Examensarbeit, 1983
95 Seiten, Note: 1,6
I. Einleitung
II. Kurze Einführung in die Jugendsoziologie
1. Begriffliche Vorabklärung - was ist Jugend?
2. Klassische sozialwissenschaftliche Jugendtheorien
2.1.Der generationstheoretische Ansatz Karl Mannheims
2.2.Schelskys phänomenologische Gegenwartsanalyse der Jugend
2.3.Der funktionalistische Ansatz von Eisenstadt
2.4.Tenbrucks handlungstheoretischer Ansatz
III. Zur sozialen Lage der heutigen Jugend
1. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt und ihre Auswirkungen
2. Die Lage der Jugendlichen im Bildungswesen
IV. Jugendkultur als jugendliche Subkultur
1. Struktur und Stil formen der neueren Jugendkulturen
2. Teilkultur, Subkultur, Gegenkultur?
3. Stilelemente der jugendlichen Alltagskultur
V. Die Entwicklung der Jugendkulturen von den 60er Jahren bis heute
1. Der Aufbruch der Jugend in den 60er Jahren
2. Die Entwicklung der Musikkultur nach Woodstock
3. Politische Kultur und Jugend in den 70er Jahren
VI. Jugend und Gesellschaft zu Beginn der 80er Jahre
1. Ausgrenzungserscheinungen
2. Konfliktfeld' Familie
3. Das Verhältnis der jungen Generation zu Schule, Hochschule, Ehe, Wehr- und Zivildienst
3.1. Ehe und Familie - (k)eine Perspektive für die Jugend?
3.2.Schule
3.3.Hochschule
3.4.Bundeswehr bzw. Zivildienst
4. Einstellung zu Politik und Parteien
5. Deviantes Verhalten
5.1.Jugendkriminalität
5.2.Drogen
5.3.Jugendreligionen
6. Alternativkultur als Gegenkultur
VII. Das Wertverständnis der heutigen Jugend
1. Wertewandel und Alternativkultur
2. Die These vom Wertwandel in der Jugend
VIII. Deutungsversuche der neueren Jugendforschung
1. Der Neue Sozialisationstyp Narziss
1.1.Theorie
1.2. Kritik
2. Dieter Baackes Erklärungsansätze
2.1.Die Theorie der Wertkrise
2.2.Der sozialökologische Ansatz
3. Exkurs: Der kulturanthropologische Ansatz von Margaret Mead
IX. Schlussbemerkung - Perspektiven für die kommenden 80er Jahre
X. Literatur
Diese Arbeit untersucht die soziologische Entwicklung und kulturelle Situation der Jugend in der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der 1980er Jahre. Dabei wird analysiert, wie sich Jugendliche durch verschiedene Lebensstile von der Erwachsenengesellschaft abgrenzen und welche Auswirkungen aktuelle gesellschaftliche Krisen (wie Jugendarbeitslosigkeit und Zukunftsängste) auf ihr Wertverständnis und politisches Handeln haben.
I. Einleitung
Nach Hartmut von Hentig sind Jugendliche „Kinder dieser Zeit und entlarvendster Spiegel ihrer Umwelt" (Hentig, 1976, S. 37). Schon eine flüchtige Beobachtung dieses 'Spiegels' legt die Vermutung nahe, dass eine weitverbreitete Zukunftsangst unter den Jugendlichen kursiert. Folgt man der Shell-Studie 'Jugend 81', so sind es 58%, die ihre Zukunftserwartungen als eher düster einstufen (vgl. Shell-Studie 'Jugend 81; 1982, S. 15).
Überhaupt ist es ein besonderes Charakteristikum der heutigen Jugend, dass wohl keine Jugendgeneration zuvor einer solch massiven existentiellen Bedrohung ihrer Zukunft ausgesetzt war. Dabei wuchs die heutige Jugend zum größten Teil in einer Umwelt auf, in der nahezu grenzenloses, materielles Wohlergehen zur Selbstverständlichkeit zu werden schien. Diese Wirtschaftswundergesellschaft ließ Füllhornillusionen entstehen. Hoffnungen wurden gerade in der jungen Generation erzeugt, die heute nicht mehr einzulösen sind - eine „betrogene Generation“, so Hendrik Bussiek (1978, S.13).
