Examensarbeit, 2011
65 Seiten, Note: 1,00
1. Einleitung
2. Statistische Angaben
2.1 Bevölkerungsentwicklung in den Altersgruppen
2.2. Tatverdächtigtenbelastungszahlen nach Alter und Geschlecht
2.3. Tatverdächtige in einzelnen Deliktsbereichen
2.4. Einzelne Deliktsbereiche getrennt nach Alter der Tatverdächtigten
3. Formen von weiblicher Kriminalität
4. Ursachen weiblicher Jugendkriminalität
4.1 Hypothesen zur Straffälligkeit bei Mädchen
5. Interviews
5.1 Kommentar zur Methodik der Datenerhebung der Interviews
5.2 Datenauswertung der Interviews
5.1.1 Transkriptionsregeln nach Kuckartz et al. (vgl. Kuckartz et al, 2008, S. 27)
5.1.2 Auswertungsverfahren nach Mayring (vgl. Mayring, 2003)
5.3 Vermerk zu den transkribierten Interviews
5.4 Kommentierte Auswertung der Interviews
5.5 Zusammenfassung und Interpretation der einzelnen Lebensgeschichten
5.5.1 Person A
5.5.2 Person B
5.5.3 Person C
5.5.4. Person D
5.5.5 Person E
5.5.6 Person F
5.5.7 Person G
5.6 Signifikante Parallelen
5.6.1. Definitionen
5.6.2. Beschreibung der signifikanten Parallelen
6. Präventionen und Interventionen
6.1. Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei der Jugendkriminalität
6.2. Grenzen von etablierten Interventionsmaßnahmen in Frankfurt
6.2.1 Interventionsmaßnahmen
6.3. Präventions- und Interventionsangebote am Beispiel einiger Einrichtungen in Frankfurt
6.3.1. Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen
6.3.2 Streetworkeinrichtung Innenstadt
6.3.3. Jugendhaus A.
7. Schlussbemerkungen und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe weiblicher Jugendkriminalität im Raum Frankfurt am Main. Ziel ist es, durch die Analyse qualitativer Experteninterviews und biografischer Lebensgeschichten kriminell auffälliger Mädchen ein tieferes Verständnis für die sozialen und psychologischen Faktoren zu gewinnen, die zu delinquentem Verhalten führen.
5.5.1 Person A
ist 29 Jahre alt und hat eine fünfjährige Tochter, welche seit dem Gefängnisaufenthalt bei ihren Eltern lebt. ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. ist die Älteste von vier Kindern. ist adoptiert. hat zwei Geschwister, welche Pflegekinder der Familie sind. hat einen hochbegabten Bruder, der das leibliche Kind der Eltern ist. jüngste Schwester ist geistig behindert. ist in finanziell gut abgesicherter Situation aufgewachsen. Eltern sind nicht geschieden. Vater ist Systemanalytiker bei einer Bank und die Mutter absolvierte eine Ausbildung zur Arzthelferin, Erzieherin und Logopädin. erlebte in ihrem Elternhaus keine Erfahrungen mit Gewalt und/oder Kriminalität. hat einen Realschulabschluss, eine Ausbildung zur Arzthelferin und eine Ausbildung bei der deutschen Post erfolgreich abgeschlossen. bewegte sich mit 14 Jahren in einer Clique, in der Drogenkonsum und Drogenverkauf ein Thema waren. nahm selbst harte Drogen und verkaufte diese.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mediale Darstellung der Jugendkriminalität und setzt den Fokus auf die Vernachlässigung weiblicher delinquenter Jugendlicher in der Forschung.
2. Statistische Angaben: Dieses Kapitel wertet polizeiliche Statistiken und Berichte zur Jugendkriminalität aus, um Alters- und Geschlechterunterschiede bei Straftaten aufzuzeigen.
3. Formen von weiblicher Kriminalität: Hier wird das spezifische Erscheinungsbild weiblicher Delinquenz diskutiert und der "Frauenbonus" in der Justiz kritisch hinterfragt.
4. Ursachen weiblicher Jugendkriminalität: Das Kapitel stellt elf Hypothesen auf, die als theoretische Grundlage für die nachfolgenden Experteninterviews dienen.
5. Interviews: In diesem empirischen Hauptteil werden die Methodik der Datenerhebung erläutert und die Lebensgeschichten von sieben betroffenen Mädchen interpretiert.
6. Präventionen und Interventionen: Es werden verschiedene Ansätze zur Kriminalitätsprävention analysiert und am Beispiel von Frankfurter Einrichtungen wie der Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen geprüft.
7. Schlussbemerkungen und Ausblick: Die Arbeit resümiert, dass Straffälligkeit oft ein Hilferuf ist und fordert ganzheitliche, auf Lebenschancen ausgerichtete soziale Strukturen statt rein repressiver Maßnahmen.
Jugendkriminalität, Weibliche Jugendliche, Delinquenz, Frankfurt am Main, Sozialpädagogik, Prävention, Intervention, Bindungstheorie, Peergroup, Strafvollzug, Lebensgeschichte, Jugendhilfe, Identitätsfindung, Resozialisierung, Biografieanalyse
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und Hintergründen von kriminellem Verhalten bei weiblichen Jugendlichen.
Die zentralen Themen umfassen die Analyse der Lebensgeschichten delinquenter Mädchen, den Einfluss von Familie und Peergroup sowie die Wirksamkeit bestehender Präventionsmodelle.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Motive und Lebensumstände krimineller Mädchen zu entwickeln, die in der Forschung oft zugunsten männlicher Täter vernachlässigt werden.
Die Verfasserin nutzt eine qualitative, biographisch-narrative Interviewform, deren Auswertung sich an dem Modell von Mayring orientiert.
Der Hauptteil beinhaltet die methodische Herleitung, die Durchführung von Interviews mit sieben straffälligen Frauen sowie deren detaillierte Interpretation anhand von elf Hypothesen.
Wichtige Begriffe sind Jugendkriminalität, weibliche Delinquenz, Bindungstheorie, Resozialisierung und Präventionsmaßnahmen.
Die Verfasserin stieß auf bürokratische Hürden in Gefängnissen und eine ablehnende Haltung in vielen sozialen Einrichtungen, da das Thema weibliche Kriminalität oft als wissenschaftlich weniger relevant oder durch Diskretion geschützt betrachtet wurde.
Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass die meisten befragten Frauen Entwicklungsdefizite durch eine fehlende oder gestörte Bindungsbeziehung in der frühen Kindheit aufweisen, was ihre Anfälligkeit für delinquentes Verhalten erhöht.
Die Arbeit bewertet Einrichtungen wie die "Anlaufstelle für straffällig gewordene Frauen" als sehr erfolgreich, mahnt jedoch an, dass die finanziellen Ressourcen oft nicht ausreichen und der Fokus stärker auf Lebensperspektiven statt auf reine Kontrolle liegen sollte.
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