Masterarbeit, 2011
109 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Grundlagen von Prozessmanagement
3 Zentralisierung versus Dezentralisierung
3.1 Begriffserklärung
3.1.1 Der Begriff der Zentralisierung
3.1.2 Der Begriff der Dezentralisierung
3.1.3 Zentralisierung und Dezentralisierung als Entscheidung
3.1.4 Operative Dezentralisierung
3.1.5 Strategische Dezentralisierung
3.1.6 Wissensorientierte Dezentralisierung
3.2 Strategie und Gründe der Dezentralisierungspolitik
3.2.1 Trends und neuere Konzepte von dezentralen Steuerungssystemen
3.2.2 Umstieg zu einem dezentralen Prozessmanagementsystem
3.2.3 Konturen der dezentralen Prozessmanagement-Strategie
3.2.4 Anforderungen an das dezentrale Prozessmanagement
3.3 Dezentralisierte Organisation und Führung
3.4 Unternehmenskultur im dezentralen Prozessmanagement
3.4.1 Dezentrale Unternehmenskultur
3.4.2 Organisationskultur-Typen
4 Dezentrales Prozessmanagement
4.1 Definition zu dezentralem PzM
4.2 Konzeptionelle Grundlagen eines dezentralen Prozessmanagements
4.3 Prozessmanager
4.4 Prozessverantwortlicher
4.5 Prozessnutzer
4.6 Entscheidungsstrategien
4.7 Dezentralisierung der Prozesseinheiten
5 Gründe und Rahmenbedingungen eines dezentralen Prozessmanagements
5.1 Unternehmensstrategie und Unternehmensziele im dezentralen PzM
5.2 Wandlungsfähigkeit von Unternehmen
5.3 Globalisierung
5.4 Unternehmensnetzwerk
5.5 Organisation internationaler Unternehmen
5.6 Dezentralisierung der Mikroebene
5.7 Dezentralisierung der Meso-Ebene
5.8 Dezentralisierung der Makro-Ebene
5.9 Prozessverantwortung
6 Status-Quo des Prozessmanagements
7 Empirischer Teil
7.1 Grundlagen für die Datenerhebung
7.2 Methode und Untersuchungsdesign
7.2.1 Datenerhebung
7.2.2 Datenauswertung
7.3 Interviewleitfaden
7.4 Untersuchungsdesign
7.5 Auswahl der Experten
7.6 Resümee der Interviews
7.7 Darstellung der Ergebnisse
7.7.1 Ziele von dezentralem PzM
7.7.2 Erklärung des Begriffes dezentrales PzM
7.7.3 Rahmenbedingungen für dezentrales PzM
7.7.4 Welchen Nutzen hat das dezentrale PzM
7.7.5 Dezentralisierungsgrad
7.7.6 Der Einfluss der Unternehmenskultur und der länderspezifischen Kultur im dezentralen PzM auf den Grad der Dezentralisierung
7.7.7 Welche Bedeutung hat Informationstechnologie und IT-Support im dezentralen PzM?
7.7.8 Bemühungen der internationalen Konzerne ein dezentrales PzM einzuführen
7.7.9 Einflussfaktoren der Rahmenbedingungen und Hürden von dezentralem PzM
7.7.9.1 Einflussfaktoren der notwendigen Rahmenbedingungen für dezentrales PzM
7.7.9.2 Barrieren für die Einführung eines dezentralen PzMs
7.7.10 Zukunftsperspektive: zentrales oder dezentrales PzM
8 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die Master Thesis untersucht den Nutzen und die notwendigen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Umsetzung eines dezentralen Prozessmanagements in international tätigen Unternehmen. Das primäre Ziel ist es, den Übergang von zentralistischen zu dezentralistischen Organisationsstrukturen theoretisch zu fundieren und durch eine empirische Erhebung mittels Experteninterviews praxisnah zu untermauern, um so eine Wissensbasis für die Gestaltung prozessorientierter Organisationen zu schaffen.
3.1.2 Der Begriff der Dezentralisierung
In dieser Arbeit wird Dezentralisierung von Unternehmen im Zusammenhang mit der unternehmerischen Organisationsstrukturbildung eines Konzerns verstanden.
Im Allgemeinen wird unter dem Begriff „Dezentralisierung" die Verteilung von Entscheidungskompetenzen innerhalb des Systems auf autonome oder teilautonome Unternehmenssysteme verstanden. Auf internationale Konzerne bezogen bedeutet dies, die Übertragung von Entscheidungskompetenzen und von administrativer Verantwortung auf dezentrale Unternehmensstandorte auszulagern.
Dezentralisierung hat sich in den 80er Jahren mit der Einführung von Unternehmenseinheiten, die divisionäre Strukturbildung aufweisen, etabliert. Bei dieser Unternehmensausrichtung liegt das Augenmerk auf der Konzentration auf die Kernaktivität des Unternehmens. Die weiteren Ausprägungen dieser Entwicklungsphase sind der Abbau von Hierarchien, die Etablierung flexibler Subeinheiten, Delegation von Tätigkeiten in die unteren Bereichsebenen, sowie die Gründung von Cost- und Profit-Centern, bis hin zur Bildung von Unternehmensnetzwerken.
In der Dezentralisierung ist die Tendenz, dass die Entscheidungsgewalt vom Mittelpunkt des Unternehmenssystems vorgenommen wird und sich auf die nachgeordneten Organisationseinheiten gleichermaßen verteilt.
Springer bezeichnet beiliegend die Dezentralisierung mehr als nur eine Alternative zur Zentralisierung zu sein, sondern eine Modernisierung der Zentralisierung.
