Masterarbeit, 2010
144 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Das Konzept der Balanced Scorecard
2.1 Ursprung und Entwicklung der Balanced Scorecard
2.2 Das Wirkungsprinzip der Balanced Scorecard
2.3 Die klassischen vier Perspektiven
3 Nutzenpotentiale der Balanced Scorecard
3.1 Verknüpfung der Ziele und Kennzahlen einer Balanced Scorecard mit der Unternehmensstrategie
3.1.1 Ursache-Wirkungsketten
3.1.2 Strategy Maps
3.2 Die Umsetzung der Unternehmensstrategie mittels Balanced Scorecard
3.3 Die Strategien in der Planung verankern
3.4 Verbesserung von strategischem Feedback und Lernen
4 Erfolgskritische Faktoren für den Einsatz der Balanced Scorecard
4.1 Anwendbarkeit von Vision und Unternehmensstrategien
4.2 Commitment der obersten Führung
4.3 Unternehmenskultur
4.4 Gestaltungsfehler
5 Supply Chain Management im Hinblick auf den Einsatz einer Balanced Scorecard
5.1 Ursprung und Begriffserklärung
5.2 Ziele des Supply Chain Managements
5.3 Aufgaben im Supply Chain Management
5.3.1 Bedeutung und Aufgaben der Beschaffung in der Supply Chain
5.4 Supply Chain Controlling
5.4.1 Anforderungen an das Supply Chain Controlling
5.4.2 Die Verwendung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen im Supply Chain Controlling
5.4.3 Das Supply Chain Operations Reference Model
5.4.4 Kritische Würdigung des SCOR-Modells
6 Die Supply Chain Balanced Scorecard
6.1 Begriffserklärung
6.2 Eignung des BSC-Konzeptes zur Unterstützung des SCM und des SCC
6.3 Nutzenpotentiale einer Supply Chain Balanced Scorecard
6.3.1 Definition der SC-Strategien und Kaskadierung innerhalb der SC
6.3.2 Die Strategien in der Planung verankern
6.3.3 Strategisches Feedback und Lernen
6.4 Ansätze zur Konzeption einer unternehmensübergreifenden Supply Chain Balanced Scorecard
6.4.1 Das Supply Chain Balanced Scorecard Framework von Brewer/Speh
6.4.2 Die unternehmensübergreifende Supply Chain Balanced Scorecard nach Stölzle/Heusler/Karrer
6.4.3 Die Supply Chain Scorecard nach Weber/Bacher/Groll
6.4.4 Die Supply Chain Balanced Scorecard nach Zimmermann
6.5 Ziele und Nutzen der Supply Chain Scorecard in der Beschaffung
6.6 Kritische Erfolgsfaktoren für den Einsatz einer Supply Chain Scorecard
7 Betriebswirtschaftliche Neuorientierung kennzahlenorientierter Unternehmen mittels Balanced Scorecard
7.1 Der Einsatz der Balanced Scorecard in weiteren Managementbereichen
7.1.1 Die Balanced Scorecard als Führungsinstrument im Wissensmanagement
7.1.2 Sustainability Balanced Scorecard
7.2 Die Balanced Scorecard im Kontext einer wertorientierten Unternehmensführung
7.2.1 Shareholder Value und Stakeholder Value
7.2.2 Den Wert einzelner Unternehmensbereiche darstellen
8 Empirischer Teil
8.1.1 Vorstellung der Interviewpartner
8.1.2 Interviewergebnisse
8.1.3 Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen, Schlussfolgerungen und Erkenntnisse
8.1.4 Die Balanced-Scorecard-Studie 2008 von Horváth & Partners
9 Handlungsempfehlung für die Erstellung und Implementierung einer SCSC für Silhouette International Schmied AG
Die vorliegende Masterthese untersucht, ob das Balanced-Scorecard-Konzept (BSC), das primär für die Steuerung von Geschäftsbereichen konzipiert wurde, zur effektiven, ziel- und wertorientierten Steuerung unternehmensübergreifender Supply-Chain-Netzwerke beitragen kann. Hierbei werden sowohl theoretische Konzepte als auch die praktische Anwendbarkeit durch Experteninterviews evaluiert.
3.1.1 Ursache-Wirkungsketten
Ein innovativer Aspekt der BSC gegenüber herkömmlichen Kennzahlensystemen ist die Bildung von Ursache-Wirkungsketten. Die strategischen Ziele stehen, wie auf nach folgender Abbildung ersichtlich, nicht losgelöst nebeneinander, sondern werden durch Ursache-Wirkungsbeziehungen miteinander verbunden.