Aber die vorherrschende Rezession ist nur ein Schatten, der auf die Zukunft der Jugend fällt. Vor drei Jahren erregte die Studie Global 2000 großes Aufsehen. Hier wird dokumentiert, welch gewaltiger weltweiter Anstrengungen es bedarf, um die ökologischen Folgekosten des sozio- ökonomischen Fetischs Wachstum in den Griff "Zu bekommen (vgl. Global 2000, 1980, S.29f). Vielleicht ist jedoch die Hoffnung, dass sich die ökologische Katastrophe trotz des jahrzehntelang betriebenen Raubbaus an der Natur noch vermeiden ließe, schon zu optimistisch. - Welch eine Perspektive für die Jugend!
I. Einleitung: Beschreibt die existenzielle Verunsicherung der jungen Generation Anfang der 80er Jahre angesichts von Zukunftsängsten und gesellschaftlicher Rezession.
II. Kurze Einführung in die Jugendsoziologie: Bietet einen Überblick über klassische soziologische Erklärungsmodelle zur Jugendphase und deren Entwicklung.
III. Zur sozialen Lage der heutigen Jugend: Analysiert die prekäre Situation auf dem Arbeitsmarkt und die zunehmenden Herausforderungen im Bildungswesen.
IV. Jugendkultur als jugendliche Subkultur: Differenziert zwischen verschiedenen kulturellen Ausdrucksformen und der Bedeutung von Gruppenstilen.
V. Die Entwicklung der Jugendkulturen von den 60er Jahren bis heute: Zeichnet den Wandel der Jugendbewegung und der Musikgeschichte von der 68er-Revolte bis in die 70er Jahre nach.
VI. Jugend und Gesellschaft zu Beginn der 80er Jahre: Untersucht die Spannungsfelder zwischen Jugend und Institutionen wie Familie, Staat und Politik sowie abweichendes Verhalten.
VII. Das Wertverständnis der heutigen Jugend: Diskutiert den Wertewandel hin zu postmateriellen Einstellungen und die alternative Gegenkultur.
VIII. Deutungsversuche der neueren Jugendforschung: Beleuchtet Ansätze wie den „Neuen Sozialisationstyp“ (Narziss) und sozialökologische Analysen zur modernen Jugend.
IX. Schlussbemerkung - Perspektiven für die kommenden 80er Jahre: Reflektiert die methodische Forschung und wagt einen Ausblick auf die soziokulturelle Zukunft der 80er Jahre.
Jugendforschung, Jugendkultur, Subkultur, Wertwandel, Sozialisation, Postadoleszenz, Arbeitslosigkeit, politische Partizipation, Identitätskrisen, Neue Deutsche Welle, Alternativszene, Gegenkultur, Generationenkonflikt, Narzissmus, Soziologie.
Die Examensarbeit analysiert die Lebensbedingungen, die kulturelle Entwicklung und das gesellschaftliche Selbstverständnis der Jugend in der Bundesrepublik Deutschland zu Beginn der 80er Jahre.
Zentrale Themen sind die soziale Lage, der Einfluss von Politik und Wirtschaft auf junge Menschen, die Rolle von Jugendkulturen sowie der Wandel der Werte innerhalb der jungen Generation.
Das Ziel ist es, das gegenwärtige kulturelle Erscheinungsbild der jungen Generation zu spiegeln und mittels wissenschaftlicher Ansätze ein tieferes Verständnis für ihre Verhaltensweisen und Wandlungsprozesse zu entwickeln.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien (wie der Shell-Studie) basiert und diese in soziologische Konzepte einordnet.
Der Hauptteil deckt die historische Entwicklung von den 60er Jahren bis 1983 ab, analysiert Konfliktfelder wie Familie und Bildung und diskutiert Theorien zum Wertewandel und zur modernen Sozialisation.
Schlüsselbegriffe sind Postadoleszenz, Jugendkultur, Wertewandel, Subkultur, politisches Desinteresse, Alternativbewegung und der „Neue Sozialisationstyp“ nach Thomas Ziehe.
Der Autor arbeitet heraus, dass die heutige Jugend eher durch individuelle Betroffenheit und den Rückzug in private oder subkulturelle Bereiche geprägt ist, im Gegensatz zum stärker politisch-theoretischen Aufbruch der 68er.
Postadoleszenz bezeichnet eine Lebensphase, in der junge Menschen zwar rechtlich mündig sind, aber wirtschaftlich und sozial länger von der Familie abhängig bleiben, was oft als Wunsch zur Verlängerung der Jugend interpretiert wird.
Der Autor betont, dass Medien wie der Spiegel oder das Fernsehen eine erhebliche Leitbildfunktion haben und durch ihre Berichterstattung über Jugendstile aktiv an der Konstruktion und Wahrnehmung der „Jugend“ mitwirken.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

