Bachelorarbeit, 2010
130 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Brustkrebs – medizinische und allgemeine Grundlagen
2.1. Epidemiologie
2.2. Physiologische Grundlagen
2.2.1. Aufbau der weiblichen Brust
2.2.2. Nicht-invasive Karzinome
2.2.3. Invasive Karzinome
2.3. Ätiologie und Risikofaktoren
2.4. Therapie
2.4.1. Chirurgische Therapie
2.4.2. Adjuvante Strahlentherapie
2.4.3. Adjuvante medikamentöse (systemische) Therapien
2.4.4. Nebenwirkungen der Brustkrebstherapie
2.5. Folgen der Brustkrebserkrankung
2.5.1. Beeinträchtigungen auf physischer und funktioneller Ebene
2.5.2. Beeinträchtigungen auf psychischer, emotionaler und psychosozialer Ebene
2.6. Medizinische Nachsorge
2.7. Rehabilitation
2.7.1. Begriffsklärung
2.7.2. Ziele der Rehabilitation
3. Bewegung und Sport nach (Brust-)Krebs – allgemeine Grundlagen
3.1. Auswirkungen von Bewegungsmangel auf den Krankheitsverlauf
3.2. Begriffsbestimmungen
3.2.1. Bewegungstherapie
3.2.1.1. Sporttherapie
3.2.1.2. Physiotherapie
3.3. Bewegungstherapie in der Onkologie – die Rehabilitationskette
3.3.1. Akutklinik
3.3.2. Rehabilitationsklinik
3.3.3. Rehabilitationssport/ Krebssportgruppen
3.4. Ziele von Bewegung und Sport bei Brustkrebs
3.5. Spezielle Herausforderungen der Therapieplanung in der Onkologie
3.6. Kontraindikationen
4. Entwurf eines Ziel-Inhalts-Konzeptes
4.1. Wirksamkeit von Bewegungsinterventionen bei Brustkrebspatientinnen – wissenschaftliche Erkenntnisse
4.2. Ziele des Konzeptes
4.3. Exkurs: Das Konzept der Salutogenese in der sporttherapeutischen Arbeit
4.4. Allgemeine Grundlagen zum Training in der Rehabilitation
4.4.1. Belastungsnormative
4.4.2. Belastungssteuerung
4.4.3. Trainingsprinzipien
4.4.4. Regeneration
4.5. Methoden der bewegungsbezogenen Umsetzung
4.5.1. Training der Ausdauer
4.5.2. Training der Muskelkraft
4.5.3. Training der Beweglichkeit
4.5.4. Training der Koordination
4.5.5. Möglichkeiten der Umsetzung in die Praxis
4.5.6. Allgemeiner Aufbau einer Bewegungseinheit
4.6. Methoden der psychophysischen Regulation
4.6.1. Körpererfahrung
4.6.2. Entspannungsverfahren
4.7. Funktionen und Aufgaben des Bewegungstherapeuten
4.8. Vermittlung theoretischer Inhalte
4.9. Besonderheiten der Bewegungsintervention mit Brustkrebspatientinnen
4.10. Bilanz
5. Resümee und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirksamkeit von körperlicher Aktivität bei Brustkrebs, ein erkenntnisgestütztes Ziel-Inhalts-Konzept für die bewegungstherapeutische Rehabilitation zu entwerfen. Die Forschungsfrage leitet sich aus der Notwendigkeit ab, inhaltliche Empfehlungen für die Trainingsgestaltung zu definieren, um die Rekonvaleszenz und Lebensqualität der Patientinnen zu fördern.
3.1. Auswirkungen von Bewegungsmangel auf den Krankheitsverlauf
Die oben aufgeführten Diskussionen um eine mögliche negative Wirkung von Bewegung bei Krebspatienten führten dazu, dass bewegungstherapeutische Ansätze sich erst spät und sehr langsam als Bestandteil der Krebstherapie etablierten. Diese Schwierigkeiten der Anerkennung zeichnen sich bis in die Gegenwart ab. So wird in Baumann und Schüle (2008 b, S. 23 f.) beklagt, dass auch heutzutage noch zu vielen Krebspatienten – sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Behandlungsphase – zu Schonung und Ruhe geraten wird. Ist ein Patient während seiner stationären Behandlung und darüber hinaus inaktiv (z.B. durch ein Bewegungsverbot des Arztes, Unsicherheiten oder fehlende Motivation), kann dies weitreichende negative Folgen haben. Gemäß der Reizstufenregel führt eine mangelnde Beanspruchung von Mechanismen oder Strukturen zu deren Abbau. Dementsprechend bewirkt Inaktivität einen Verlust der Muskelmasse und der kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit.
