Bachelorarbeit, 2010
88 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Hintergrund und Entwicklung des Abolitionismus
2.1 Die Situation vor der Abolitionismusbewegung
2.2 Die Society for Effecting the Abolition of the Slave Trade von 1787
2.3 Einzug der Debatte auf die parlamentarische Ebene
2.4 Revolution und Kriegsjahre
2.5 Der Foreign Slave Trade Act von 1806
2.6 Der Slave Trade Act von 1807
2.7 Die Abolition of the British Slavery aus dem Jahr 1833
3. Die Ideologie und das Handeln von William Wilberforce
3.1 Ökonomie
3.2 Nationales Interesse
3.3 Soziale Veränderungen
3.4 Gesellschaftsgefüge
3.5 Religion
4. Die Rolle und Bedeutung von William Wilberforce
4.1 Alter Humanitarismus
4.2 Ökonomisch-kapitalistischer Ansatz
4.3 Neuer Humanitarismus
4.4 Öffentlichkeit
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit analysiert die historische Bedeutung und die politische Rolle von William Wilberforce innerhalb der britischen Abolitionismusbewegung. Dabei wird untersucht, wie Wilberforce als Parlamentarier durch eine Kombination aus evangelikalem Glauben, rhetorischem Geschick und strategischem Lobbying maßgeblich zur Abschaffung des Sklavenhandels und später der Sklaverei im Britischen Empire beitrug, wobei der Fokus auf dem Wechselspiel zwischen moralischer Überzeugung und nationalen ökonomischen Interessen liegt.
2.2 Die Society for Effecting the Abolition of the Slave Trade von 1787
In einer Beratung über die strategische Fragestellung am 7. Juni 1787, ob sich das weitere Vorgehen auf ein generelles Verbot der Sklaverei oder vorerst auf die Abschaffung des Sklavenhandels konzentrieren sollte, resultierte aus der folgenden Argumentation, dass ein Verbot der Sklaverei als »meddling with the property of the planters« aufgefasst werden könnte und durch die damit verbundenen, vielleicht unüberwindbaren Ängste, die die Abolitionisten durch ihre Angehörigkeit zu den oberen Gesellschaftsschichten bestens nachvollziehen konnten, dieses Vorgehen somit als recht unmöglich erscheinen ließ. Der Fokus sollte daher auf das Verbot des Handels gerichtet werden.
Die Überlegung dahinter nahm an, dass durch die in der Karibik herrschende hohe Sterblichkeit unter den Sklaven und die zum Vergleich dazu niedrige Geburtenrate die Sklaverei gezwungenermaßen aussterben würde. Somit wurde aufgrund dieser Argumentation die Society for Effecting the Abolition of the Slave Trade gegründet.
Die Gesellschaft zum Zweck der Abschaffung des Sklavenhandels, welche sich in ihrer Struktur an jener der Quäker orientierte und dabei von deren Erfahrungen profitierte, hatte zum Erreichen ihres Zieles keine revolutionären Absichten. Vielmehr wurde dabei angestrebt, das Denken der Bevölkerung landesweit zu verändern sowie Augenzeugen zu beschaffen, um die Mitglieder des Parlaments, den Gesetzgeber, maßgeblich zu beeinflussen und für ein Verbot zu gewinnen.
1. Einleitung: Vorstellung des historischen Kontextes der Aufklärung und der Sklavenhandelsproblematik, sowie Einleitung in die Rolle von William Wilberforce.
2. Geschichtlicher Hintergrund und Entwicklung des Abolitionismus: Historischer Abriss der Bewegung, beginnend mit der Gründung der Society for Effecting the Abolition of the Slave Trade bis hin zur endgültigen Abschaffung der Sklaverei 1833.
3. Die Ideologie und das Handeln von William Wilberforce: Analyse der persönlichen Beweggründe Wilberforces, insbesondere der Verbindung zwischen seinem evangelikalen Glauben und seinen politischen Zielen.
4. Die Rolle und Bedeutung von William Wilberforce: Kritische Untersuchung der historischen Einordnung von Wilberforce in der Forschung, von der "heldenhaften" Darstellung bis hin zur ökonomischen Kritik.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Komplexität des Abolitionismus als Zusammenspiel sozialer, politischer und historischer Prozesse.
William Wilberforce, Abolitionismus, Sklavenhandel, Britisches Empire, Evangelikalismus, Parlamentsarbeit, Moral, Wirtschaft, Eigentum, Öffentlichkeit, Petitionen, Soziale Reformen, Gesellschaftsgefüge, Religion, Vorsehung
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von William Wilberforce bei der Abschaffung des Sklavenhandels und der Sklaverei in Großbritannien.
Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Strategie, der religiös-ideologischen Begründung sowie dem sozialen Umfeld der Abolitionismusbewegung.
Es wird untersucht, wie Wilberforce trotz konservativer Grundhaltung und politischer Widerstände einen signifikanten gesellschaftlichen Wandel herbeiführen konnte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die Primärquellen, zeitgenössische Reden sowie diverse wissenschaftliche Forschungspositionen (humanitaristisch vs. ökonomisch) vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung der Abolitionismusbewegung, eine detaillierte Analyse der Ideologie Wilberforces sowie eine wissenschaftsgeschichtliche Betrachtung seiner Rolle.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Abolitionismus, Evangelikalismus, Parlamentspolitik, Gesellschaftsordnung und historische Prozessanalyse charakterisieren.
Der Autor zeigt auf, dass Wilberforce Religion nicht nur als moralischen Kompass nutzte, sondern sie auch geschickt instrumentalisierte, um innerhalb des konservativen gesellschaftlichen Gefüges Akzeptanz für seine politischen Reformen zu schaffen.
Die Arbeit unterstreicht, dass der öffentliche Druck durch Petitionen und Boykottaktionen (wie den Zuckerboykott) ein entscheidender Faktor war, um die unentschlossenen Abgeordneten im Parlament zur Zustimmung zu bewegen.
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