Bachelorarbeit, 2010
59 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsabgrenzung
2.1 Macht
2.2 Herrschaft
2.3 Gewalt
3. „Wallenstein“
3.1 Zur Bedeutung von Schillers „Wallenstein“
3.2 Wallensteins Ziele
3.3 Macht durch Belohnung
3.4 Macht durch Charisma
3.5 Macht durch Aufmerksamkeit
3.6 Machtstreben weiterer Charaktere in „Wallenstein“
3.6.1 Gräfin Terzky
3.6.2 Octavio Piccolomini
3.6.3 Max Piccolomini
3.6.4 Buttler
4. „Maria Stuart“
4.1 Zur Bedeutung von Schillers „Maria Stuart“
4.2 Maria Stuarts Ziele
4.3 Macht durch Religion
4.4 Macht durch Schönheit
4.5 Machtstreben weiterer Charaktere in „Maria Stuart“
4.5.1 Elisabeth
4.5.2 Mortimer
4.5.3 Leicester
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Macht in den Dramen „Wallenstein“ und „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller. Ziel ist es, durch textanalytische Untersuchung der Handlungen und Aussagen der Hauptfiguren zu ergründen, wie Macht in diesen Werken manifestiert wird und welche Faktoren dabei ausschlaggebend sind.
3.3 Macht durch Belohnung
Um die genannten Ziele umzusetzen, muss Wallenstein Macht konstruieren. Wie bereits in Kapitel 2.1 erwähnt, kann sich in diesem Zusammenhang das Mittel der Belohnung als äußerst hilfreich erweisen. Doch ist Belohnung eines der Mittel, mit denen Wallenstein seine Macht konstruiert? Erfasst er die Bedürfnisse der anderen Charaktere und weiß sie für seine Zwecke zu nutzen? Dies soll im Folgenden untersucht werden.
Dieses vor allem durch John R. P. French und Bertram Raven erforschte Machtmittel beruht auf dem Aspekt der Zweiseitigkeit und ist dadurch definiert, dass eine Person in einer zwischenmenschlichen Beziehung die Möglichkeit hat, eine andere zu belohnen. Wie stark der andere beeinflusst werden kann, hängt von der Bedeutung ab, welche die Belohnung für ihn hat. Diese kann entweder an sich positiv sein oder negative Umstände erleichtern. Wie hoch die ausgeübte Macht ist, hängt außerdem davon ab, wie wahrscheinlich es ist, dass der andere die versprochene Belohnung erhält. Der regelmäßige Einsatz von Macht durch Belohnung kann die Affinität zu dem Machtausübenden steigern und seinen Einfluss dauerhaft vergrößern. Teilweise führt sie dazu, dass derjenige, auf den Macht ausgeübt wird, auch ohne konkrete Anweisungen Handlungen ausführt, die dem Machtausübenden dienlich sind. Macht durch Belohnung kann auf verschiedenen Bereichen existieren, je nachdem wo der Machtausübende die Möglichkeit hat, zu belohnen (z. B. Arbeitsplatz, Sportverein etc.). Sie kann sich auch darin äußern, eine gewohnte Belohnung vorzuenthalten, wobei die Belohnung materieller (z. B. Geld, Aufnahme in ein Testament) sowie immaterieller Art (z. B. Anerkennung, Liebe) sein kann.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage zur Konstruktion von Macht in Schillers Dramen „Wallenstein“ und „Maria Stuart“ ein und bezieht sich dabei auf philosophische und literarische Theorien.
2. Begriffsabgrenzung: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Macht, Herrschaft und Gewalt wissenschaftlich definiert und voneinander differenziert.
3. „Wallenstein“: Das Kapitel analysiert die spezifische Machtkonstruktion des Feldherrn Wallenstein durch Strategien wie Belohnung, Charisma und Aufmerksamkeit sowie das Machtstreben weiterer Figuren.
3.1 Zur Bedeutung von Schillers „Wallenstein“: Es erfolgt eine Einordnung des Dramas in Schillers Werk und eine Betrachtung der dichterischen Freiheit bei der historischen Darstellung.
3.2 Wallensteins Ziele: Dieser Abschnitt beleuchtet das Streben des Feldherrn nach politischer und persönlicher Macht sowie die Debatte um seinen Charakter.
3.3 Macht durch Belohnung: Hier wird untersucht, wie Wallenstein gezielt Belohnungen einsetzt, um die Loyalität seiner Gefolgsleute zu sichern und Macht auszuüben.
3.4 Macht durch Charisma: Das Kapitel befasst sich mit der Ausstrahlungskraft Wallensteins und wie diese als charismatische Herrschaftsform seine Machtstellung stützt.
