Magisterarbeit, 2001
105 Seiten, Note: 1,0
Die abenteuerliche Reise (Quest) als philosophischer Erkenntnisweg. Phantastisch-allegorische „Erfahrungen“ der Willensmetaphysik Arthur Schopenhauers in Alfred Kubins Die andere Seite (1909) und Robert Müllers Tropen (1915). Eine Vorbemerkung
„Von zwei Auslegungen wird die reichere und unbestimmtere die bessere sein.“ Die andere Seite und Tropen im Spiegel der Forschung
„ – So fuhren wir dahin. – Ich hatte jetzt mein Abenteuer.“ Der philosophische Erkenntnisweg als abenteuerliche Reise (Quest)
„Es ist eine verdammt metaphysische Geschichte“. Die abenteuerliche Reise (Quest) als philosophischer Erkenntnisweg
„Tropenlehrzeit“. Die philosophischen Erkenntniswege in Alfred Kubins Die andere Seite und Robert Müllers Tropen
„Eine Art Baedeker für jene nur halb vertrauten Länder“. Die andere Seite als „die andere Seite der Welt“
„Die Tropen bin ich!“ Die Tropen als Tropus der Welt als Wille
„Wozu reist dieses Geschlecht? Um den Menschen in sich zu erreisen.“ Metaphysische Expeditionen am Rande der entzauberten Welt. Eine Schlußbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht die vergleichende Interpretation von Alfred Kubins Die andere Seite und Robert Müllers Tropen vor dem Hintergrund der Philosophie Arthur Schopenhauers. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der philosophischen Grundstruktur, die in beiden Romanen handlungsbestimmend wirkt, und wie diese durch die literarische Form des spätviktorianischen Abenteuerromans (Quest Romance) allegorisch vermittelt wird.
Vorbemerkung
Die folgende Arbeit versucht sich an der vergleichenden Interpretation zweier Romane, deren strukturelle und ideengeschichtliche Nähe bisher nur wenig Beachtung gefunden hat. Dieser Umstand kann nicht mit einem mangelnden Interesse der Literaturwissenschaft erklärt werden. Sowohl Alfred Kubins Die andere Seite (1909) als auch Robert Müllers Tropen (1915) sind seit den späten siebziger Jahren kontinuierlich erforscht worden. Ein Grund für das Ausbleiben einer solchen Interpretation liegt vielleicht in den dominierenden Stil- und Genrezuweisungen, die die frühe Forschungsliteratur zu beiden Werken prägte und deren Gemeinsamkeiten bald überdeckte. So wurde Kubins Roman als Paradigma der Dekadenzdichtung und der phantastischen Literatur beschrieben, Müllers Werk als Muster der expressionistischen Prosa und des exotistischen Reiseromans vorgestellt.
Folgt man dagegen Wolfdietrich Raschs Gedanken zu einer literarischen Epoche zwischen 1890 und 1914, die er mit der Formel „Dichtung der Jahrhundertwende“ umschreibt, so erhalten Die andere Seite und Tropen ein gemeinsames ideengeschichtliches Fundament. Im Gegensatz zum gängigen Schema der „zeitlichen Aufeinanderfolge von Stilen“, das auf die zu interpretierenden Werke angewendet kaum Berührungspunkte zuläßt, stellt Rasch die „These von der inneren Einheit der Zeit“ auf, einer Zeit, „in der klar unterscheidbare Formungsweisen, die keimhaft schon im Anfang nebeneinander hervortreten, sich nebeneinander entfalten“.
Die abenteuerliche Reise (Quest) als philosophischer Erkenntnisweg. Phantastisch-allegorische „Erfahrungen“ der Willensmetaphysik Arthur Schopenhauers in Alfred Kubins Die andere Seite (1909) und Robert Müllers Tropen (1915). Eine Vorbemerkung: Einführung in das Thema der vergleichenden Interpretation beider Romane und deren ideengeschichtliche Verankerung in der „Dichtung der Jahrhundertwende“.
