Bachelorarbeit, 2010
56 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Räumliche Ungleichheit in der Soziologie
2.1 Zum Begriff der räumlichen Ungleichheit
2.2 Räumliche Ungleichheit in der Soziologie der Bundesrepublik
3. Regionale Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
3.1 Binnenmigration
3.1.1 Theoretischer Hintergrund
3.1.2 Binnenmigration in Deutschland
3.2 Veränderung der Altersstruktur
3.2.1 Gesamtdeutsche Trends
3.2.2 Regionalspezifische Altersstrukturveränderungen
3.3 Zusammenwirken von Binnenmigration und Altersstrukturveränderungen
4. Auswirkungen des demographischen Wandels auf soziale Teilhabechancen
4.1 Arbeit und Beschäftigung
4.2 Bildung
4.3 Öffentliche Infrastruktur
4.4 Gesundheitsversorgung
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen demographischen Entwicklungen in Deutschland nach der Wiedervereinigung und regionaler Ungleichheit. Dabei wird analysiert, wie Faktoren wie Binnenmigration und Veränderungen der Altersstruktur zu neuen sozialen Ungleichheitsverhältnissen in Bereichen wie Arbeit, Bildung, Infrastruktur und Gesundheit beitragen.
3.1.1 Theoretischer Hintergrund
Migration (lat. Wanderung) als spezielle Form räumlicher Mobilität beschreibt in der Soziologie den dauerhaften Wechsel des Wohnortes einer Person innerhalb spezifischer geographischer oder sozialer Räume. Im Gegensatz zur grenzüberschreitenden Migration, die sich auf die Aus- oder Einwanderung (Emigration/Immigration) in einen geographischen oder sozialen Raum bezieht, bezeichnet Binnenmigration Wanderungsbewegungen innerhalb eines Gebietes, das sowohl ein Staat als auch eine Region sein kann und das für die jeweilige Betrachtung genauer zu spezifizieren ist. Ausschlaggebend für die Abgrenzung grenzüberschreitender und intraregionaler Migration ist die Qualität der im Zuge der Wanderung überschrittenen Grenze (Fassmann 2007).
Die Klassifikation von Wanderungsprozessen und eine Einteilung dieser in grenzüberschreitende und intraregionale Migration sind dabei immer von der Perspektive und dem Gegenstand der Untersuchung abhängig. Zur genaueren Untersuchung bietet es sich jedoch an, Wanderungsbewegungen auf eine zu definierende Region (in diesem Fall die Bundesrepublik) zu beschränken und dortige Wanderungsprozesse genauer zu analysieren.
Für die Bundesrepublik Deutschland lässt die genauere Betrachtung der territorialen Aufgliederung des Gesamtstaates in einzelne Gliedstaaten und die Abschätzung der Qualität der Grenzen zwischen den jeweiligen Gliedstaaten den Schluss zu, dass es sich bei Wanderungsbewegungen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland um Binnenmigration handelt. Auch wenn die Qualität der Grenzen zwischen vielen Ländern der Europäischen Union seit dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens aus Sicht der persönlichen Mobilität eine kaum spürbare Grenze darstellt, lässt das Einfließen kultureller (insbesondere sprachlicher), rechtlicher und ökonomischer Faktoren dennoch den Schluss zu, dass die Wahrscheinlichkeit interregionaler Wanderungen (von Deutschland in andere EU-Länder) geringer ist als die intraregionaler Wanderungen (Binnenwanderungen innerhalb Deutschlands). Die Anwendung des Binnenwanderungskonzepts auf die Bundesrepublik als Region ist daher sinnvoll (vgl. Mai 2007).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die demographische Schrumpfung und Alterung Deutschlands sowie das wachsende wissenschaftliche und politische Interesse an diesen Prozessen.
2. Räumliche Ungleichheit in der Soziologie: Dieses Kapitel definiert den Begriff der räumlichen Ungleichheit soziologisch und ordnet ihn in den historischen Kontext der Bundesrepublik ein.
3. Regionale Bevölkerungsentwicklung in Deutschland: Es werden die zentralen Treiber der demographischen Entwicklung, namentlich Binnenmigration und Altersstrukturveränderungen, detailliert analysiert.
4. Auswirkungen des demographischen Wandels auf soziale Teilhabechancen: Hier werden die Folgen des Wandels auf spezifische Lebensbereiche wie Arbeit, Bildung, öffentliche Infrastruktur und Gesundheit untersucht.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse zur regionalen Ungleichheit zusammen und diskutiert die Herausforderungen für die künftige Politik.
Demographischer Wandel, Binnenmigration, Altersstruktur, Regionale Ungleichheit, Schrumpfung, Alterung, Soziale Teilhabe, Deutschland, Arbeitsmarkt, Bildung, Öffentliche Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, Peripherisierung, Zentralisierung, Bevölkerungsentwicklung.
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen demographischen Entwicklungen in Deutschland seit 1989 und der Entstehung regionaler Ungleichheiten.
Die zentralen Felder sind Binnenmigration, Veränderungen der Altersstruktur sowie deren Auswirkungen auf Arbeit, Bildung, öffentliche Infrastruktur und Gesundheitsversorgung.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob durch demographische Entwicklungen neue Formen regionaler Ungleichheit entstanden sind, die über klassische Stadt-Land- oder Ost-West-Kategorien hinausgehen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung und der Analyse deskriptiver Daten zur Bevölkerungsentwicklung und regionalen Strukturindikatoren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung räumlicher Ungleichheit, die Analyse demographischer Treiber sowie die Untersuchung ihrer Auswirkungen auf soziale Teilhabechancen in verschiedenen Sektoren.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Demographischer Wandel, Binnenmigration, regionale Ungleichheit, Zentralisierung und Peripherisierung geprägt.
Die Abwanderung (Binnenmigration) ist ein zentraler Faktor, der zusammen mit der Altersstruktur die regionale wirtschaftliche und soziale Entwicklung maßgeblich beeinflusst.
Der Autor fordert eine offene Auseinandersetzung mit Zentralisierungs- und Peripherisierungsprozessen, statt an klassischen, oft ineffektiven Ausgleichspolitiken festzuhalten.
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