Masterarbeit, 2009
177 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Methodiken der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Basis-Swaps
2.1.1 Definition und Funktionsweise
2.1.2 Konventionen bei quotierten Spreads und Eingrenzung des Betrachtungsfeldes
2.1.3 Redundanzen bei quotierten Spreads und Eingrenzung des Betrachtungsfeldes
2.1.4 Anwendung
2.2 Zinsfeststellung und -produkte - Ausgewählte Grundlagen
2.2.1 Fixing von Libor-Sätzen
2.2.2 Funktionsweise ausgewählter Geldmarktinstrumente
2.3 Währungstheorie und -optionen - Ausgewählte Grundlagen
2.3.1 Klassische Zinsparitätentheorie
2.3.2 Bewertung ausgewählter Devisenoptionen
3 Ökonomische Analyse der Determinanten von Basis-Spreads
3.1 Aktueller Stand der Forschung
3.2 Überprüfung der in der Literatur vertretenen Ansätze anhand der Historie von Basis-Spreads
3.2.1 Vorbemerkung und Eingrenzung des Betrachtungsfeldes
3.2.2 Single-Currency-Basis-Spreads
3.2.3 Cross-Currency-Basis-Spreads
3.3 Entwicklung eines Erklärungsmodells
3.3.1 Single-Currency-Basis-Spreads
3.3.2 Cross-Currency-Basis-Spreads
4 Ökonometrische Validierung des entwickelten Modells der Determinanten von Basis-Spreads
4.1 Modellbildung
4.1.1 Ziel und Rahmenbedingungen der ökonometrischen Analyse
4.1.2 Datenauswahl und -verfügbarkeit
4.1.3 Datenbereinigung
4.1.4 Multikollinearität
4.2 Modelldiagnose
4.2.1 Ökonomisch plausible Vorzeichen der Koeffizienten
4.2.2 Statistische Signifikanz
4.3 Modellbeurteilungen hinsichtlich der Annahmen
4.3.1 Linearität der Parameter
4.3.2 Annahmen zu den Regressoren
4.3.3 Annahmen zu den Residuen
4.4 Modellergebnisse und -interpretation
4.4.1 Modellebene
4.4.2 Ebene der einzelnen Regressoren
4.5 Modellkritik und -weiterentwicklung
5 Analyse der Implikationen von Basis-Spreads für das Risikomanagement ausgewählter Devisenoptionen
5.1 Risikoidentifizierung
5.1.1 Risikofaktoren ohne Berücksichtigung von Basis-Spreads
5.1.2 Risikofaktoren mit Berücksichtigung von Basis-Spreads
5.2 Risikoquantifizierung
5.2.1 Cash-Flow-Analyse, Wert-Analyse und Risiko-Mapping
5.2.2 Szenario-Analysen
5.3 Risikosteuerung
6 Schlussbetrachtungen
6.1 Zusammenfassung
6.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit verfolgt das primäre Ziel, die Determinanten von Basis-Spreads ökonomisch zu analysieren und ökonometrisch zu validieren. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wird untersucht, welche Implikationen von null verschiedene Basis-Spreads für das Risikomanagement ausgewählter Devisenoptionen (Plain-Vanilla-Optionen, Quanto-Optionen und Optionen mit Deferred-Delivery) haben.
2.1.4 Anwendung
Im SC-Bereich dienen Basis-Swaps als Instrument zum Management von Zinsrisiken. Hat eine Bank z. B. ein Commercial-Paper-Programm auf dessen Ziehungen sie den 3M-Euribor zahlt und nutzt das durch die Ziehungen eingenommene Geld zur Vergabe eines variablen Kredites, wobei der Schuldner halbjährliche Zinszahlungen auf Basis des 6M-Euribors wünscht, kann sie das Basis-Risiko mit einem Basis-Swap hedgen.
CC-Basis-Swaps hingegen dienen vor allem der Konvertierung von Geldvermögen und Verbindlichkeiten in fremde Währungen. Dies betrifft sowohl das Eigengeschäft von Banken als auch Abwicklungen für ihre Kunden, bspw. multinationale Konzerne, welche Direktinvestitionen in fremden Währungsräumen vornehmen. Als Bsp. kann ein Unternehmen genannt werden, welches sich am Kapitalmarkt in Währung A fremdfinanzieren möchte, wobei es jedoch nicht genügend Investoren am Markt von Währung A gibt. In Währung B ist der Markt hingegen sehr liquide, es stehen ausreichend Investoren zur Verfügung. Das Unternehmen kann die Anleihe folglich in Währung B begeben und mithilfe eines CC-Basis-Swaps seine Verbindlichkeiten in Währung A tauschen. Innerhalb des CC-Basis-Swaps dient die Währung B, welche aus der Emission der Anleihe eingenommen wurde, als Collateral. Somit finanziert sich das Unternehmen im liquideren Markt B und hat gleichzeitig Zugang zu der gewünschten Währung A. Ein bekanntes Bsp. der Nutzung von CC-Basis-Swaps für die genannten Zwecke sind die japanischen Samurai-Bonds. Samurai-Bonds sind in JPY denominiert und werden in JPY von nicht-japanischen Unternehmen emittiert.