Durch die Abnahme der Kraft- und Ausdauerleistungsfähigkeit wird die Bewältigung der alltäglichen Aktivitäten für den Patienten zunehmend anstrengender. Dies führt zu einer Einschränkung der körperlichen Aktivität. Hieraus resultiert ein Zustand des Bewegungsmangels mit der Folge eines weiteren Funktionsverlustes mit ungünstigen Konsequenzen (Dimeo und Thiel, 2008, S. 31-37). Im schlimmsten Fall steht eine erneute stationäre Aufnahme an, im Rahmen derer es wiederum zu einem Bewegungsverbot oder Unsicherheiten kommen kann, woraus erneut Inaktivität resultiert. Diese hat wiederum eine weitere Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit zur Folge. Der Teufelskreis schließt sich. Es kann zur Chronifizierung des Problems kommen.
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz körperlicher Aktivität bei Brustkrebs und Darlegung der Zielsetzung, ein erkenntnisgestütztes Konzept für die Bewegungstherapie zu entwickeln.
2. Brustkrebs – medizinische und allgemeine Grundlagen: Übersicht über Epidemiologie, Physiologie, Therapieformen sowie die physischen und psychischen Folgen der Brustkrebserkrankung.
3. Bewegung und Sport nach (Brust-)Krebs – allgemeine Grundlagen: Erläuterung der Rehabilitationskette und der allgemeinen Notwendigkeit sowie der Ziele von Bewegungstherapie in der Onkologie.
4. Entwurf eines Ziel-Inhalts-Konzeptes: Kernstück der Arbeit, welches wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Trainingsmethoden, Belastungsnormative und ganzheitliche Ansätze für die Praxis übersetzt.
5. Resümee und Ausblick: Abschließende Bewertung der Ergebnisse, Diskussion über die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf die Praxis und Aufzeigen von weiterem Forschungsbedarf.
Brustkrebs, Mammakarzinom, Bewegungstherapie, Sporttherapie, Rehabilitation, körperliche Aktivität, Krafttraining, Ausdauertraining, Lebensqualität, Fatigue, Salutogenese, Onkologie, Trainingslehre, Belastungssteuerung.
Die Arbeit befasst sich mit der bewegungstherapeutischen Begleitung von Brustkrebspatientinnen in der Rehabilitation und entwickelt ein auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Ziel-Inhalts-Konzept für die Trainingsgestaltung.
Die Schwerpunkte liegen auf den medizinischen Grundlagen des Mammakarzinoms, der Rolle von Bewegung und Sport in der onkologischen Rehabilitationskette sowie der praktischen Anwendung von Trainingsmethoden zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.
Das primäre Ziel ist die Ableitung inhaltlicher Empfehlungen für eine effektive, sichere und ganzheitliche bewegungstherapeutische Rehabilitation, um die Rekonvaleszenz der Patientinnen aktiv zu unterstützen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Bewegungsinterventionsstudien sowie der Anwendung trainingswissenschaftlicher Prinzipien, um diese für die spezifische Zielgruppe der Brustkrebspatientinnen zu adaptieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Grundlagen der Erkrankung, Definitionen von Sporttherapie) und den praktischen Konzeptentwurf, der konkrete Trainingsformen wie Ausdauer-, Kraft-, Beweglichkeits- und Koordinationstraining sowie Entspannungsverfahren umfasst.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mammakarzinom, Rehabilitation, Sporttherapie, Fatigue, Salutogenese und trainingswissenschaftliche Belastungsnormative charakterisiert.
Die salutogenetische Sichtweise verlagert den Fokus von der bloßen Defizitorientierung hin zur Stärkung vorhandener persönlicher Ressourcen. Dies unterstützt Patientinnen dabei, ihre Lebenssituation trotz der Erkrankung aktiv und sinnhaft zu bewältigen.
Das Lymphödem stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Arbeit verdeutlicht, dass moderates Training sicher ist, wenn es richtig dosiert wird, da es durch die Aktivierung der Muskelpumpe sogar zur Linderung beitragen kann, während gleichzeitig extreme Überbelastungen zu vermeiden sind.
Neben den körperlichen Aspekten ist die psychische Komponente zentral, da die Diagnose Brustkrebs oft mit Ängsten, Fatigue und einer veränderten Körperwahrnehmung einhergeht. Bewegungstherapeutische Ansätze wie Entspannungsverfahren und Körpererfahrung helfen hier, das Selbstwertgefühl zu stärken und die Krankheitsverarbeitung zu fördern.
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