„Von zwei Auslegungen wird die reichere und unbestimmtere die bessere sein.“ Die andere Seite und Tropen im Spiegel der Forschung: Kritische Auseinandersetzung mit bisherigen Forschungsansätzen und Überwindung der starren Genrezuordnungen zugunsten eines interdisziplinären Verständnisses.
„ – So fuhren wir dahin. – Ich hatte jetzt mein Abenteuer.“ Der philosophische Erkenntnisweg als abenteuerliche Reise (Quest): Erläuterung der Bedeutung spätviktorianischer Quest-Narrative für die Struktur der untersuchten Werke.
„Es ist eine verdammt metaphysische Geschichte“. Die abenteuerliche Reise (Quest) als philosophischer Erkenntnisweg: Untersuchung der Verbindung von phantastischen Abenteuer-Fabeln und dem philosophischen Gehalt der Schopenhauerschen Willensmetaphysik.
„Tropenlehrzeit“. Die philosophischen Erkenntniswege in Alfred Kubins Die andere Seite und Robert Müllers Tropen: Analyse der erkenntnistheoretischen Wege der Protagonisten auf ihrer Reise durch das Fremde.
„Eine Art Baedeker für jene nur halb vertrauten Länder“. Die andere Seite als „die andere Seite der Welt“: Detaillierte Betrachtung von Kubins Roman als philosophischer Ideenroman und allegorisches Weltmodell.
„Die Tropen bin ich!“ Die Tropen als Tropus der Welt als Wille: Analyse von Robert Müllers Werk unter Berücksichtigung der Verbindung von Naturwissenschaft, Philosophie und Exotik.
„Wozu reist dieses Geschlecht? Um den Menschen in sich zu erreisen.“ Metaphysische Expeditionen am Rande der entzauberten Welt. Eine Schlußbemerkung: Resümee über die Bedeutung der metaphysischen Reisekonzeption beider Autoren zur Selbst- und Welterkundung.
Alfred Kubin, Robert Müller, Schopenhauer, Willensmetaphysik, Quest narrative, Abenteuerroman, Die andere Seite, Tropen, Exotismus, phantastische Allegorie, Jahrhundertwende, Welt als Wille, Initiation, Identität, Erkenntnistheorie
Die Arbeit untersucht die vergleichende Interpretation der Romane Die andere Seite von Alfred Kubin und Tropen von Robert Müller und weist nach, dass beide auf der Philosophie Arthur Schopenhauers basieren.
Zentrale Themen sind die Willensmetaphysik Schopenhauers, das Genre des spätviktorianischen Abenteuerromans (Quest Narrative) und die Verbindung von Phantastik und Allegorie.
Das Ziel ist es, in beiden Romanen die philosophische Grundstruktur aufzudecken, die durch die Form des Abenteuerromans handlungsbestimmend wirkt.
Die Autorin verwendet eine quellenorientierte, textnahe Interpretation vor einem ideengeschichtlichen Horizont, um die philosophisch-allegorischen Textebenen zu rekonstruieren.
Im Hauptteil werden die Reise-Motivik, der Einfluss des Abenteuerromans und die Anwendung schopenhauerscher Kernthesen auf die Romane von Kubin und Müller detailliert analysiert.
Schlüsselbegriffe wie "Willensmetaphysik", "phantastische Allegorie", "Quest narrative" und "philosophischer Exotismus" beschreiben den Kern der Untersuchung.
Frühere Forschungen vernachlässigten oft die strukturelle Nähe beider Werke und ordneten sie lediglich trivialen Genres wie Dekadenzdichtung oder expressionistischem Reiseroman zu.
Die Quest-Struktur vereint auf einzigartige Weise phantastische und exotische Elemente, was sie zum idealen "Schatz" (Stoff- und Handlungsgerüst) für beide Autoren macht, um ihre philosophischen Erkenntniswege abzubilden.
Der Exotismus wird hier genreunabhängig als kulturkritische Wendung verstanden, die das Fremde nutzt, um das Eigene philosophisch zu ergründen ("philosophischer Exotismus").
Es markiert den Punkt, an dem die äußere, exotische Reise in eine introspektive Reise zum Wesen des Ichs umschlägt, ganz im Sinne der Schopenhauerschen Einheit von Individuum und Wille.
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