Fachbuch, 2011
56 Seiten
Vorwort
Die Frühbronzezeit in Deutschland
Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen
Die »Prinzessin von Fallingbostel«
Der Sögel-Wohlde-Kreis
von etwa 1600 bis 1500 v. Chr.
Die wissenschaftliche Graphikerin
Friederike Hilscher-Ehlert
Der Autor Ernst Probst
Bücher von Ernst Probst
Das vorliegende Werk bietet einen fundierten Einblick in die kulturhistorischen Zusammenhänge der Frühbronzezeit in Nordwestdeutschland, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse des Sögel-Wohlde-Kreises liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der sozialen Struktur, den Lebensbedingungen, der materiellen Kultur sowie den spezifischen Grab- und Bestattungssitten jener Epoche.
Die »Prinzessin von Fallingbostel«
Die frühe Bronzezeit wird in Niedersachsen in zwei Abschnitte eingeteilt. Dort existierte während des frühen Abschnitts noch die jungsteinzeitliche Einzelgrab-Kultur, die sich in Nordwestdeutschland neben der Aunjetitzer Kultur behauptete. Als Grab der Einzelgrab-Kultur mit starken Verbindungen zur Aunjetitzer Kultur Böhmens gilt die Schädelbestattung von Metzendorf-Woxdorf (Kreis Harburg). Zu dieser Zeit sind zahlreiche bronzene Randleistenbeile nach Niedersachsen gelangt, deren Fundorte an der Weser eine deutliche Westgrenze bilden.
Im Schlussabschnitt der frühen Bonzezeit entstand in Nordwestdeutschland der Sögel-Wohlde-Kreis, der etwa von 1600 bis 1500 v. Chr. nachweisbar ist. Er wurde nach den niedersächsischen Fundorten Sögel (Kreis Emsland) und Dohnsen-Wohlde (Kreis Celle) benannt. Dabei handelte es sich nicht um eine Kultur, sondern um einen Grabsittenkreis, für den bestimmte Waffenbeigaben in Männergräbern typisch sind.
Der Sögel-Wohlde-Kreis war im östlichen Nordrhein-Westfalen, in Niedersachsen und im südlichen Schleswig-Holstein verbreitet. Im Westen reichte er bis ins nördliche Holland. Seine Ostgrenze wurde durch die Kreise Celle, Soltau-Fallingbostel und Harburg markiert. Im östlicher gelegenen Ilmenautal (Kreise Lüneburg und Uelzen) sowie im hannoverschen Wendland (Kreis Lüchow-Dannenberg) und in der Altmark folgte parallel zum Sögel-Wohlde-Kreis eine späteste Einzelgrab-Kultur mit letzten Einflüssen der Aunjetitzer Kultur, die durch bestimmte Randleistenbeile gekennzeichnet ist. Diese Beile sind über das Ilmenautal hinaus nicht weiter nach Westen gelangt. Am besten wird jene Zeitphase östlich des Sögel-Wohlde-Kreises durch einige Tongefäße vom Urnenfriedhof Hamburg-Sande dokumentiert.
Die Frühbronzezeit in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die chronologische Gliederung der frühen Bronzezeit und beschreibt die Verbreitung verschiedener Kulturen wie der Aunjetitzer oder der Straubinger Kultur.
Die »Prinzessin von Fallingbostel«: Dieser Abschnitt widmet sich dem Sögel-Wohlde-Kreis, beleuchtet die charakteristischen Grabbeigaben sowie die Bedeutung herausragender Funde für das Verständnis der damaligen Gesellschaft.
Frühbronzezeit, Sögel-Wohlde-Kreis, Niedersachsen, Archäologie, Bestattungssitten, Bronzeschmuck, Prähistorik, Aunjetitzer Kultur, Siedlungsgeschichte, Randleistenbeile, Totenhütte, Feuerstein, Grabbeigaben, Handelsbeziehungen, Kulturgeschichte.
Das Buch bietet eine wissenschaftlich fundierte Übersicht über die Frühbronzezeit in Deutschland mit einem speziellen Fokus auf den Sögel-Wohlde-Kreis in Nordwestdeutschland.
Die zentralen Themen umfassen die chronologische Abfolge bronzezeitlicher Kulturen, die soziale Differenzierung, Bestattungsrituale sowie die materielle Kultur, wie Waffen und Schmuck.
Das Ziel ist die detaillierte Darstellung und Einordnung des Sögel-Wohlde-Kreises als bedeutenden Grabsittenkreis zwischen 1600 und 1500 v. Chr.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Auswertung archäologischer Befunde, historischer Fachliteratur und der Dokumentation bedeutender Fundkomplexe.
Im Hauptteil werden neben der regionalen Ausbreitung der Kulturen vor allem die Ausstattungsmerkmale der Gräber, die Identität der Verstorbenen und technologische Aspekte der Metallverarbeitung detailliert dargelegt.
Begriffe wie Sögel-Wohlde-Kreis, Frühbronzezeit, Grabbeigaben, Bronzeschmuck und Siedlungsspuren sind maßgeblich für das Verständnis des Inhalts.
Es handelt sich um eine historisch belegte, reich geschmückte Frau aus der Bronzezeit, deren Grab in Niedersachsen gefunden wurde und die aufgrund ihrer Tracht und Beigaben eine hohe gesellschaftliche Stellung vermuten lässt.
Feuerschlagsteine, die häufig in Männergräbern des Sögel-Wohlde-Kreises gefunden wurden, belegen die fortwährende Nutzung von Feuersteinwerkzeugen neben den neuen metallenen Objekten.
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