Diplomarbeit, 2011
86 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung und Fragestellung
2. Aufbau der Analyse
3. Besteuerung von Wohlfahrtsstaaten aus theoretischer Perspektive
3.1. Theorien über die Besteuerung von Wohlfahrtsstaaten: eine Übersicht
3.2. Typologien der Wohlfahrtsstaaten unter Besteuerungsaspekten
3.3. Hypothesen und Fallauswahl
3.4. Abgrenzung von Steuern, Abgaben und Beiträgen im internationalen Vergleich, Besonderheiten in den Steuer- und Abgabenbelastungsindikatoren
4. Steuerwettbewerb aus empirischer Perspektive
4.1. Wohlfahrtsstaatliche Ausgaben in der Europäischen Union
4.2. Gesamtsteueraufkommen im europäischen Vergleich
4.3. Die Permutation der Einzelsteuern: Tendenzen in Deutschland, Dänemark, dem Vereinigten Königreich und Irland
4.3.1. Deutschland
4.3.2. Dänemark
4.3.3. Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland
4.3.4. Irland
4.4. Einfluss des Steuerwettbewerbs auf die wohlfahrtsstaatliche Performance
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht empirisch, ob der zwischenstaatliche Steuerwettbewerb innerhalb der Europäischen Union zu einer Erosion der nationalstaatlichen Finanzbasis und damit zu einer Schwächung der wohlfahrtsstaatlichen Leistungsfähigkeit führt. Hierbei wird die Hypothese hinterfragt, ob durch Mobilität von Steuerbasen ein "race to the bottom" ausgelöst wird oder ob alternative Faktoren die fiskalische Performance stärker beeinflussen.
3.1. Theorien über die Besteuerung von Wohlfahrtsstaaten: eine Übersicht
Die vorhandene Literatur zur Besteuerung von Wohlfahrtsstaaten und zur Verschiedenartigkeit der einzelnen Steuersysteme weist eine erhebliche Variationsbreite auf und ist je nach Fachrichtung unterschiedlich fein verästelt. Mit diesem Kapitel wird ein Überblick zum aktuellen Forschungsstand geschaffen, wobei die bedeutsamsten Theorien und Vertreter aufgezeigt werden. Auf eine ausführliche Beschreibung der institutionellen Aspekte der Besteuerung wird zugunsten der Übersichtlichkeit verzichtet, zumal diese im empirischen Teil der Arbeit explizit behandelt werden.
Bellak und Leibrecht stellen die theoretische Basis zum Steuerwettbewerb auf Theorien, welche allesamt das Grundschema ökonomischer Effizienz verfolgen. Dabei verorten sie den Steuerwettbewerb zwischen drei verschiedenen Strängen: der durch Eigennutz induzierten Ausdehnung des öffentlichen Sektors, der ineffizienten Bereitstellung öffentlicher Güter aufgrund zu Verzerrung führender, weil ungleicher Steuern auf mobile Steuerbasen und einem Ansatz der ökonomischen Geografie, wonach relativ weit entwickelte Volkswirtschaften geringfügig höhere Steuern zu erheben in der Lage sind, ohne eine Abwanderung mobiler Besteuerungsbasen fürchten zu müssen. Wagschal differenziert grundlegender und unterteilt die Literatur zur Erklärung der Besteuerung in finanzwissenschaftliche, politökonomische und politikwissenschaftliche Ansätze.
1. Einleitung und Fragestellung: Einführung in den Kontext der EU-Erweiterung und die damit verbundenen Herausforderungen für die Handlungsfähigkeit wohlfahrtsstaatlicher Finanzsysteme.
2. Aufbau der Analyse: Darlegung des methodischen Vorgehens und der Untergliederung der Arbeit in theoretische und empirische Analyseschritte.
3. Besteuerung von Wohlfahrtsstaaten aus theoretischer Perspektive: Systematischer Überblick über verschiedene theoretische Erklärungsansätze zur Besteuerung und Klassifizierung von Wohlfahrtsstaaten.
4. Steuerwettbewerb aus empirischer Perspektive: Analyse anhand realer Daten von vier europäischen Ländern, um die Auswirkungen von Steuerwettbewerb auf Einnahmen und Ausgaben zu prüfen.
5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die darauf hindeutet, dass die Befürchtungen einer Einnahme-Erosion durch Steuerwettbewerb in der Realität oft überschätzt wurden.
Steuerwettbewerb, Wohlfahrtsstaat, Finanzbasis, Fiskalpolitik, Europäische Union, Faktormobilität, race to the bottom, Kapitalbesteuerung, implizite Steuersätze, Unternehmensbesteuerung, Sozialleistungsquote, öffentliche Ausgaben, Steuerlastverschiebung, Steuerharmonisierung, Wirtschaftsleistung
Die Arbeit untersucht, ob Steuerwettbewerb zwischen europäischen Staaten dazu führt, dass Wohlfahrtsstaaten ihre finanzielle Basis verlieren und damit ihre sozialpolitische Handlungsfähigkeit einbüßen.
Die zentralen Felder umfassen die fiskalischen Auswirkungen der Globalisierung, die theoretischen Ansätze der Besteuerung sowie die empirische Entwicklung der Steuer- und Ausgabenquoten in ausgewählten EU-Ländern.
Das Ziel ist es, die im öffentlichen Diskurs verbreitete These des "race to the bottom" durch eine empirische Analyse der Daten von vier europäischen Ländern zu untermauern oder zu widerlegen.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse theoretischer Ansätze mit einer vergleichenden empirischen Untersuchung unter Verwendung von Indikatoren wie impliziten Steuersätzen auf verschiedene Produktionsfaktoren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einordnung von Steuersystemen und eine detaillierte empirische Untersuchung der Steuerbelastung und Ausgabenentwicklung in Deutschland, Dänemark, dem Vereinigten Königreich und Irland.
Die Kernbegriffe sind Steuerwettbewerb, Wohlfahrtsstaat, Fiskalpolitik, Faktormobilität, race to the bottom und die Analyse der Finanzbasis durch empirische Steuersatzvergleiche.
Irlands wirtschaftlicher Aufstieg und die damit verbundene FDI-Politik dienen als Beispiel, um zu zeigen, wie eine aggressive Senkung der Unternehmenssteuern als Standortvorteil genutzt wurde, ohne die grundlegende Finanzierungsfähigkeit sofort zu untergraben.
Der Vergleich verdeutlicht, wie unterschiedliche sozialstaatliche Modelle (korporatistisch vs. sozialdemokratisch) auf den internationalen Steuerwettbewerb reagieren, wobei beide Länder trotz Reformen eine erstaunliche Kontinuität in ihrem Steuerniveau beibehalten haben.
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