Der Prozess der Dezentralisierung umschreibt die horizontale Aufteilung von Befugnissen zur Entscheidung durch eine systematische Zuordnung von Aufgaben in den Verantwortungsbereich anderer Hierarchieebenen. Dadurch erfolgt ein Abbau traditionell errichteter Häufungspunkte zentraler Entscheidungsbefugnisse.
Bei einer dezentralen Organisationsstruktur findet, im bekannten Spannungsfeld von strategischen Entscheidungen, hierarchischen Vorgaben und der Delegation von Aufgaben in die nächste Funktionsebene ein tiefer Kommunikationsaustausch zwischen den einzelnen Niederlassungen statt.
Dezentralisierung wird von Deutschmann folgendermaßen beschrieben: „Dort, wo sich die Marktnachfrage rasch verändert, wo komplexe und innovative Produkte und Dienstleistungen gefragt sind, versagt das bürokratische Organisationsmodell. Hier erweisen sich netzwerkförmige, dezentralisierte und wenig formalisierte Strukturen als überlegen.“
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass moderne internationale Konzerne mit zentralistischen Strukturen oft nicht flexibel genug auf globale Marktanforderungen reagieren können, und begründet die Relevanz des dezentralen Prozessmanagements.
2 Grundlagen von Prozessmanagement: Das Kapitel definiert Prozessmanagement als zentrales Instrument für die Realisierung von Prozessorientierung, das durch die Beschreibung von Schnittstellen und Kompetenzen die Effektivität und Effizienz in Unternehmen steigert.
3 Zentralisierung versus Dezentralisierung: Hier wird der theoretische Rahmen aufgespannt, indem die Begriffe Zentralisierung und Dezentralisierung analysiert, ihre Auswirkungen auf Organisationsstrukturen diskutiert und Konzepte wie die wissensorientierte Dezentralisierung vorgestellt werden.
4 Dezentrales Prozessmanagement: In diesem Kapitel wird das dezentrale Prozessmanagement definiert, wobei Rollenbilder wie Prozessmanager und Prozessverantwortlicher charakterisiert und konzeptionelle Grundlagen für die dezentrale Prozessorganisation erarbeitet werden.
5 Gründe und Rahmenbedingungen eines dezentralen Prozessmanagements: Das Kapitel beleuchtet die strategischen Gründe für Dezentralisierung, einschließlich der Wandlungsfähigkeit von Unternehmen, Globalisierung und der notwendigen strukturellen Voraussetzungen, wie sie etwa im Mehr-Ebenen-Modell dargestellt werden.
6 Status-Quo des Prozessmanagements: Basierend auf aktuellen Marktanalysen und Studien wird der aktuelle Stand des Prozessmanagements in Unternehmen aufgezeigt und die Diskrepanz zwischen der theoretischen Bedeutung und der praktischen, oft unzureichenden Umsetzung thematisiert.
7 Empirischer Teil: Der empirische Teil dokumentiert das methodische Vorgehen, die Datenerhebung durch Experteninterviews sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Nutzen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen des dezentralen Prozessmanagements.
8 Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit von dezentralen Managementansätzen im harten globalen Wettbewerb.
Dezentrales Prozessmanagement, Unternehmensführung, Zentralisierung, Dezentralisierung, Prozessorientierung, Unternehmenskultur, Strategische Flexibilität, Globale Netzwerke, Experteninterviews, Prozessverantwortung, Change Management, Innovationskraft, Organisationstheorie, Unternehmenserfolg, Wissensorientierte Dezentralisierung.
Die Arbeit analysiert den strategischen und organisatorischen Nutzen von dezentralem Prozessmanagement für international tätige Unternehmen und untersucht, welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung notwendig sind.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung, die strategische Ausrichtung von Prozessen, die Bedeutung der Unternehmenskultur sowie die Rolle von IT-Systemen in vernetzten, dezentralen Organisationen.
Das primäre Ziel ist es, aus Sicht internationaler Unternehmen den Nutzen und neue Perspektiven einer dezentralen Organisationsentwicklung aufzuzeigen, um den Übergang von einem zentralistischen zu einem dezentralistisch ausgerichteten Konzern wissenschaftlich fundiert zu beschreiben.
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturanalyse zur Theoriebildung mit einer qualitativen empirischen Erhebung in Form von 20 leitfadengestützten Experteninterviews mit Vertretern aus der Industrie und Beratungsfirmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Grundlagen des Prozessmanagements, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Zentralisierungs- und Dezentralisierungskonzepten sowie eine empirische Untersuchung, die den Status-Quo und die praktische Relevanz des dezentralen Prozessmanagements beleuchtet.
Wichtige Begriffe sind Dezentrales Prozessmanagement, Organisationsstruktur, Prozessverantwortung, strategische Flexibilität, Unternehmensnetzwerke sowie Unternehmenskultur und Wissensmanagement.
Im Gegensatz zu zentralistisch gesteuerten Prozessen, bei denen Entscheidungen oft weit entfernt vom operativen Ort des Geschehens fallen, betont der dezentrale Ansatz die Verlagerung von Entscheidungskompetenzen auf lokale Standorte bei gleichzeitiger Einhaltung eines ergebnisorientierten, zentral gesetzten Rahmens.
Zu den größten Hürden zählen Widerstände gegen Umstrukturierungen, ein hoher Bedarf an Überzeugungsarbeit, die Komplexität bei der Definition von übergeordneten Standards sowie die Herausforderung, bestehende machtorientierte Linienstrukturen aufzubrechen.
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