Bachelorarbeit, 2009
30 Seiten, Note: 3,0 (CH: 4,0)
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Zwei Analysemodelle
2.1.1 Eine Theorie der Zwangsandrohung
2.1.2 Zwang durch Internationale Organisationen
2.2 Forschungsstand
2.3 Hypothesen und Variablen
2.3.1 Eskalationsdominanz
2.3.2 Organisationsformen
3 Fallanalysen
3.1 Der Zweite Golfkrieg
3.1.1 Irakische Interessen in Kuwait
3.1.2 Interessen der USA im Nahen Osten
3.1.3 Eskalationskapazität der Konfliktparteien
3.1.4 Gewünschter Policy-Outcome der USA und der Koalition
3.1.5 Zentrale Merkmale der Konfliktlösung
3.1.6 Die Rolle der UNO
3.2 Der Kosovo-Konflikt
3.2.1 Jugoslawisch-serbische Interessen im Kosovo
3.2.2 Interessen der USA auf dem Westbalkan
3.2.3 Eskalationskapazität der Konfliktparteien
3.2.4 Gewünschter Policy-Outcome der internationalen Staatengemeinschaft
3.2.5 Zentrale Merkmale der Konfliktlösung
3.2.6 Die Rollen der UNO, der OSCE und der NATO
4 Schlussfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von militärischem Zwang als Instrument der internationalen Interessenpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie wirkungsvoll die Androhung von militärischen Zwangsmaßnahmen gegenüber einer gegnerischen Partei ist, um eigene Interessen durchzusetzen, und unter welchen Organisationsformen Staaten zu diesem Zweck kooperieren.
3.1 Der Zweite Golfkrieg
Am 2. August 1990 marschierte die irakische Armee mit rund 100'000 Soldaten und 300 Panzern in Kuwait ein und besetzte die Hauptstadt Kuwait City innert wenigen Stunden widerstandslos (Stoessinger 1993: 188f.). Die irakische Invasion ereignete sich just zu jenem Zeitpunkt als der Kalte Krieg nach gut vierzig Jahren zu einem Ende kam und von einer neuen Weltordnung die Rede war. In dieser Weltordnung wurde die Krise am Persischen Golf schnell zu ihrem Testfall gemacht (Sid-Ahmed 1991: 16): US-Präsident George Bush verurteilte die irakische Militäraktion noch gleichen Tags als "naked aggression" (Stoessinger 1993: 193) was sowohl seiner Empörung als auch seiner Überraschung Ausdruck verlieh, denn auch seine Generale schienen nicht mit dieser Aktion gerechnet zu haben (Stoessinger 1993: 192f.). Ebenfalls am selben Tag erliess der UNSC die Resolution 660 (UN 1990: 190), in der er sich ohne Gegenstimme für eine Verurteilung der irakischen Invasion und einen sofortigen Rückzug der Streitkräfte aussprach.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den Wandel der Konfliktführung nach dem Kalten Krieg und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen vor.
2 Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Arbeit, insbesondere die Konzepte der Zwangsandrohung (Theory of Coercion), Eskalationsdominanz sowie die Bedeutung von Internationalen Organisationen als Akteure.
3 Fallanalysen: In diesem Hauptteil wird die Forschungsfrage anhand der beiden empirischen Fallbeispiele Zweiter Golfkrieg und Kosovo-Konflikt systematisch und vergleichend untersucht.
4 Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse der Fallstudien, bewertet die Validität der Hypothesen und diskutiert die Wirksamkeit militärischer Zwangsmaßnahmen im internationalen Kontext.
Global Governance, Zwang, Multilateralismus, Eskalationsdominanz, Außenpolitik, USA, UNO, NATO, Zweiter Golfkrieg, Kosovo-Konflikt, Internationale Organisationen, Militärischer Zwang, Intervention, Machtpolitik.
Die Arbeit analysiert die Anwendung und Androhung von militärischem Zwang durch Staaten, um nationale Interessen auf internationaler Ebene durchzusetzen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der Zwangsandrohung, der Rolle Internationaler Organisationen bei der Konfliktregulierung und der Analyse von Machtverhältnissen zwischen Konfliktparteien.
Das Ziel ist es zu ergründen, wie wirkungsvoll militärische Zwangsmaßnahmen sind, um gegnerische Parteien zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen, und welche Rolle Koalitionen dabei spielen.
Die Arbeit stützt sich auf eine qualitativ-vergleichende Methode, die den Zweiten Golfkrieg und den Kosovo-Konflikt als Fallstudien heranzieht.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der beiden Fallbeispiele, wobei Faktoren wie militärische Kapazitäten, politische Interessen und die Rolle supranationaler Institutionen geprüft werden.
Zu den prägenden Begriffen zählen Global Governance, Eskalationsdominanz, Multilateralismus sowie die spezifischen Konfliktkontexte des Zweiten Golfkriegs und des Kosovo-Konflikts.
Er gilt als Testfall für die internationale Ordnung nach dem Kalten Krieg und als erstes Beispiel für militärische Zwangsmaßnahmen mit einer breiten multilateralen Legitimation.
Die NATO agierte als Akteur, der aufgrund der Blockade im Sicherheitsrat eigenständig militärischen Zwang ausübte, was die Frage nach der Legitimität und Effektivität regionaler Organisationen aufwirft.
Die Untersuchung zeigt, dass militärische Drohungen oft nicht ausreichen, um die gegnerische Seite zum Einlenken zu bewegen, ohne dass die angedrohten Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.
Ja, sie dienen als Legitimation und beeinflussen die Kosten für die agierenden Staaten, können aber auch die Entscheidungsfindung komplexer gestalten.
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