Masterarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Berufsfeuerwehr München
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Alltag und Einsatzdienst
3 Besonderheiten und Probleme der Personalführung bei der Berufsfeuerwehr München
3.1 Allgemeine Probleme mit spezieller Ausprägung
3.1.1 Alkohol und Sucht
3.1.2 Konflikte und Mobbing
3.1.3 Wertewandel und Work-Life-Balance
3.2 Besonderheiten des Dienstes der Berufsfeuerwehr
3.2.1 Befehl und Pflicht zum Gehorsam
3.2.2 Burnout-Syndrom
3.2.3 Frauen im Feuerwehrdienst
3.2.4 Verhältnis von Freiwilliger Feuerwehr und Berufsfeuerwehr
3.2.5 Feuerwehr als "heilige Kuh"
3.2.6 Körperliche Belastung (STATT-Studie)
3.2.7 Motivation, innere Kündigung, "EDEKA-Beamte"
3.2.8 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
3.2.9 Umgang mit Sterben und Tod
4 Führung im Spannungsfeld von Alltag und Einsatz
4.1 Begriffe
4.1.1 Führung und Leitung
4.1.2 Befehl und Kommando
4.2 Führungsstile
4.2.1 Autoritäre Führung
4.2.2 Kooperative Führung
4.2.3 Laisser-faire
4.3 Lösungsmöglichkeit: Situative Führung und Kommunikation
5 Maßnahmen und Instrumente der Personalentwicklung
5.1 Anreizsysteme
5.2 Coaching
5.3 Dienstliche Beurteilung
5.4 Dienstvereinbarungen (DV)
5.5 Einarbeitung neuer Mitarbeiter
5.6 Führung auf Probe
5.7 Führungsdialog
5.8 Gesundheitsförderung
5.9 Grundsätze für Führung und Zusammenarbeit
5.10 Hospitationen
5.11 Leitbild
5.12 Mitarbeitergespräche, Zielvereinbarungen
5.13 Mediation
5.14 Vision
6 Umfrage unter den Führungskräften der Berufsfeuerwehr München
6.1 Zielsetzung und Ablauf
6.2 Interpretation der Ergebnisse
6.3 Ausblick
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen der Personalführung im Kontext einer Berufsfeuerwehr am Beispiel Münchens, um aufzuzeigen, wie Führungskräfte in einem ständigen Spannungsfeld zwischen Alltag und Katastropheneinsätzen agieren und welche Personalentwicklungsinstrumente dabei hilfreich sein können.
3.2.1 Befehl und Pflicht zum Gehorsam
"Der Befehl ist die Anordnung an die Einsatzkräfte, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zur Schadenbegrenzung auszuführen. Durch den Befehl wird der Entschluss (d.h. die Entscheidung über die Art der Einsatzdurchführung; d. Verf.) in die Tat umgesetzt. (...) Befehle müssen durchführbar sein. (...) Die Befehlsgewalt schließt nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht zum Befehlen ein." (FwDV 100, Kapitel 3.3.3) "Befehl und Gehorsam bedingen einander." (Klösters 1997, S.106) "Eine Situation, die von Befehl und Gehorsam gekennzeichnet ist, stellt ein besonderes Problem dar, denn der verordnete Zwang, etwas zu tun oder zu lassen, ist immer ein Eingriff in die persönliche Freiheit desjenigen, der dem Zwang ausgesetzt ist. Dies wird besonders deutlich, wenn die Ausführung eines Einsatzbefehls ... möglicherweise auch mit Gefahren für die Einsatzkräfte verbunden ist.
Aus diesem Sachverhalt ergibt sich für den Einsatzleiter und die sonstigen Führungskräfte eine besondere Verantwortung für die Rechtmäßigkeit, Richtigkeit und Notwendigkeit der Befehle und Anweisungen und für die Sicherheit der Einsatzkräfte. (...) Alle Einsatz- und Führungskräfte müssen sich bewusst sein, dass die Ausführung des gemeinsam anerkannten gesetzlichen Auftrags den Grundsatz von Befehl und Gehorsam zwar erfordert, dieses jedoch aufgrund der besonderen Einsatzsituation als besondere Form der Zusammenarbeit zu betrachten ist." (Kemper 2004, S.39) "Sofern ein Befehl rechtmäßig erteilt wurde, d.h. vom zuständigen Vorgesetzten zu dienstlichen Zwecken und unter Beachtung der Rechtsordnung, ist die Verweigerung von vornherein ein Dienstvergehen, welches disziplinarrechtlich geahndet werden kann bzw. geahndet werden muß." (Klösters 1997, S.106) Nur unter sehr engen Grenzen steht dem Beamten das Recht zu, einen Befehl zu verweigern, nachdem er vorher auf die Unrechtmäßigkeit der Maßnahme hingewiesen hat (sog. "Remonstrationsrecht"). Der Vorgesetzte muss trotzdem über eine natürliche Autorität verfügen und das Vertrauen seiner Mitarbeiter genießen; dies setzt zu gleichen Teilen Menschlichkeit und fachliches Wissen voraus.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Besonderheit und die speziellen Arbeitsbedingungen bei der Berufsfeuerwehr ein und definiert den Fokus auf die Personalführung.
