Bachelorarbeit, 2010
38 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Allgemeines zum Bild der Frau im Mittelalter
2.1. Die adelige Frau in der Literatur des Mittelalters
2.2. Die bäuerliche Frau in der mittelalterlichen Literatur
3. Frauen in den Liedern Oswalds von Wolkensteins
4. Dörperliche Frauen in den Liedern Oswalds von Wolkenstein
4.1. Pastourellen
4.2. Liebeslieder
4.3. Ein Tagelied
4.4. Trinklieder
4.5. Ein Episodenlied
4.6. Ein Genreübergreifender Vergleich
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und das Frauenbild der bäuerlichen, bzw. "dörperlichen" Frau in ausgewählten Liedern Oswalds von Wolkenstein. Dabei wird analysiert, inwiefern Oswald mit traditionellen Frauenbildern des Mittelalters bricht oder diese durch eine eigene, teilweise innovative und satirische Perspektive ergänzt.
Kl. 83 und Kl. 76
In dem Lied Kl. 83 „Ain jetterin“, trifft das lyrische Ich, ein adeliger Mann oder Ritter, in einer Berglandschaft auf eine Bauernschönheit. Aufgrund dieser Szenerie wird dieses Lied auch oft als Bergwaldpastourelle bezeichnet. Der Mann legt sich wie ein fuxs (V. 7) auf die Lauer und beobachtet sie, bis er ihr preun ermaus (V. 10). Direkt zu Beginn wird deutlich, dass das Lied eine erotische Ebene besitzt. Die Begegnung findet im Frühling, in einem Wald auf sticklem berg in wilder höch (V. 2) statt. Es folgt, wie nach jeder Strophe, ein immer identischer Refrain, der als Schönheitspreis verstanden werden kann. In den beiden nächsten Strophen beschreibt Oswald die Vorbereitung einer Vogeljagd. Diese ist jedoch nur Tarnung für die darunter liegende sexuelle Ebene, um die es in dem Lied eigentlich geht. Der Mann versteckt sich in einer laubbedeckten Hütte und will mit der Hilfe eines Klobens Amsel und Drossel fangen. Dabei ist der Kloben in dem Lied doppeldeutig angelegt und steht metaphorisch für die Vulva. In der dritten Strophe setzt sich die Sexualmetaphorik ganz gegenüber der Vogeljagd durch.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, welche Rolle die bäuerliche Frau in den Liedern Oswalds von Wolkenstein spielt und welches Frauenbild sie verkörpert.
2. Allgemeines zum Bild der Frau im Mittelalter: Dieses Kapitel beleuchtet die gesellschaftliche und kirchliche Stellung der Frau im Mittelalter sowie deren Repräsentation in der zeitgenössischen Literatur.
3. Frauen in den Liedern Oswalds von Wolkensteins: Hier wird der Dichter Oswald von Wolkenstein biographisch vorgestellt und seine innovative, teils moderne Herangehensweise an Frauendarstellungen in der Lyrik diskutiert.
4. Dörperliche Frauen in den Liedern Oswalds von Wolkenstein: In diesem Hauptteil werden spezifische Liedtypen wie Pastourellen, Liebeslieder, Tagelieder, Trinklieder und Episodenlieder analysiert, um die Darstellung der nicht-adeligen Frau zu untersuchen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Frauendarstellungen bei Oswald zwar modern wirken, aber in einem meist erotisch-satirischen Kontext verbleiben.
Oswald von Wolkenstein, Mittelalter, Bäuerliche Frau, Dörperlich, Minnesang, Frauenbild, Pastourelle, Trinklied, Sexualmetaphorik, Soziale Schichten, Autonomie, Satire, Spätmittelalter, Geschlechterrollen, Literaturanalyse.
Die Arbeit untersucht die Darstellung der bäuerlichen oder "dörperlichen" Frau in der Lyrik von Oswald von Wolkenstein.
Zentrale Themen sind die soziale Stellung der Frau im Mittelalter, die Gattungen des Spätmittelalters sowie die spezifischen Frauenbilder in den Liedern Oswalds.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Oswald von Wolkenstein ein innovatives Frauenbild zeichnet oder ob er sich gängiger Klischees und einer satirischen Darstellung bedient.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text der Lieder im Kontext der Sekundärliteratur und der mittelalterlichen Gattungstraditionen untersucht.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Liedgattungen wie Pastourellen, Liebes- und Trinklieder auf ihre Darstellung bäuerlicher Frauen.
Schlüsselbegriffe sind Oswald von Wolkenstein, Frauenbild, bäuerliche Frau, Mittelalter, Erotik, Satire und literarische Gattungen.
Die Frauen werden meist als Objekte männlicher Begierde eingeführt, die jedoch am Ende eine eigene, unersättliche sexuelle Lust zeigen und teils aktiv agieren.
Ja, das Lied Kl. 73, da es weniger die körperliche Lust, sondern eine gleichberechtigte, von Treueschwüren geprägte Partnerschaft thematisiert.
Es ist das einzige Lied ohne erotische Anspielungen und nutzt einen umgekehrten Schönheitspreis, um die Frauen satirisch und negativ darzustellen.
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