Ein weiteres Exempel sind Uridashi-Bonds, welche ebenfalls von ausländischen Emittenten am japanischen Kapitalmarkt begeben werden, allerdings in einer anderen Währung als JPY. Sämtliche Bsp. zeigen, dass CC-Basis-Swaps Funding-Instrumente sind. Weiterhin können CC-Basis-Swaps von Banken zum Hedging langlaufender Währungs-Forwards genutzt werden, für welche die zu ihrer Bewertung benötigten Swap-Punkte häufig nicht quotiert werden. Eine Position in einem Währungs-Forward ergibt sich aus einem CC-Basis-Swap sowie einem Variabel-Variabel-Vanilla-Zinsswap, in welchem die im Basis-Swap empfangenen Zinsen gezahlt werden und vice versa. Übrig bleibt der Nominaltausch am Laufzeitende und am Laufzeitbeginn, wobei Letzterer bewertungstechnisch ignoriert werden kann. Der verbleibende Nominaltausch am Laufzeitende entspricht einem Währungs-Forward.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Arbeit durch die Verwerfungen an den Finanzmärkten seit 2007 und definiert die Zielsetzung der Analyse von Determinanten und Implikationen von Basis-Spreads.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert Basis-Swaps, Geldmarktinstrumente und Währungstheorien als theoretische Basis für die ökonomische Analyse.
3 Ökonomische Analyse der Determinanten von Basis-Spreads: Es wird der Stand der Forschung diskutiert und ein ökonomisches Erklärungsmodell für Basis-Spreads entwickelt, wobei Kredit- und Liquiditätsrisiken als Treiber identifiziert werden.
4 Ökonometrische Validierung des entwickelten Modells der Determinanten von Basis-Spreads: Hier erfolgt die empirische Überprüfung des Modells mittels Regressionsanalysen unter Berücksichtigung von Datenbereinigung und Modelldiagnose.
5 Analyse der Implikationen von Basis-Spreads für das Risikomanagement ausgewählter Devisenoptionen: Dieses Kapitel untersucht die Risikofaktoren, quantifiziert diese durch Szenario-Analysen und analysiert die Steuerung mittels Hedge-Ratios.
6 Schlussbetrachtungen: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsfelder.
Basis-Swaps, Basis-Spread, Finanzmarktkrise, Kreditrisiko, Liquiditätsrisiko, Devisenoptionen, Risikomanagement, Zinsrisiko, Regressionsanalyse, Cross-Currency, Single-Currency, Libor, Hedge-Ratio, Delta-Hedging, Zinsparitätentheorie.
Die Arbeit analysiert die Ursachen (Determinanten) von Basis-Spreads an den Finanzmärkten, insbesondere seit Beginn der Finanzmarktkrise 2007, und untersucht deren Auswirkungen auf das Risikomanagement von Devisenoptionen.
Die Themenfelder umfassen die Preisbildung von Basis-Swaps (SC und CC), die Rolle von Liquiditäts- und Kreditrisiken als Spread-Treiber sowie die Bewertung und Hedging-Problematik von Devisenoptionen.
Das Ziel ist die Identifizierung und Validierung der Determinanten von Basis-Spreads sowie die Analyse, wie diese von null verschiedenen Spreads das Risikomanagement spezifischer Optionen beeinflussen.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus ökonomischer Theoriebildung, deskriptiver historischer Analyse und ökonometrischen linearen Regressionsmodellen zur Validierung der Determinanten.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen gelegt, dann die ökonomische Analyse der Spread-Treiber durchgeführt, diese ökonometrisch validiert und schließlich die Implikationen für die Risikoidentifizierung, -quantifizierung und -steuerung untersucht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Basis-Spreads, Liquiditätsrisiko, Bonitätsrisiko, Delta-Hedging, Regressionsanalyse und Finanzmarktkrise beschreiben.
Vor der Krise notierten diese Spreads oft nahe null. Die Krise führte jedoch zu massiven Ausweitungen aufgrund von Liquiditätsmangel und Bonitätsverschlechterungen, was die Bewertung von Finanzprodukten komplexer machte.
Das Ignorieren der Basis-Spreads führt in der Praxis zu fehlerhaften Hedge-Ratios (Über- oder Unterhedging), da die marktüblichen Forward-Preise durch die Spreads modifiziert werden.
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