Bachelorarbeit, 2011
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Erinnerungskultur in Deutschland
3. Der NS-Kulturgutraub
4. Historischer Abriss
4.1. Berlin am Anfang des 20. Jahrhunderts und der II. Weltkrieg
4.2. Nachkriegszeit und Aufarbeitung in zwei deutschen Staaten
4.3. Die Ereignisse seit 1990
5. Vorstellung der ausgewählten Bibliotheken
5.1. Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin
5.2. Das Lessing-Museum und seine Bibliothek
5.3. Verbindungspunkte/Verknüpfungspunkte
5.4. Zur Quellenlage
6. Ergebnisse
6.1. Die Auflösung des Lessing-Museums
6.2. Der Verein und seine Mitglieder
6.3. offene Fragen
7. Fazit/Ausblick
8. Anhang
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Geschichte des bis 1936 existierenden Lessing-Museums in Berlin und überprüft einen Buchbestand in der Berliner Stadtbibliothek hinsichtlich der Rechtmäßigkeit der Übernahme in der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, die Umstände der Museumsauflösung zu klären und den Verbleib sowie die Provenienz der Bestände kritisch zu beleuchten.
4. HISTORISCHER ABRISS
Berlin war zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine pulsierende intellektuelle Metropole. Vor allem als Stadt mit Sitz vieler Verlage, Zeitschriften, Theatern und Cafés, übte sie eine große Anziehungskraft auf engagierte und politisch interessierte Bürger aus. Gerade kulturell betrachtet, galt es viel zu erleben und Neues zu entdecken.
Die rauschenden Feste der "Goldenen Zwanziger" endeten schlagartig mit der Weltwirtschaftskrise 1929. Der Kampf der Parteien, zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten, wurde neben Straßenkämpfen auch zum Kulturkampf. Beispielsweise wie die Machtkämpfe hinsichtlich der weltanschaulichen Meinungen in Zeitschriftenartikeln und auf den Bühnen der Stadt, sowie die damit zusammenhängende Darstellung der politisch ausgerichteten Inhalte.
Schon vor Kriegsbeginn, mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten, wurde der Bereich der Literatur genau analysiert und ausgewertet. Hitler forderte in seiner Regierungserklärung vom 23. März 1933 die „Beseitigung der zersetzenden Erbschaft des Kulturverfalls“, er rechtfertigte seine Ansicht damit, dass die Juden in der Weimarer Republik vor allem die Kulturebene beherrschten. Mit dieser nachweislich nicht korrekten Behauptung verteidigten die Nationalsozialisten ihre „Aufsichtsgewalt als eine Schutzpflicht von Staat und Partei“.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des NS-Raubguts und Zielsetzung der Untersuchung des Bestandes des Lessing-Museums in der Berliner Stadtbibliothek.
2. Erinnerungskultur in Deutschland: Theoretischer Rahmen zu den Begriffen Gedächtnis, Erinnerungskultur und der Rolle von Archiven und Bibliotheken als Bewahrer des kulturellen Erbes.
3. Der NS-Kulturgutraub: Definition von NS-Raubgut, dessen Abgrenzung zu Beutekunst und Darstellung der verschiedenen Enteignungsmethoden durch die Nationalsozialisten.
4. Historischer Abriss: Darstellung der gesellschaftlichen und politischen Lage Berlins vom frühen 20. Jahrhundert bis nach 1990 mit Fokus auf die Zeit des Nationalsozialismus und die Nachkriegszeit.
5. Vorstellung der ausgewählten Bibliotheken: Überprüfung der Bestandsgeschichte der ZLB und des Lessing-Museums sowie Erläuterung der Forschungsgrundlagen.
6. Ergebnisse: Darstellung der Untersuchungsergebnisse zur Schließung des Museums, zur Rolle des Vereins sowie zur Identifizierung verschollener Bestände.
7. Fazit/Ausblick: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Notwendigkeit der fortgesetzten Restitution von NS-Raubgut zur Aufarbeitung der Vergangenheit.
8. Anhang: Auflistung der verwendeten unveröffentlichten Quellen, Literatur sowie Anlagen wie Inventarverzeichnisse.
Lessing-Museum, Berlin, NS-Raubgut, Provenienzforschung, Zentral- und Landesbibliothek Berlin, Erinnerungskultur, Restitution, NS-Zeit, Kulturgut, Lessing-Gesellschaft, Georg Richard Kruse, Bibliotheksgeschichte, Shoah, Gedächtnis, Enteignung.
Die Arbeit untersucht das Schicksal des Lessing-Museums in Berlin, das 1936 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde, und analysiert den Verbleib dessen Buchbestandes in der Berliner Stadtbibliothek.
Zentrale Themen sind der NS-Kulturgutraub, die Bibliotheksgeschichte, Erinnerungskultur und die praktische Provenienzforschung zur Rückführung geraubter Kulturgüter.
Das Ziel ist die Klärung der Umstände, die zur Schließung des Lessing-Museums 1936 führten, sowie die Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Bestandsübernahme durch die Berliner Stadtbibliothek.
Die Autorin nutzte Archivrecherchen im Landesarchiv Berlin, Aktenstudien in Bibliotheksbeständen, die Auswertung von Zugangsbüchern sowie den Vergleich historischer Kataloge mit aktuellen Bibliotheksdaten.
Im Hauptteil werden der historische Kontext, die Geschichte des Museums und seiner Bibliothek, die Verbindungen zur Berliner Stadtbibliothek und die detaillierten Untersuchungsergebnisse zur Auflösung und zum Schicksal der Vereinsmitglieder analysiert.
Zu den wichtigsten Schlagworten gehören NS-Raubgut, Lessing-Museum, Provenienzforschung, Restitution, Erinnerungskultur und Bibliotheksgeschichte.
Die Schließung wird durch eine Kombination aus politischem Druck der Nationalsozialisten, die für Lessings humanistische Ideale keinen Platz sahen, und einer prekären finanziellen Lage der Lessing-Gesellschaft erklärt.
Viele Mitglieder, insbesondere solche jüdischer Abstammung, waren Verfolgung, Deportation und Vernichtung durch das NS-Regime ausgesetzt, was die Arbeit anhand konkreter Biografien belegt.
Nein, die Sammlung wurde zerrissen. Während Teile an Museen und das Lessing-Museum in Kamenz gingen, gelten viele Bücher und Autographen in der Berliner Stadtbibliothek heute als verschollen.
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