Fachbuch, 2011
62 Seiten
Vorwort
Menschenopfer im Megaron
Die Aunjetitzer Kultur von etwa 2300/2200 bis 1800 v. Chr.
Die vorliegende Arbeit bietet einen fundierten Überblick über die Aunjetitzer Kultur in Österreich während der Frühbronzezeit (ca. 2300/2200 bis 1800 v. Chr.) und beleuchtet zentrale Aspekte wie Lebensweise, Bestattungssitten sowie soziale Strukturen anhand archäologischer Befunde.
Menschenopfer im Megaron
Im Weinviertel und am Ostrand des Waldviertels im nördlichen Niederösterreich hinterließ zwischen etwa 2300/2200 bis 1800 v. Chr. die nach einem tschechischen Fundort benannte Aunjetitzer Kultur ihre Spuren. Dass sie nur auf das nördliche Niederösterreich beschränkt war, hatte der Wiener Prähistoriker Oswald Menghin (1888–1973) bereits 1915 erkannt. Die niederösterreichischen und die mährischen Funde bilden eine gemeinsame Gruppe.
Die Anfänge der Aunjetitzer Besiedlung in Niederösterreich liegen noch im Dunkel. In Mähren kennt man eine so genannte Proaunjetitz-Stufe, die sich kontinuierlich aus der einheimischen Glockenbecher-Kultur (etwa 2500 bis 2200 v. Chr.) entwickelt hat. In der österreichischen Fachliteratur ist – im Gegensatz zu Deutschland – häufig von der Aunjetitz-Kultur die Rede.
Vorwort: Einleitende Darstellung der behandelten Epoche und der wissenschaftlichen Schwerpunkte des Werkes.
Menschenopfer im Megaron: Detaillierte Untersuchung der Aunjetitzer Kultur, ihrer Siedlungsweise, materiellen Hinterlassenschaften und kultischen Praktiken.
Aunjetitzer Kultur, Frühbronzezeit, Niederösterreich, Archäologie, Bestattungssitten, Höhensiedlungen, Metallhandwerk, Siedlungsstruktur, Trepanation, Menschenopfer, Bronzezeit, Vorhallenhaus, Megaron, Siedlungsarchäologie, Prähistorie.
Die Arbeit befasst sich mit der Aunjetitzer Kultur in Niederösterreich während der Frühbronzezeit und dokumentiert archäologische Erkenntnisse zu dieser Gesellschaft.
Die Themen umfassen die Siedlungsarchäologie, materielle Kultur, Bestattungsbräuche, anthropologische Befunde an Skeletten sowie religiöse Praktiken.
Das primäre Ziel ist es, die Lebenswelt der Aunjetitzer Bevölkerung im Wein- und Waldviertel wissenschaftlich fundiert darzustellen.
Der Autor stützt sich auf eine Synthese archäologischer Ausgrabungsberichte, anthropologischer Analysen und historischer Fachliteratur.
Der Hauptteil analysiert Siedlungsformen, Befestigungen, Alltagsobjekte, Handwerk sowie besondere Bestattungsbefunde wie Ringwallanlagen und Megara.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Aunjetitzer Kultur, Frühbronzezeit, Siedlungsarchäologie und Bestattungskultur.
Die Skelette geben Auskunft über Körpergröße, gesundheitliche Belastungen, degenerative Prozesse und sogar chirurgische Eingriffe wie Trepanationen.
Die Vorhallenhäuser (Megara) dienten Forschern zufolge eher kultischen Zwecken als reinen Wohnzwecken, was durch ungewöhnliche Bestattungen unterstrichen wird.
Ja, in Fundorten wie Schleinbach oder Fels am Wagram deuten Mehrfachbestattungen mit Anzeichen gewaltsamer Tötung auf kultische Totenopfer hin.
Typisch sind Bronzewaren, die teilweise als genormte Zahlungsmittel (Ringbarren) dienten, sowie kunstvoll gegossener Schmuck.
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