3.5 Macht durch Aufmerksamkeit: Hier wird analysiert, wie Wallenstein durch gezielte Aufmerksamkeit gegenüber wichtigen Personen seinen Einfluss vergrößert.
3.6 Machtstreben weiterer Charaktere in „Wallenstein“: Es folgt eine Betrachtung des Machtverhaltens anderer wichtiger Figuren im Drama.
3.6.1 Gräfin Terzky: Analyse der Rolle der Gräfin bei der Beeinflussung von Machtentscheidungen im Umfeld Wallensteins.
3.6.2 Octavio Piccolomini: Darstellung von Octavio als Vertreter einer rationalen Herrschaftsform, die in Kontrast zu Wallensteins Willkür steht.
3.6.3 Max Piccolomini: Untersuchung der Figur als moralischer Gegenpol zu Wallenstein.
3.6.4 Buttler: Charakterisierung Buttlers als Parallelfigur zum machthungrigen Wallenstein.
4. „Maria Stuart“: Dieses Kapitel widmet sich der Machtkonstruktion im Drama um Maria Stuart und Elisabeth unter besonderer Berücksichtigung von Religion und Schönheit.
4.1 Zur Bedeutung von Schillers „Maria Stuart“: Eine Einführung in die Thematik und die historischen Änderungen, die Schiller für das Drama vorgenommen hat.
4.2 Maria Stuarts Ziele: Erläuterung der Motivationen der schottischen Königin in ihrer Zwangslage.
4.3 Macht durch Religion: Analyse der religiösen Ausdrucksmittel der beiden Königinnen und deren Nutzung zur Machtdemonstration.
4.4 Macht durch Schönheit: Untersuchung des Einflusses von Schönheit auf die soziale Macht der Protagonistin Maria Stuart.
4.5 Machtstreben weiterer Charaktere in „Maria Stuart“: Beleuchtung der Machtmodelle weiterer Schlüsselfiguren.
4.5.1 Elisabeth: Analyse von Elisabeths Machtgrundlagen und der Notwendigkeit, diese stets zu verteidigen.
4.5.2 Mortimer: Darstellung Mortimers als Opfer der Macht, der durch Schönheit beeinflusst wird.
4.5.3 Leicester: Charakterisierung Leicesters als opportunistischer Machtstreber.
5. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse zur Machtkonstruktion in beiden Werken und Reflexion der Bedeutung für die Literaturwissenschaft.
Macht, Herrschaft, Gewalt, Friedrich Schiller, Wallenstein, Maria Stuart, Charisma, Belohnung, Schönheit, Religion, Konstruktion, politische Macht, soziale Interaktion, Intrige, Machtstreben.
Die Arbeit analysiert, wie Macht innerhalb der Dramen „Wallenstein“ und „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller konstruiert und durch die Charaktere aktiv gehandhabt wird.
Die zentralen Themen sind Machttheorie, Herrschaftsformen, der Einfluss von Charisma, psychologische Machtmittel wie Belohnung und Aufmerksamkeit sowie die Rolle von Schönheit und Religion als soziale Machtressourcen.
Ziel ist es, die spezifischen Faktoren zu identifizieren, durch die die Hauptfiguren in den beiden Dramen Macht aufbauen und sich gegenüber ihren Kontrahenten durchzusetzen versuchen.
Die Arbeit stützt sich auf eine textanalytische Vorgehensweise, kombiniert mit theoretischen Grundlagen zu Macht, Herrschaft und Gewalt von Theoretikern wie Max Weber und Michel Foucault.
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Mechanismen untersucht, mit denen Wallenstein und Maria Stuart ihre Machtansprüche begründen und sichern, sowie der Umgang anderer Charaktere mit diesen Strukturen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Machtkonstruktion“, „Charisma“, „legitime Herrschaft“ und „soziale Macht“ charakterisiert.
Religion dient im Stück nicht nur der persönlichen Identität, sondern wird von den Königinnen strategisch als Argumentationsinstrument genutzt, um politische Ansprüche zu legitimieren oder die moralische Überlegenheit gegenüber der Gegenseite zu betonen.
Schönheit fungiert als soziale Machtressource, die das Handeln männlicher Figuren (wie Mortimer oder Leicester) massiv beeinflusst, gleichzeitig jedoch für die Protagonistin Maria Stuart auch zu einer gefährlichen Verwundbarkeit führt.
Der Begriff unterstreicht, dass Wallenstein seine Machtmittel (wie Belohnung oder Aufmerksamkeit) nicht emotional, sondern äußerst rational und strategisch einsetzt, um sein Ziel der dauerhaften Machtausübung zu erreichen.
Das Fazit zeigt, dass Macht bei Schiller kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Prozess ist, der ständiger Konstruktion bedarf und bei falscher Anwendung – oder beim Missbrauch – zur Selbstzerstörung der Machtinhaber führen kann.
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