2 Die Berufsfeuerwehr München: Dieses Kapitel erläutert den organisatorischen Aufbau, die Struktur und die personellen Rahmenbedingungen der Berufsfeuerwehr München.
3 Besonderheiten und Probleme der Personalführung bei der Berufsfeuerwehr München: Hier werden spezifische Herausforderungen wie Suchtproblematik, Mobbing, Stress, Burnout und der Umgang mit Trauer im Feuerwehrdienst analysiert.
4 Führung im Spannungsfeld von Alltag und Einsatz: Dieses Kapitel definiert zentrale Führungsbegriffe und vergleicht verschiedene Führungsstile im Kontext von Alltag und lebensgefährlichen Einsätzen.
5 Maßnahmen und Instrumente der Personalentwicklung: Es werden praxisrelevante Personalentwicklungsinstrumente wie Coaching, Zielvereinbarungen, Leitbilder und Beurteilungssysteme vorgestellt.
6 Umfrage unter den Führungskräften der Berufsfeuerwehr München: Dieses Kapitel beschreibt Durchführung und Ergebnisse einer eigens für die Arbeit erstellten Umfrage unter den Führungskräften.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die wachsende Bedeutung von "Soft Skills" neben fachlicher Kompetenz für zukünftige Führungskräfte.
Personalführung, Berufsfeuerwehr, Führungskräfte, Einsatzdienst, Personalentwicklung, Situative Führung, Burnout-Syndrom, Dienstliche Beurteilung, Konfliktmanagement, Arbeitsbedingungen, Befehl und Gehorsam, Feuerwehr München, Führungsstile, Motivation, Traumabewältigung.
Die Arbeit befasst sich mit der Personalführung bei der Berufsfeuerwehr München und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen, die sich aus der Doppelbelastung durch den Alltag und den Katastropheneinsatz ergeben.
Die zentralen Themen umfassen die besonderen Belastungen im Feuerwehrberuf, die theoretischen Aspekte der Personalführung sowie die praktische Anwendung von Personalentwicklungsinstrumenten.
Das Ziel ist es, Führungskräften bei der Berufsfeuerwehr ein tieferes Verständnis für die Probleme ihrer Mitarbeiter zu vermitteln und Wege aufzuzeigen, wie sie ihren Führungsstil den spezifischen Bedingungen anpassen können.
Neben der Auswertung relevanter Fachliteratur wurde eine eigene empirische Umfrage unter 229 Führungskräften der Berufsfeuerwehr München durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Problemfelder (wie psychische Belastung, Mobbing, Befehlsstrukturen) und eine systematische Darstellung von Führungsinstrumenten wie Coaching, Beurteilung und Zielvereinbarungen.
Charakteristische Schlüsselbegriffe sind Personalführung, Feuerwehralltag, Situative Führung, Stressbewältigung und Personalentwicklungsinstrumente.
Das Verhältnis zur Freiwilligen Feuerwehr ist ein zentrales Thema, da Führungskräfte der Berufsfeuerwehr oft auch für die Leitung freiwilliger Einsatzkräfte verantwortlich sind, was Spannungsfelder bei der Einsatzführung erzeugen kann.
Die Umfrage ergab, dass Themen wie die Posttraumatische Belastungsstörung heute als ernste Probleme wahrgenommen werden, während körperliche Überforderungen im Einsatz teils kritisch diskutiert werden.
Der Begriff beschreibt den gesellschaftlichen Status der Feuerwehr, der Kritik von außen erschwert und interne Führungskräfte vor die Herausforderung stellt, eine notwendige (selbst)kritische Fehlerkultur im Einsatz zu etablieren.
Das Leitbild dient als Orientierungshilfe für das tägliche Handeln und bildet die Grundlage für die Identifikation der Mitarbeiter mit den Zielen der Organisation.
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