Diplomarbeit, 2003
71 Seiten, Note: 2,4
1 Einleitung
1.1 Themenbegründung
1.2 Problemeingrenzung
1.3 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Begriffsklärung
2.1 Zur Historie
2.2 Coaching im betrieblichen Kontext
2.3 Coaching-Formen
2.4 Ziele des Mitarbeiter-Coachings
2.5 Zusammenfassung
3 Diskussion der Rolle: „Führungskraft als Coach“
3.1 Der Wandel der Rolle der Führungskraft
3.1.1 Systemische Begründung der Änderung der Rolle der Führungskraft
3.1.2 Das Individuum als Teil des Systems
3.1.3 Fazit
3.2 Die Rolle des Coaches
3.2.1 Personenspezifische Voraussetzungen
3.2.2 Fachliche Qualifikation
3.2.3 Kritische Reflektion
3.3 Die Rolle der Führungskraft
3.3.1 Managementaufgaben
3.3.2 Führungsaufgaben
3.3.3 Selbstmanagement
3.3.4 Zusammenfassung
3.4 Die Führungskraft als Coach
3.4.1 Allgemeines
3.4.2 Nähe versus Distanz
3.4.3 Neutralität
3.4.4 Vertrauen und Offenheit
3.4.5 Akzeptanz
3.4.6 Kongruenz
3.4.7 Führungs- und Managementaufgaben und Coaching
3.4.8 Freiwilligkeit
3.4.9 Sich entbehrlich machen
3.4.10 Freie Themenwahl im Coaching
3.4.11 Rückblick
4 Untersuchung in der betrieblichen Praxis
4.1 Erhebungsdesign
4.1.1 Die Erhebungsmethode
4.1.2 Die Probanden
4.2 Auswertungsdesign
4.2.1 Auswertungsmethodik
4.2.2 Auswertung
4.3 Hypothesenbildung - auf Basis der Ergebnisse
4.4 Kritische Reflektion
5 Fazit/Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Vereinbarkeit der Rolle der Führungskraft mit der Rolle eines Coaches im betrieblichen Kontext und überprüft diese Fragestellung mittels einer empirischen Untersuchung in der betrieblichen Praxis.
3.4.3 Neutralität
In engem Zusammenhang mit der Frage nach der Distanz steht die Frage nach der Neutralität. Da die Führungskraft sich selbst im betrieblichen System des Mitarbeiters bewegt, ist auch die Anforderung an ihre Rolle durch die Unternehmensziele vorgegeben, d. h. ihr eigenes Verhalten orientiert sich an den Firmeninteressen. Wie unter 3.1.1 erläutert, beeinflussen sich Subsysteme im Gesamtsystem gegenseitig. Zwangsläufig wird es also so sein, dass die Führungskraft in ihrer täglichen Arbeit und ihrem täglichen Agieren auch das Verhalten des Mitarbeiters beeinflusst. Legt die Führungskraft z. B. sehr großen Wert auf einen äußerst ordentlichen Arbeitsplatz, wird der Mitarbeiter bemüht sein, seinen eigenen ebenfalls möglichst ordentlich zu halten.
Selbst Teil des Systems und damit in ihrer Rolle als Führungskraft auch den Unternehmensinteressen verpflichtet zu sein, heißt nicht nur dem Mitarbeiter als Coach zu helfen seine Lösungskompetenz für die Bewältigung der Aufgaben zu steigern. Es beinhaltet auch ihn im Hinblick auf Erledigung dieser Aufgaben und damit seinerseits das Erreichen der Ziele zu kontrollieren und v. a. zu beurteilen. Dies ist insofern problematisch, als dass die Führungskraft in dieser Situation ja eine Person in zwei Rollen ist. D. h. sie verfügt in der Rolle als Führungskraft bzw. bei der Erfüllung der Managementaufgaben auch über das vertrauliche Wissen, das sie in ihrer Rolle als Coach gesammelt hat.
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von Coaching als Instrument zur Personalentwicklung vor dem Hintergrund sich wandelnder, komplexer Rahmenbedingungen.
2 Begriffsklärung: Herleitung des Coaching-Begriffs aus dem sportlichen Kontext und Definition für die Anwendung im betrieblichen Bereich.
3 Diskussion der Rolle: „Führungskraft als Coach“: Theoretische Auseinandersetzung mit den Anforderungen an Coach und Führungskraft sowie der Vereinbarkeit beider Rollen.
4 Untersuchung in der betrieblichen Praxis: Empirische Analyse der Coaching-Wirklichkeit anhand einer Befragung von Führungskräften und Mitarbeitern in einer Bausparkasse.
5 Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung eines kooperativen Führungsstils.
Coaching, Führungskraft, Mitarbeiterführung, betrieblicher Kontext, Personalentwicklung, Systemtheorie, Rollenkonflikt, Lösungskompetenz, Feedback, Managementaufgaben, Führung, Methodenkompetenz, Unternehmenserfolg, Kongruenz, Selbstmanagement.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle der Führungskraft als Coach und fragt kritisch danach, ob und unter welchen Voraussetzungen Führungskräfte Coaching-Funktionen im betrieblichen Alltag übernehmen können.
Zentral sind der systemische Wandel der Führungsrolle, die notwendigen fachlichen und sozialen Kompetenzen eines Coaches sowie die Spannungsfelder zwischen Führung und Coaching.
Das Ziel ist eine fundierte Antwort auf die Frage zu finden, ob die Synthese der Rollen „Führungskraft“ und „Coach“ in der Praxis möglich und sinnvoll umsetzbar ist.
Neben einer intensiven Literaturarbeit basiert die Arbeit auf einer empirischen Untersuchung mittels standardisierter Fragebögen, die sowohl Führungskräften als auch Mitarbeitern vorgelegt wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der systemischen Begründung des Rollenwandels, den Anforderungen an den Coach sowie einer detaillierten Analyse der Konfliktpotenziale in der „Führungskraft als Coach“-Konstellation.
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Systemtheorie, Lösungskompetenz, Kongruenz, Vertrauen, Offenheit und die Unterscheidung zwischen Sachebene und Beziehungsebene.
Der Hauptunterschied liegt in der hierarchischen Verbindung, der systemimmanenten Neutralitätseinschränkung und der Tatsache, dass die Führungskraft die Leistung des Mitarbeiters beurteilen muss.
Die Freiwilligkeit wird als kritisch eingestuft, da das hierarchische Gefälle zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter beim Untergebenen einen Zwang zur Mitwirkung erzeugen kann.
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