Fachbuch, 2011
302 Seiten
Vorwort / Seite 9
Die Mittelbronzezeit in Deutschland
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen / Seite 13
Der Kult der »goldenen Hüte«
Die Hügelgräber-Kultur von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr. / Seite 17
Der Goldbecher von Fritzdorf
Die ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 79
Flügelhauben und Totenhäuser
Die Lüneburger Gruppe in der älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 99
Drei Nackte blickten zur Sonne
Die Stader Gruppe in der älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 123
Der Schalenstein von Wiershausen
Die Südhannoversche Gruppe von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 143
Pfostenavenuen und »Sonnensteine«
Die Oldenburg-emsländische Gruppe von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 149
Der Sonnenkult der »Urgermanen«
Die nordische ältere Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. / Seite 165
Ihre Siedlungen kennt man nicht
Die ältere Bronzezeit im westlichen Brandenburg von etwa 1500 bis 1300/1200 v. Chr. / Seite 203
Steinkränze als Sonnensymbole?
Die Vorlausitzer Kultur von etwa 1500 bis 1300/1200 v. Chr. / Seite 215
Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturelle Vielfalt und die sozioökonomischen Strukturen der Bronzezeit in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf den regional unterschiedlichen Entwicklungen der Hügelgräber-Kulturen sowie der bronzezeitlichen Gruppen im Norden und Osten Deutschlands liegt. Ziel ist es, ein detailliertes Bild der Lebenswelt, der Siedlungsweisen, der handwerklichen Fertigkeiten sowie der rituellen Praktiken und Bestattungssitten dieser Ära zu zeichnen.
Der Kult der »goldenen Hüte«
Etwa um 1600 v. Chr. änderten sich in weiten Teilen Europas die Bestattungssitten radikal: Statt die Toten wie in der Frühbronzezeit in Flachgräbern beizusetzen, schüttete man nun häufig über den Gräbern ein bis zwei Meter hohe Hügel auf und setzte dann nicht selten noch weitere Verstorbene darin bei. Auf diesem neuen Brauch beruht der Begriff »Hügelgräber-Kultur«, den 1902 der damals am Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Mainz, tätige Prähistoriker Paul Reinecke (1872–1958) geprägt hat. Bei der Namenswahl wurde er vermutlich durch die 1887 erschienene Publikation »Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee« des Münchener Historienmalers und Altertumsforschers Julius Naue (1832–1907) inspiriert.
Nach heutigem Kenntnisstand war die Hügelgräber-Kultur etwa ab 1600 bis 1300/1200 v. Chr. von Ostfrankreich (Elsass) bis nach Ungarn (Karpatenbecken) verbreitet. Sie ist in diesem Raum mit der Mittelbronzezeit identisch und lässt sich in zahlreiche Lokalgruppen gliedern.
Zu den im Gebiet von Deutschland vertretenen Lokalgruppen gehören die Württembergische Gruppe, die Oberbayerische Gruppe, die Oberpfälzisch-böhmische Gruppe, die Rhein-Main-Gruppe, die Werra-Fulda-Gruppe und die Lüneburger Gruppe. Die Lokalgruppen unterscheiden sich durch die Keramik sowie bronzene Schmucktracht und Bewaffnung voneinander.
Die Mittelbronzezeit in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Einordnung der Mittelbronzezeit, die regionalen Gliederungen und die technologischen Fortschritte, insbesondere im Bronzeguss.
Der Kult der »goldenen Hüte«: Der Abschnitt behandelt die Hügelgräber-Kultur, ihre Bestattungspraktiken, die gesellschaftliche Struktur sowie soziale Unterschiede und gesundheitliche Aspekte der Bevölkerung.
Der Goldbecher von Fritzdorf: Hier wird die ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen analysiert, wobei der Fokus auf Siedlungsspuren, Waffen, Schmuck und den Austausch mit anderen Regionen liegt.
Flügelhauben und Totenhäuser: Dieses Kapitel widmet sich der Lüneburger Gruppe, ihrer charakteristischen Frauentracht sowie den speziellen Totenhaus-Bestattungen.
Drei Nackte blickten zur Sonne: Der Fokus liegt auf der Stader Gruppe, ihrer Oberschicht, besonderen Funden wie Klappstühlen und den religiösen Darstellungen.
Der Schalenstein von Wiershausen: Dieser Teil beschreibt die Südhannoversche Gruppe, ihre metallverarbeitende Handwerkstradition und die Bedeutung von Schalensteinen als Kultobjekte.
Pfostenavenuen und »Sonnensteine«: Das Kapitel analysiert die Oldenburg-emsländische Gruppe, ihre materielle Kultur sowie die spezifischen archäologischen Befunde.
Der Sonnenkult der »Urgermanen«: Hier wird die nordische ältere Bronzezeit betrachtet, mit Schwerpunkt auf Schiffbau, Handelsrouten und der Bedeutung des Sonnenkults.
Ihre Siedlungen kennt man nicht: Der Abschnitt beschreibt die Forschungslage zur älteren Bronzezeit im westlichen Brandenburg und die dortigen Fundgruppen.
Steinkränze als Sonnensymbole?: Dieses Kapitel behandelt die Vorlausitzer Kultur, ihre Abgrenzung zu anderen Gruppen und die religiöse Bedeutung von Steinkreisen.
Bronzezeit, Hügelgräber-Kultur, Mittelbronzezeit, Archäologie, Bestattungssitten, Bronzeguss, Metallhandwerk, Sonnenkult, Lüneburger Gruppe, Vorlausitzer Kultur, Siedlungsarchäologie, Goldbecher, Steinkistengräber, Prähistorie, Deutschland.
Die Arbeit bietet eine umfassende Übersicht über die Urgeschichte der Bronzezeit in Deutschland, unterteilt in verschiedene regionale Kulturen und Gruppen.
Zentrale Themen sind die Abfolge der Kulturen, Siedlungsstrukturen, Handelskontakte, Bestattungsrituale, materielle Kultur sowie religiöse Vorstellungen und der Sonnenkult.
Das Werk möchte die regionale Diversität der bronzezeitlichen Gruppen zwischen Nordseeküste und Alpen erfassen und die Lebensumstände, Anatomie, Ernährung und Religion dieser Gemeinschaften schildern.
Der Autor stützt sich auf archäologische Fundanalysen, Grabungsberichte, anthropologische Untersuchungen und den Vergleich von Artefakten wie Keramik, Schmuck und Waffen.
Der Hauptteil gliedert sich nach geografischen Gruppen, wie etwa der Hügelgräber-Kultur, der Lüneburger Gruppe oder der Vorlausitzer Kultur, und analysiert deren spezifische Merkmale.
Bronzezeit, Siedlungsweisen, Bestattungsriten, Metallhandwerk, Hügelgräber, Archäologie und Kultobjekte.
Die »goldenen Hüte« werden als bedeutende Kultobjekte interpretiert, die vermutlich im Sonnenkult eine zentrale Rolle spielten und als Statussymbole oder göttliche Attribute dienten.
Dies wird von Prähistorikern als kultisch motivierte Opfergabe für Gottheiten gedeutet, beispielsweise als Dank für eine glückliche Flussüberquerung oder als Sühneopfer.
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