Examensarbeit, 2010
57 Seiten, Note: 1,5
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
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1. Einleitung
2. Vom Web 1.0 zum Web 2.0
2.1 Web 2.0 – Begriffsklärung
2.1.1 Das Web 2.0 als „Mitmachnetz“
2.1.2 Multimedialität und Multimodalität von Webanwendungen
2.1.3 Soziale Netzwerke und Web-Portale
2.2 Web-Angebote der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
2.2.1 Landeskirchliche User-Beteiligung
2.2.2 Multimedialität und Multimodalität landeskirchlicher Seiten
2.2.3 Landeskirchliches Engagement in Social Networks und auf Portalen
2.3 Zwischenfazit
3. Projekte – Erfahrungen – Horizonte im Kirchenbezirk Schorndorf
3.1 „Rai’gschmeggt – Ankommen in Schorndorf und Umgebung“
3.1.1 Hintergrund des Projektes
3.1.2 Erste Projektphasen
3.1.3 Projekterfahrungen im Umgang mit dem Web 2.0
3.2 Neuer Internetauftritt des Kirchenbezirks Schorndorf
3.2.1 Hintergrund des Projektes
3.2.2 Phasen der Konzeption
3.2.3 Neue Internetpräsenz – Beurteilung und Potentiale
3.3 Zwischenfazit
4. Reflexion Kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit im Internet
4.1 Kirchliche Stellungnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit im Internet
4.1.1 Stellungnahmen im Bereich der EKD
4.1.2 Publizistische Grundlinien der ELKB
4.2 Systematisch-theologische Reflexion
4.2.1 Allgemeines Priestertum aller User?
4.2.2 Multimedialität und Multimodalität religiöse Kommunikation
4.2.3 Kirchliche Verkündigung in einer pluralen Community
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Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen, die das Web 2.0 für die Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie exemplarisch im Kirchenbezirk Schorndorf bietet, um daraus Impulse für eine zeitgemäße kirchliche Internetarbeit abzuleiten.
2.1.1 Das Web 2.0 als „Mitmachnetz“
Eine wesentliche Veränderung besteht darin, dass im Web 2.0 die Trennungen zwischen AutorIn und NutzerIn (‚User’) immer stärker verschwimmen. Zu Recht wird das Web 2.0 daher – wenn auch verkürzt – als „Mitmachnetz“ bezeichnet. Das „Web 2.0 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger ‚Web 1.0’ interaktiver, individueller, sozial- und medienintensiver.“15
Während 1995 noch alle 18.000 Websites, die weltweit existierten, auf einer Einweg-Kommunikation beruhten,16 d.h. die Informationen von dem Websitebetreiber zu einem User geleitet wurden, werden heute zahlreiche Möglichkeiten der interaktiven Beteiligung genutzt. Die sinkenden Kosten für die Online-Nutzung, verbraucherfreundliche Webanwendungen sowie der Zusammenbruch großer Medienkonzerne durch das „Platzen“ der Dotcom-Blase an den Neuen Märkten im Jahr 2000, haben diesen Trend beschleunigt. So sind heute neben jungen Startup-Unternehmen immer mehr NutzerInnen direkt an der Erstellung, Bearbeitung, Umgestaltung und Bewertung von Inhalten – bis hin zur (Weiter-)Entwicklung von Webanwendungen – beteiligt.
Ende der 90er Jahre zeichnete sich zunächst im Bereich der unterschiedlichen Textformate eine rege Beteiligung ab. Insbesondere die sogenannten Weblogs (kurz: Blogs) verzeichneten zu diesem Zeitpunkt bereits ein schnelles Wachstum. Um die – meist themenspezifischen – Internet-Tagebücher entwickelten sich rasch communities, die ihre Beiträge gegenseitige kommentierten und verlinkten. Der hohe Grad an Vernetzung trug zur noch schnelleren Verbreitung und Kenntnisnahme von Nachrichten bei und machte die neue Interaktionsmöglichkeit für den professionellen Journalismus attraktiv.17 Die Internetredaktionen zahlreicher Zeitungen und Fernsehsender bieten mittlerweile fast selbstverständlich Blogs ihrer RedakteurInnen an.18 Diese können wiederum von NutzerInnen kommentiert und bewertet werden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Internets für den Pfarrberuf und das kirchliche Handeln und stellt die Forschungsfrage zur Rolle des Web 2.0 in der Landeskirche.
2. Vom Web 1.0 zum Web 2.0: Dieses Kapitel definiert das Web 2.0 als Mitmachnetz und evaluiert den aktuellen Stand der landeskirchlichen Web-Angebote sowie deren Partizipationsmöglichkeiten.
3. Projekte – Erfahrungen – Horizonte im Kirchenbezirk Schorndorf: Anhand eines Migrationsprojekts und der Konzeption einer neuen Internetpräsenz werden die Chancen und strukturellen Hürden für Web 2.0-Anwendungen im Kirchenbezirk aufgezeigt.
4. Reflexion Kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit im Internet: Das Kapitel reflektiert kirchliche Stellungnahmen und untersucht systematisch-theologisch, wie das Internet den Verkündigungsauftrag unterstützen kann, ohne das Amtsverständnis zu untergraben.
Web 2.0, Kirche, Öffentlichkeitsarbeit, Landeskirche Württemberg, Kirchenbezirk Schorndorf, Partizipation, Mitmachnetz, Internetstrategie, digitale Verkündigung, Multimodalität, Social Networks, Allgemeines Priestertum, Online-Kommunikation, Systematische Theologie, Medienethik.
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit der Nutzung des Web 2.0 als Instrument kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit auseinander und untersucht, wie die Kirche neue digitale Kommunikationsformen sinnvoll integrieren kann.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Web 1.0 zu Web 2.0, die Analyse aktueller kirchlicher Online-Angebote sowie die systematisch-theologische Reflexion über das Verhältnis von Kirche und digitalen Medien.
Ziel ist es, Chancen und Herausforderungen für die landeskirchliche Öffentlichkeitsarbeit zu identifizieren und aufzuzeigen, wie kirchliche Internetpräsenzen von einer statischen Informationsdarstellung zu interaktiven Kommunikationsplattformen weiterentwickelt werden können.
Die Autor setzt auf eine Kombination aus phänomenologischer Beschreibung der Web 2.0-Angebote, einer Fallstudien-Analyse (Projekt im Kirchenbezirk Schorndorf) sowie einer theologischen Reflexion auf Basis kirchlicher Dokumente.
Der Hauptteil analysiert erst das Web 2.0-Verständnis der Kirche, stellt dann die praktischen Erfahrungen aus Schorndorf dar und reflektiert diese abschließend vor dem Hintergrund des kirchlichen Selbstverständnisses und der Medienethik.
Neben Web 2.0 und Kirche prägen Begriffe wie Öffentlichkeitsarbeit, Partizipation, digitale Verkündigung und das Allgemeine Priestertum das inhaltliche Profil.
Das Projekt verdeutlicht, dass die Nutzung multimedialer Elemente zu einer stärkeren Vernetzung und gesellschaftlichen Relevanz beitragen kann, aber an strukturellen und technischen Rahmenbedingungen innerhalb der bestehenden kirchlichen IT-Strukturen scheitert.
Die Arbeit kritisiert, dass viele kirchliche Webauftritte weiterhin als bloße Informationsportale (Web 1.0) fungieren und Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung sowie zur Multimodalität zugunsten von Kontrolle oder aus Unkenntnis vernachlässigen.
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