich möchte hier drei Argumentationslinien vorstellen, die dies belegen.
Zum einen wird argumentiert, dass sich die Lebenswelten von Männern individuell unterscheiden. Jungen und Männer gestalten ihre Männlichkeit im Spannungsfeld ihrer Lebenswelt (vgl. Krall 2005: 7). Auch Pierre Bourdieu und Raewyn Connell beschreiben einen Zusammenhang der unterschiedlichen Lebenswelten und Milieus der Männer und Jungen mit unterschiedlichen Identitäten und Habitusformen. Männer praktizieren demnach die Form von Männlichkeit, die dem jeweiligen sozialen Kontext angemessen ist und pflegen somit verschiedene geschlechtliche Habitus (vgl. Brandes 2002: 115f.): „Die Konstruktion einer Arbeiter-Männlichkeit in den Fabriken unterliegt anderen Bedingungen und Dynamiken als die Konstruktion einer Mittelklassen-Männlichkeit in einem klimatisierten Büro“, so Connell (2006: 55). Michael Meuser beleuchtete in seiner qualitativen Studie die Deutungsmuster von Männlichkeit und fand milieu-abhängige Unterschiede männlicher Orientierungen (vgl. Meuser 2006: 310ff.).
I. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext der Genderforschung und skizziert die Fragestellung nach der Verbindung zwischen Verunsicherung und Problemlagen von Männern.
II. Theoretischer Zugang: Dieses Kapitel erörtert die wissenschaftlichen Grundlagen, einschließlich des Wandels von Männlichkeitsbildern sowie psychoanalytischer und gesellschaftlicher Ursachen für Verunsicherung.
III. Empirischer Zugang: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Expertenbefragung dargelegt und die Auswahl des Interviewpartners begründet.
IV. Ergebnisdarstellung: Die Ergebnisse der Befragung werden analysiert, wobei Themen der Jungen, Ursachen ihrer Probleme sowie Herausforderungen für die praktische Jungenarbeit im Fokus stehen.
V. Zusammenfassung: Die theoretischen Erkenntnisse und die empirischen Ergebnisse werden hier zusammengeführt und gegenübergestellt.
VI. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt Anregungen für zukünftige Forschungsprojekte.
Männlichkeiten, Verunsicherung, Jungenarbeit, Geschlechterrollen, Sozialisation, Identitätsbildung, Problemfall, Männlichkeitsbilder, Experteninterview, Genderforschung, hegemoniale Männlichkeit, Lebensbewältigung, Adoleszenz, Pubertät, Soziale Arbeit.
Die Arbeit untersucht, ob und wie die Verunsicherung männlicher Identität mit den vielfältigen Problemen zusammenhängt, die Jungen und Männern oft zugeschrieben werden.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels auf Männlichkeitsbilder, die Rolle der Erwerbsarbeit sowie spezifische Bewältigungsstrategien in der Pubertät.
Ziel ist es, den „Krisendiskurs“ zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Probleme der Jungen tatsächlich aus einer Identitätsverunsicherung resultieren oder ob es sich um zugeschriebene Defizite handelt.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Methodik, ergänzt durch ein leitfadengestütztes Experteninterview mit einem Mitarbeiter einer Beratungsstelle für Jungen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Männlichkeitsforschung und eine empirische Ergebnisdarstellung basierend auf dem Experteninterview.
Wichtige Begriffe sind Männlichkeitskonstruktionen, Verunsicherung, Bewältigungsstrategien, Gender-Inszenierungen und die Reflexion von Sozialisationsbedingungen.
Der Experte lehnt den Begriff einer „Krise der Männlichkeit“ weitgehend ab; er spricht eher von einer Krise im pädagogischen Bewusstsein, die Jungen einseitig problematisiert.
Die Pubertät wird als komplexe Entwicklungsphase betrachtet, die zwar Stolpersteine birgt, aber primär als Chance zur Weiterentwicklung und weniger als pathologische Krise gesehen werden sollte.
Der Experte betont, dass Elternarbeit oft einen höheren Stellenwert einnimmt als die direkte Jungenarbeit, da die Systeme Schule, Peers und Familie eng miteinander verknüpft sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

