Fachbuch, 2011
108 Seiten
Vorwort
Der Kult der »goldenen Hüte«
Die Hügelgräber-Kultur von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.
Die wissenschaftliche Graphikerin Friederike Hilscher-Ehlert
Der Autor Ernst Probst
Bücher von Ernst Probst
Die vorliegende Arbeit widmet sich der detaillierten Untersuchung der bronzezeitlichen Hügelgräber-Kultur in Deutschland. Sie beleuchtet die anatomischen Beschaffenheiten, sozialen Strukturen, Siedlungsweisen sowie das religiöse und kulturelle Leben dieser Epoche, um ein umfassendes Bild des damaligen Alltags zu vermitteln.
Der Kult der »goldenen Hüte«
Etwa um 1600 v. Chr. änderten sich in weiten Teilen Europas die Bestattungssitten radikal: Statt die Toten wie in der Frühbronzezeit in Flachgräbern beizusetzen, schüttete man nun häufig über den Gräbern ein bis zwei Meter hohe Hügel auf und setzte dann nicht selten noch weitere Verstorbene darin bei. Auf diesem neuen Brauch beruht der Begriff »Hügelgräber-Kultur«, den 1902 der damals am Römisch-Germanischen Zentralmuseum, Mainz, tätige Prähistoriker Paul Reinecke (1872–1958) geprägt hat. Bei der Namenswahl wurde er vermutlich durch die 1887 erschienene Publikation »Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee« des Münchener Historienmalers und Altertumsforschers Julius Naue (1832–1907) inspiriert.
Nach heutigem Kenntnisstand war die Hügelgräber-Kultur etwa ab 1600 bis 1300/1200 v. Chr. von Ostfrankreich (Elsass) bis nach Ungarn (Karpatenbecken) verbreitet. Sie ist in diesem Raum mit der Mittelbronzezeit identisch und lässt sich in zahlreiche Lokalgruppen gliedern.
Zu den im Gebiet von Deutschland vertretenen Lokalgruppen gehören die Württembergische Gruppe, die Oberbayerische Gruppe, die Oberpfälzisch-böhmische Gruppe, die Rhein-Main-Gruppe, die Werra-Fulda-Gruppe und die Lüneburger Gruppe. Die Lokalgruppen unterscheiden sich durch die Keramik sowie bronzene Schmucktracht und Bewaffnung voneinander.
Vorwort: Einführung in den thematischen Fokus des Buches auf die Hügelgräber-Kultur sowie eine kurze Vorstellung des Autors und der unterstützenden Fachwissenschaftler.
Der Kult der »goldenen Hüte« Die Hügelgräber-Kultur von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.: Umfassende Darstellung der kulturellen, sozialen und religiösen Aspekte der Hügelgräber-Kultur, einschließlich Bestattungsriten, Handwerk und Siedlungswesen.
Die wissenschaftliche Graphikerin Friederike Hilscher-Ehlert: Würdigung der Arbeit und des künstlerischen Werdegangs der Graphikerin im Kontext archäologischer Illustrationen.
Der Autor Ernst Probst: Kurze Biografie und Übersicht über das publizistische Schaffen des Autors.
Bücher von Ernst Probst: Bibliographische Auflistung weiterer Werke aus der Feder des Autors.
Hügelgräber-Kultur, Bronzezeit, Mittelbronzezeit, Archäologie, Bestattungssitten, Bronzeguss, Siedlungsgeschichte, Schmuck, Goldener Hut, soziale Stratifikation, Religion, Süddeutschland, Prähistorik, Sachkultur, Handwerk.
Das Buch bietet einen Überblick über die bronzezeitliche Hügelgräber-Kultur, die von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr. in weiten Teilen Deutschlands existierte.
Die Arbeit behandelt unter anderem die Anatomie der Menschen, ihre Siedlungen, ihre Kleidung, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten wie Ackerbau und Viehzucht sowie ihre religiösen Vorstellungen.
Ziel ist es, ein detailliertes Lebensbild der Menschen der Hügelgräber-Kultur zu zeichnen und die archäologischen Funde der Epoche in ihren gesellschaftlichen und rituellen Kontext zu stellen.
Es handelt sich um eine auf archäologischen Funden (Gräber, Siedlungsreste, Depotfunde) und deren wissenschaftlicher Auswertung basierende Zusammenfassung durch den Autor.
Der Hauptteil analysiert die regionale Gliederung der Kultur, die soziale Struktur der Bevölkerung, die materielle Ausstattung (Schmuck, Waffen, Keramik) sowie Bestattungsriten und Anzeichen für Kulthandlungen.
Schlüsselbegriffe sind Hügelgräber-Kultur, Bronzezeit, Archäologie, Bronzeverarbeitung, Totenkult und gesellschaftliche Differenzierung.
Die Menschen bestatteten ihre Toten häufig in Hügeln, wobei soziale Unterschiede durch die Beigaben und die Lage im Grab (Zentralgrab) deutlich werden.
Diese Funde werden als wertvolle Kultobjekte gedeutet, die vermutlich im Sonnenkult eine zentrale Rolle spielten.
Skelettfunde mit eingeschossenen Pfeilspitzen und Beilverletzungen belegen, dass Pfeil und Bogen sowie metallene Waffen auch in zwischenmenschlichen Konflikten eingesetzt wurden.
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