Bachelorarbeit, 2010
67 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 DAS GESUNDHEITSWESEN IM WANDEL
3 DAS ARZTBILD IM WANDEL
3.1 ALTE UND NEUE IDEALTYPEN DES ARZTES
3.1.1 Das Paternalistische Modell
3.1.2 Das Partnerschaftliche Modell
3.1.3 Der Arzt als Dienstleister und Gesundheitsmanager
3.2 ÄRZTE IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN SOLIDARSYSTEM UND WETTBEWERB
4 WANDEL DER PATIENTENROLLE
4.1 DEFINITION DES BEGRIFFS „PATIENT“
4.2 PATIENTEN ALS PARTIZIPIENTEN
4.3 DER MÜNDIGE PATIENT IM DISKURS
4.3.1 Überblick der Angebote zur Patienteninformation in der Medizin
4.4 DIE BETRIEBLICHE PERSPEKTIVE –DER PATIENT ALS KUNDE
4.4.1 Elemente der Kundenorientierung
5 DIE ARZT-PATIENT-BEZIEHUNG IM WANDEL
5.1 NEUE FORMEN DER PATIENTENBETEILIGUNG IM BEHANDLUNGSPROZESS
5.1.1 Empowerment: Begriffsdefinition
5.1.2 Patientenbeteiligung durch Disease Management Programme (DMPs)
5.1.3 Patientenbeteiligung durch Shared Decision Making (SDM)
6 FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht das sich wandelnde Verhältnis zwischen Arzt und Patient im deutschen Gesundheitssystem unter besonderer Berücksichtigung der zunehmenden Ökonomisierung und der Forderung nach verstärkter Patientenpartizipation. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen dieses Wandels auf die Arzt-Patient-Interaktion, insbesondere im Hinblick auf das Modell der Partizipativen Entscheidungsfindung (PEF) und die Rolle des „mündigen Patienten“.
3.1.1 Das Paternalistische Modell
Hans-Jürgen Seelos weist darauf hin, dass der sogenannte „benevolente Paternalismus“ als die (historisch gesehen) älteste Rollendefinition zwischen Arzt und Patient zu nennen sei. Diese „Haltung wohlwollender-bevormundeter Fürsorge“ ist geprägt durch eine strukturelle Beziehungsasymmetrie sowie eine „deutlich ausgeprägte professionelle Dominanz der medizinischen Entscheidungsfindung“. (Vgl. Dierks et al. 2001 in Seelos 2008: 81)
Die Diplom-Kulturwirtin Hillebrand bemerkt hierzu, dass man heute von dem modernen Paternalisten spricht, welcher als autoritärer Experte auftritt und auf die Zustimmung des Patienten bei ärztlichen Entscheidungen verzichtet. Im Rahmen dieses idealtypischen Modells, welches als „nicht mehr ganz zeitgemäß“ bewertet wird, nimmt der Arzt die Rolle des Experten ein. Der Patient dagegen verhält sich passiv und befolgt die ärztlichen Anweisungen, ohne diese zu hinterfragen. (Vgl. Hillebrand 2008: 89)
Dieses „Paternalismus-Modell“ wird allerdings von aktiven, gut informierten Patienten immer weniger akzeptiert, sie fordern ein Mitspracherecht bei der Behandlung und äußern höhere Ansprüche an ihren Arzt. Für diejenigen Patienten, die selbst nicht mehr dazu in der Lage sind, sich ein klares Urteil über ihre Erkrankung zu bilden bzw. die sich mit ihrer Situation schlichtweg überfordert fühlen und daher keine Verantwortung im Entscheidungsprozess übernehmen wollen bzw. können, kann der paternalistisch auftretende Arzt jedoch eine große Unterstützung und Hilfe darstellen. (Vgl. Hillebrand 2008: 89)
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Situation der Arzt-Patient-Beziehung durch eine Pressemeldung und skizziert den Fokus der Analyse auf der „Mikroebene“ der Patientenbeteiligung sowie dem Modell der Partizipativen Entscheidungsfindung.
2 DAS GESUNDHEITSWESEN IM WANDEL: Dieses Kapitel analysiert grundlegende Veränderungen im Gesundheitssektor, insbesondere durch ökonomischen Druck, Wettbewerb und die damit einhergehenden neuen Anforderungen an ärztliches Handeln.
3 DAS ARZTBILD IM WANDEL: Hier werden unterschiedliche Idealtypen des Arztes, vom paternalistischen Modell bis zum modernen Dienstleister und Gesundheitsmanager, sowie die Spannungsfelder zwischen Solidarsystem und Markt beleuchtet.
4 WANDEL DER PATIENTENROLLE: Das Kapitel untersucht die Entwicklung vom passiven Patienten hin zum „mündigen Patienten“ sowie die betriebswirtschaftliche Perspektive des „Patienten als Kunden“.
5 DIE ARZT-PATIENT-BEZIEHUNG IM WANDEL: Dieses Kernkapitel analysiert neue Formen der Patientenbeteiligung im Behandlungsprozess, insbesondere Empowerment, DMPs und das Shared Decision Making als Instrumente für eine veränderte Beziehungsdynamik.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst den Wandlungsprozess zusammen und diskutiert notwendige Maßnahmen, um eine qualitativ hochwertige, patientenzentrierte und gleichsam beide Seiten zufriedenstellende Behandlung in der Zukunft zu gewährleisten.
Arzt-Patient-Beziehung, Patientenbeteiligung, Gesundheitswesen, Ökonomisierung, Paternalismus, Mündiger Patient, Patientenorientierung, Shared Decision Making, Partizipative Entscheidungsfindung, Empowerment, Disease Management, Patientenrolle, Patientenkompetenz, Qualitätssicherung, Arztbild.
Die Arbeit analysiert das wandelnde Verhältnis zwischen Arzt und Patient im deutschen Gesundheitssystem und untersucht dabei, wie sich veränderte Rollenbilder und ökonomische Rahmenbedingungen auf die Interaktion zwischen beiden Akteuren auswirken.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel des ärztlichen Berufsbildes, der Emanzipation des Patienten zum „mündigen Kunden“ oder „Partner“ sowie den Auswirkungen von Ökonomisierungsprozessen auf die ärztliche Entscheidungsfindung.
Das Ziel ist es, die Veränderungen in der Interaktion von Arzt und Patient auf der „Mikroebene“ zu verstehen und zu evaluieren, wie Modelle wie die Partizipative Entscheidungsfindung (PEF) zur Verbesserung der Behandlungsqualität beitragen können.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze und empirische Studien heranzieht, um das Arzt-Patient-Verhältnis und dessen Wandel systematisch aufzuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rollenbilder von Arzt und Patient, die Bedeutung der Ökonomisierung, die Möglichkeiten der Patientenpartizipation sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept des „mündigen Patienten“.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Arzt-Patient-Beziehung, Patientenbeteiligung, Shared Decision Making, Empowerment und die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitssystems geprägt.
Die Autorin stellt fest, dass die Ökonomisierung zu einem Interessenkonflikt zwischen dem beruflichen Ethos des Arztes und den ökonomischen Vorgaben führt, was das Vertrauensverhältnis beeinträchtigen und zu einer „Entfremdung“ im Arztberuf führen kann.
Die Arbeit beleuchtet kritisch, dass die Rolle des mündigen Patienten oft unrealistische Erwartungen an das medizinische Wissen des Laien stellt und das Risiko birgt, dass Patienten bei komplexen medizinischen Entscheidungen durch eine „Rollenüberforderung“ belastet werden.
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