„Die Ursache-Wirkungsketten (UWK) zeigen die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen den strategischen Zielen und verdeutlichen die gegenseitigen Effekte bei der Zielerreichung. So wird beim Management ein Bewusstsein über die Bedeutung und Verknüpfung der einzelnen Ziele geschaffen, sowie die Zusammenarbeit im Management und das gemeinsame Strategieverständnis gefördert. Ursache-Wirkungsketten liefern folglich ein Erklärungsmodell für den strategischen Erfolg und machen die Logik der strategischen Ziele nachvollziehbar, transparent und kommunizierbar.“
Alle Ziele und Kennzahlen, die für eine BSC gewählt werden, sollten ein Element einer solchen UWK sein. UWKs repräsentieren meist auch eine strategische Stoßrichtung und stellen Hypothesen hinsichtlich erfolgsrelevanter Zusammenhänge strategischer Ziele dar, sogenannte „Wenn-Dann-Aussagen“ oder „Formulation of Basic Assumptions“ (FBA´s). Somit ist eine Überprüfung der Kausalität von Zielen und Kennzahlen möglich.
Wesentlich in diesem Zusammenhang ist auch, dass es keinen Ursachen-Wirkungsautomatismus gibt. Verändert sich ein Zielwert, so lässt sich die Beeinflussung auf die Zielerreichung nicht präzise voraussagen. Die BSC ist kein „hartes, analytisches Rechensystem,“ sondern die Plausibilität der gesetzten Zielwerte baut sich vorwiegend auf Vision, Intuition, Erfahrung und gesundem Menschenverstand des Managements auf.
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung im volatilen Wirtschaftsumfeld, die Forschungsfragen sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2 Das Konzept der Balanced Scorecard: Erläutert die Ursprünge des Modells von Kaplan und Norton, das Wirkungsprinzip sowie die klassischen vier Perspektiven.
3 Nutzenpotentiale der Balanced Scorecard: Detailliert die Verknüpfung von Strategien mit Zielen mittels Ursache-Wirkungsketten und Strategy Maps sowie die Bedeutung von Feedback-Prozessen.
4 Erfolgskritische Faktoren für den Einsatz der Balanced Scorecard: Analysiert Anforderungen wie Führungskommitment, Unternehmenskultur und häufige Gestaltungsfehler bei der Umsetzung.
5 Supply Chain Management im Hinblick auf den Einsatz einer Balanced Scorecard: Definiert SCM, beleuchtet die Rolle der Beschaffung und stellt das Supply Chain Operations Reference Model (SCOR) vor.
6 Die Supply Chain Balanced Scorecard: Diskutiert die Erweiterung der BSC zur SCSC, vergleicht bestehende theoretische Ansätze und deren Relevanz für das Controlling.
7 Betriebswirtschaftliche Neuorientierung kennzahlenorientierter Unternehmen mittels Balanced Scorecard: Behandelt die Integration von Wissensmanagement und Nachhaltigkeitsstrategien in das BSC-System.
8 Empirischer Teil: Präsentiert die Ergebnisse der Experteninterviews in vier Top-Unternehmen und vergleicht diese mit den theoretischen Ansätzen.
9 Handlungsempfehlung für die Erstellung und Implementierung einer SCSC für Silhouette International Schmied AG: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse in einem konkreten Unternehmensszenario.
Balanced Scorecard, Supply Chain Management, Supply Chain Controlling, Strategieumsetzung, Ursache-Wirkungsketten, Strategy Maps, Lieferantenmanagement, Beschaffung, Wissensmanagement, Nachhaltigkeit, Kennzahlensysteme, Performance Measurement, SCSC, Wertorientierte Unternehmensführung, SCOR-Modell.
Die Arbeit untersucht die Eignung des Balanced-Scorecard-Systems zur Steuerung komplexer, unternehmensübergreifender Wertschöpfungsketten.
Zentrale Themen sind das Supply Chain Management, das strategische Controlling, die operative Umsetzung von Strategien mittels Kennzahlen sowie die Integration von Sondersystemen wie Wissens- und Nachhaltigkeitsmanagement.
Es soll geprüft werden, ob die BSC als Führungsinstrument für die Kooperation zwischen verschiedenen Akteuren in einem Netzwerk dienen kann.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu bestehenden Modellen mit einer qualitativen empirischen Studie in Form von Experteninterviews in vier Industrieunternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu BSC und SCM sowie die Analyse von "Best-Practice"-Ansätzen zur Konzeption einer Supply Chain Balanced Scorecard.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Strategieimplementierung, Kennzahlen, Supply-Chain-Optimierung und Performance-Controlling beschreiben.
Die SCSC erweitert das klassische Modell um unternehmensübergreifende Perspektiven und integriert Faktoren der Lieferanten- und Kooperationsqualität, um den Fokus über das einzelne Unternehmen hinaus auf die gesamte Kette zu richten.
Die Kultur ist entscheidend, da eine offene Fehler- und Transparenzkultur notwendig ist, um Kennzahlen ohne "Silo-Denken" erfolgreich in die Praxis umzusetzen.
Obwohl das SCOR-Modell für Standardisierung sorgt, wird kritisiert, dass wichtige strategische Aspekte wie Wissensmanagement oder die spezifische Unternehmenskultur in diesem starren Referenzmodell unterrepräsentiert sind.
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