Bachelorarbeit, 2010
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zur Konzeption der Strategien und deren Abhängigkeit von der Kriegslage
2.1. Die Kriegslage 1915
2.2. Die Ermattungsstrategie Erich von Falkenhayns
2.3. Die Kriegssituation im Jahre 1917
2.4. Die Vernichtungsstrategie der 3. OHL
3. Zur Umsetzung der Operationspläne bei Verdun und im Frühjahr 1918
3.1. Die Bewährungsprobe der beiden Strategietypen
3.1.1. Die Verdun-Schlacht von 1916
3.1.2. Die Frühjahrsoffensive von 1918
3.2. Die Verdun-Schlacht und die Frühjahrsoffensive im direkten Vergleich
3.2.1. Die Ergebnisse
3.2.2. Der direkte Strategievergleich
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht und vergleicht die Kriegsstrategien der 2. Obersten Heeresleitung (OHL) unter Erich von Falkenhayn und der 3. OHL unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff im Zeitraum 1915 bis 1918. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, zu analysieren, wie sich die theoretischen Kriegskonzepte der Ermattungs- bzw. Vernichtungsstrategie unter den gegebenen militärischen Rahmenbedingungen entwickelten und inwiefern diese in der Schlacht von Verdun 1916 sowie der Frühjahrsoffensive 1918 praktisch umgesetzt wurden.
2.2. Die Ermattungsstrategie Erich von Falkenhayns
Falkenhayns Strategie der Ermattung bzw. Zermürbung ging davon aus, dass das Deutsche Reich den Krieg aus eigener Kraft nicht mehr gewinnen konnte. Daher konnte nur eine Erschöpfung des Gegners die Voraussetzung für einen Frieden zwischen der Entente und den Mittelmächten sein.
Nachdem der Schlieffen-Plan, im Herbst 1914 gescheitert war, sah Falkenhayn nur noch eine politische Lösung des Krieges als aussichtsreich an. Er strebte einen Separatfrieden mit mindestens einem der Staaten der Triple-Entente an, indem er versuchte, Italien von einem Kriegseintritt gegen die Mittelmächte abzuhalten und Friedensverhandlungen mit dem Zarenreich einzuleiten.
Da beide Unternehmungen fehlgeschlagen waren, entwickelte der Generalstabschef seine Ermattungsstrategie, die den Angriff auf Verdun und das „Verbluten“ der französischen Armee dort vorsah. Durch eine für den Gegner demoralisierende, zermürbende Kriegsführung wollte er die begrenzten Ressourcen des Deutschen Reiches effektiv ausnutzen. Die letzte Phase seiner Amtszeit als Chef des Generalstabs erstreckte sich von Ende Juli 1916, dem Beginn der für die Alliierten erfolglosen und verlustreichen Somme-Offensive (24. Juni bis 26. November 1916) bis zum Kriegseintritt Rumäniens (27. August 1916) auf Seiten der Entente. Diese beiden Ereignisse kosteten ihn sein Amt und ebneten den Weg für die 3. OHL unter Hindenburg und Ludendorff.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die militärischen Herausforderungen des Ersten Weltkriegs dar und führt in den Vergleich der Strategien der 2. und 3. OHL sowie die gewählten Schwerpunkte (Verdun und Frühjahrsoffensive) ein.
2. Zur Konzeption der Strategien und deren Abhängigkeit von der Kriegslage: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Ermattungsstrategie Falkenhayns und der Vernichtungsstrategie der 3. OHL unter Berücksichtigung der jeweiligen kriegsgeschichtlichen Situation.
3. Zur Umsetzung der Operationspläne bei Verdun und im Frühjahr 1918: Hier wird die praktische Durchführung der Strategien an den Fallbeispielen der Schlacht von Verdun und der Frühjahrsoffensive 1918 untersucht und ein direkter Vergleich der Ergebnisse sowie Strategien gezogen.
4. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der behandelten Kriegsführungsansätze und kommt zu dem Ergebnis, dass beide Strategien an der Realität der militärischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten scheiterten.
Erster Weltkrieg, Oberste Heeresleitung, Ermattungsstrategie, Vernichtungsstrategie, Erich von Falkenhayn, Paul von Hindenburg, Erich Ludendorff, Schlacht von Verdun, Frühjahrsoffensive, Stellungskrieg, Materialschlacht, Strategievergleich, OHL, Mittelmächte, Entente.
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Kriegsstrategien der deutschen militärischen Führung, der Obersten Heeresleitung (OHL), im Ersten Weltkrieg in den Jahren 1915 bis 1918.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Ermattungsstrategie unter Falkenhayn und der Vernichtungsstrategie unter Hindenburg und Ludendorff sowie deren praktische Umsetzung.
Ziel ist es zu untersuchen, wie die militärische Führung auf die sich ändernde Kriegslage und den Ressourcenmangel reagierte und warum die gewählten Strategien letztlich nicht zum gewünschten Erfolg führten.
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Primärquellen und Berichten basiert, um die Strategien und deren Konsequenzen darzustellen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte, die Situation in den Jahren 1915 und 1917 sowie die konkrete Anwendung dieser Strategien in der Schlacht von Verdun und der Frühjahrsoffensive 1918.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Ermattungsstrategie, Vernichtungsstrategie, Oberste Heeresleitung, Stellungskrieg, Schlacht von Verdun und Frühjahrsoffensive.
Falkenhayn konnte die französische Armee nicht wie geplant zum "Ausbluten" bringen; die Verluste waren auf deutscher Seite teilweise höher als beabsichtigt und der Gegner besaß weiterhin genügend Reserven.
Die absehbare Ankunft frischer US-Truppen zwang die 3. OHL unter massiven Zeitdruck, da sie eine Entscheidung im Westen suchen musste, bevor die alliierte Übermacht erdrückend wurde.
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